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Koralmbahn: Baubeginn der letzten beiden Tunnel Stein und Lind

23.09.2016
LH Kaiser: Infrastrukturprojekt Koralmbahn hat europäische Bedeutung und ist Aushängeschild für Kärnten – Ja zu Erhalt des Verladebahnhofs in Kühnsdorf zur Stärkung der regionalen Wirtschaft
Großer Bahnhof nahe der neuen und größten Eisenbahnbrücke Kärntens bei Stein im Jauntal: Heute, Freitag, gab es den offiziellen Tunnelanschlag für die beiden letzten Tunnelbauwerke der Koralmbahn. Es handelt sich um den 2,1 km langen Tunnel Stein und den 500 m langen Tunnel Lind, der bereits vor wenigen Tagen angeschlagen wurde. Beide Anschläge waren auch per Videoeinspielung zu sehen. Damit sind alle zehn Tunnels der rund 130 Kilometer langen Koralmbahn im Bau bzw. bereits im Teilbetrieb.

Zum Tunnelanschlag fanden sich zahlreiche Ehrengäste ein, allen voran Landeshauptmann Peter Kaiser, begleitet von Lebensgefährtin Ulli Wehr, die Landesräte Christian Benger und Gernot Darmann, Landtagspräsident Reinhart Rohr, ÖBB-CEO Andreas Matthä, Maik Müller von der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft (Baresel und Kostmann), ÖBB-Infrastrukturchef Hubert Hager, ÖBB-Projektleiter Klaus Berger, der St. Kanzianer Bürgermeister Thomas Krainz und Tunnelpatin Anneliese Klösch. Weitere Gäste waren LAbg. Jakob Strauß, Abteilungsleiter Albert Kreiner (Land Kärnten) und ÖBB-Eventmanager Walter Neumann.

Zwei Mineure trugen den traditionellen Mineursspruch vor und anschließend startete die Tunnelpatin Anneliese Klösch mit einem speziellen Tunnelbagger symbolisch die Bauarbeiten im Tunnel Stein.

Der Landeshauptmann dankte allen ÖBB-Verantwortlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für dieses gigantische Bauwerk von europäischer Bedeutung. Die Koralmbahn stehe für tausende Arbeitsplätze. Nur in Gemeinsamkeit sei es gelungen, dieses riesige zukunftsweisende und hochmoderne Infrastrukturprojekt umzusetzen, so Kaiser. Der Landeshauptmann sprach weiter die Bitte an die ÖBB-Verantwortlichen aus, auch für den Erhalt des Güterbahnhofs Kühnsdorf einzutreten. Auch der Bürgermeister von St. Kanzian bekräftigte dies als Wunsch der gesamten Region.

„Eine gute Infrastruktur ist für unser Land unabdingbar und auch ein Aushängeschild“, sagte Kaiser. Entlang von Eisenbahnstrecken könne sich wirtschaftliches Leben entfalten, wie dies die Vergangenheit immer gezeigt habe. Die Baumaßnahmen und Bahnprojekte würden auch zum richtigen Zeitpunkt kommen, denn es müsse nun alles getan werden, um wirtschaftliche Impulse zu setzen. Gerade auch der Südkärntner Raum brauche eine wirtschaftliche Belebung, weshalb auch der Erhalt des Verladebahnhofs Kühnsdorf notwendig sei.

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä hob die vielen positiven Effekte der Bahn für Wirtschaft und Arbeitsplätze hervor. Die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt werde sich auf 45 Minuten verkürzen. Die Koralmbahn als Teil der Baltisch-Adriatischen Achse schaffe und ermögliche neue Wirtschaftsbeziehungen und sorge für eine Steigerung der Wertschöpfung der regionalen Wirtschaft.

Projektleiter Klaus Berger informierte über Details des Abschnittes zwischen Grafenstein/Althofen und Mittlern, der eine große technische Herausforderung darstelle und auf dem aktuell insgesamt 300 Menschen beschäftigt sind. Die beiden Bauwerke werden im Bagger- und Sprengvortrieb errichtet. Die Betriebsaufnahme in diesem Abschnitt ist spätestens 2022 vorgesehen. Wie schon bei allen anderen Tunnels der Koralmbahn wird auch hier größtes Augenmerk auf die Sicherheit gelegt. Daher werden beim drittlängsten Tunnel der Koralmbahn, dem rund 2,1 Kilometer langen Tunnel Stein, insgesamt drei Notausstiege errichtet, die Teil des Tunnelsicherheitskonzeptes sind.

Die Segnung des Tunnels nahmen Pfarrer Friedrich Isop und die ev. Pfarrerin Renate Moshammer vor. Moderiert wurde die Eröffnungsfeier von Martin Weberhofer, ORF-Programmchef von Radio Kärnten.

Die ÖBB investieren heuer in Kärnten rund 239 Mio. Euro in die Erneuerung und in den Neubau der Infrastrukturanlagen und sind damit einer der größten Investoren im Land. Bis 2021 fließen im Auftrag des Bundes rund 1,9 Mrd. Euro nach Kärnten um moderne Schieneninfrastrukturen zu errichten und bestehende weiter zu verbessern.

Der 33 Kilometer lange und 2,3 Milliarden Euro teure Koralmtunnel ist Herzstück der 130 km langen Koralmbahn. Diese wiederum ist Teil eines transeuropäischen Netzes von Danzig bis zur Adria. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2023 geplant. Als umfassender Mobilitätsdienstleister bringt der ÖBB-Konzern jährlich 459 Millionen Fahrgäste und 111 Mio. Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Foto: LPD/Just