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Integration: Vorzeigeprojekt für fußballbegeisterte Asylwerber

27.09.2016
Sportreferent LH Kaiser zog mit Kärntner Fußballverband, Olympiastützpunkt Kärnten und Verein Socialis erste positive Bilanz

In den Räumlichkeiten des Kärntner Fußballverbandes wurde heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz das Integrationsprojekt für fußballbegeisterte Asylwerber - es wurde im Juli 2016 vom Olympiastützpunkt Kärnten, dem Land Kärnten, dem Kärntner Fußballverband (KFV) und dem Verein Socialis initiiert - vorgestellt und eine erste Bilanz gezogen.

Der Landeshauptmann dankte dem Fußballverband und dem Olympiazentrum für das Engagement. „Beide sind Vorbilder in einer nicht leichten Materie und das Integrationsreferat des Kärntner Fußballverbandes ist einzigartig“, so Kaiser. Als Sportreferent sehe er immer wieder, wie wichtig die sportliche Betätigung für Flüchtlinge in einer fremden Umgebung sei und wie der Fußballsport verbinde. Als Beispiel hob er die Reservemannschaft das SV Weitensfeld hervor. „In ihr spielen 50 Prozent Flüchtlinge und man erkennt immer mehr, dass sich die ursprüngliche Reserviertheit gegenüber der Willkommenskultur und Integration hin zur Akzeptanz wandelt“, sagte Kaiser.

Kaiser gab auch bekannt, dass das Integrationsleitbild Kärnten sich in der Endphase befinde. „Derzeit befinden sich 4.494 Asylwerber in Kärnten“, teilte er mit. Bei der morgigen Landesflüchtlings-Referentenkonferenz in Graz und bei der nächstwöchigen Sportreferentenkonferenz in Faak/See werde ich auf die positiven Integrationserfahrungen im Sport verweisen“, so Kaiser. An das Österreichische Olympische Komitee richtete der Landeshauptmann den Appell, das vom IOC initiierte Projekt „Sports for refugees“ nicht zu beenden. „Wir brauche es dringender als je zuvor“, so Kaiser.

Landessportdirektor Arno Arthofer berichtete in seiner Funktion als Leiter des Olympiastützpunktes Kärnten, dass neben dem „Sport for refugees“-Projekt, für das der Sportpsychologe Robert Korb gewonnen wurde, auch praxisnahe Initiativen wie der Sportprojekttag mit dem Universitäts-Sportinstitut Klagenfurt (USI) umgesetzt wurden. „Neben dem Netzwerkaufbau zwischen Asylanten, NGO`s und den Sportvereinen ist die Zusammenarbeit mit dem Kärntner Fußballverband sehr gut und kann als Vorzeigemodell angesehen werden“, berichtete Arthofer.

KFV-Präsident Klaus Mitterdorfer betonte, dass neben dem Fußball es auch eine Aufgabe des Verbandes sei, Flüchtlinge in der Gesellschaft zu integrieren, ihnen eine Perspektive zu geben und den Sport zu leben. „Im Fußball spielen unterschiedliche Herkunft, Bildung Kultur und Religion keine Rolle. Hier zählen nur eigenes Engagement, Teamgeist und der gemeinsame Erfolg“, so Mitterdorfer.

Der Präsident, Michaela Prutej, KFV-Integrationsreferentin und Obfrau des Vereins Socialis und Sportpsychologe Robert Korb präsentierten Daten und Fakten des Integrationsprojektes .„Nach Anlaufschwierigkeiten und viel Aufklärungsarbeit ist eine totale Dynamik entstanden. Die Bilanz kann sich sehen lassen“, waren sich alle drei einig. Voll des Lobes war auch Dolmetscher Abdul Reza Ghaemi. „Das Projekt ist eine gute Motivation für jeden Asylwerber.“

An zehn Standorten wurden von 24 Trainern spezielle Sichtungstrainings für 140 Asylwerber organisiert. In 155 Fußballvereinen in Kärnten und Osttirol sind derzeit 167 Spieler mit Asylwerberstatus gemeldet. Weiters trainieren 120 Asylwerber bei einem Verein mit. Somit sind derzeit rund 300 Asylwerber in Kärnten und Osttirol im Fußballgeschehen eingebunden.

Zu den Vereinen die Vorzeigearbeit in Sachen Integration leisten, zählen Donau und WSG Brückl. „Bei Donau hat ein Spieler, der vor der Abschiebung stand, nach einer Unterschriftenaktion, bei der 400 Personen unterschrieben, das Bleiberecht erhalten“, berichtete Prutej. Brückl hat derzeit elf Asylwerber in unterschiedlichen Altersklassen im Verein. Ein Spieler, Mustafa al Hamdani, spielt bereits in der Kampfmannschaft.

Integrationsarbeit leisten auch die Vereine KAC, Lienz, Ferlach, Wietersdorf, Straßburg, Töplitsch, Moosburg, Rückersdorf, Ledenitzen, Spittal/Drau, Admira Villach, Kötschach, Friesach, Bleiburg und Gurnitz.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Kärntner Fußballverband, Olympiazentrum Kärnten
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/Gert Eggenberger