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Projekt IMST: Innovative Unterrichts- und Schulprojekte ausgezeichnet

29.09.2016
LH Kaiser: IMST steht für engagierte Teamarbeit, Motivation und Innovation – Digitale Bildung wird immer wichtiger
Das Projekt IMST prämiert herausragende innovative Unterrichts- und Schulprojekte für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Deutsch und Technik sowie in verwandten Fächern im österreichischen Schul- und Bildungswesen mit insgesamt sechs IMST-Awards in verschiedenen Kategorien. Ziel von IMST ist es, eine Innovationskultur zur Stärkung des MINDT-Unterrichts (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Deutsch, Technik) an österreichischen Schulen zu etablieren und strukturell zu verankern. Das Kürzel IMST steht für „Innovationen Machen Schulen Top“.

Die Verleihung der IMST-Awards 2016 fand am Mittwochabend im Rahmen der IMST-Tagung an der Pädagogischen Hochschule in Klagenfurt statt. Jeder Award ist mit 1.500 Euro dotiert. An der Verleihung nahmen Landeshauptmann Peter Kaiser, Marlies Krainz-Dürr (Rektorin der Pädagogischen Hochschule Klagenfurt), Cristina Beretta (Vizerektorin für Lehre und Internationales an der Alpen-Adria Universität), Florian Sobanski (in Vertretung von Bildungsministerin Sonja Hammerschmied) sowie Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger und Vertreter der Sponsorfirmen teil.

Der Landeshauptmann hob den zentralen Wert der Bildung als Schlüssel für die individuelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft hervor. Er wies darauf hin, dass auch die digitale Bildung immer wichtiger werde, denn die Arbeitswelt ändere sich immer mehr durch die Digitalisierung und globalisiertes Wissen.

Kaiser dankte allen Verantwortlichen und Teilnehmer/-innen am Förderprogramm IMST. Ein wichtiges Prinzip bilde dabei auch die Chancengerechtigkeit und die Offenheit im Umgang mit Diversität. IMST stehe für die Anregung und Förderung von Innovationen im Bildungsbereich sowie für engagierte Teamarbeit und Motivation und sei damit beispielgebend, so Kaiser.

Fünf IMST-Award-Gewinner/-innen bzw. Projekte wurden ausgezeichnet: Fremdensprache Mathematik (VS 1 Feldkirchen, Diplompädagogin Barbara Kullnig), NMS+robots (Neue MINDT-Sequenzen mit Robotern, EDV-Mittelschule Ferdinandeum, Graz, Sigrid Wozonig), Flipped Classroom an der BHAK Wien 11 (Geringerstraße2, 1110 Wien, Mag. Stefan Schmid) und A-Learning Werkstatt – eine auf der E-Portfolio-Methode basierende Adventure Learning Kollektion mit Schwerpunkten: Medienbildung, außerschulische Lernorte und Gender & Diversitiy (VS Braunau, Tamara Rachbauer sowie „Die verrückten Zustände der Materie anhand der 4 Elemente“ (VS Campus Monte Laa, 1100 Wien, Silvia Mathes).

Beim Projekt „Fremdsprache Mathematik“ ging es darum, eine effektive, kostengünstige und alltagstaugliche Möglichkeit zu schaffen, die Fremdsprache Mathematik zu erlernen, zu festigen und anzuwenden. Ziel war es, die individuellen Fähigkeiten einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers – unabhängig von ihren persönlichen Fähig- und Fertigkeiten - zu erweitern und zu steigern. Die Patenschaft übernahm die Industriellenvereinigung Kärnten.

In Form eines fächerübergreifenden und fächerverbindenden Projektunterrichts zeigt „NMS+robots“ neue Möglichkeiten der MINDT-Unterrichtsgestaltung, die die nachhaltige Motivation der Schülerinnen und Schüler zum Ziel haben. Mit Hilfe von selbst gebauten und selbst programmierten Robotermodellen experimentieren und forschen die Schülerinnen und Schüler und erschließen so abstrakte Inhalte aus Mathematik, Informatik, Physik und Technik. Themen wie Kräfte, Statik, Bewegung und mehr werden für sie greif- und begreifbar. Die Patenschaft übernahm der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie.

Mit der Methode den klassischen Unterricht auf den Kopf stellen und daraus lernen, befasst sich das Projekt „Flipped Classroom“. Schon seit Jahren setzen Lehrkräfte an der BHAK Wien 11 Lernvideos im Unterricht ein. Der Begriff "flipped" (Englisch für "umgedreht") deutet bereits an, dass hier mit Hilfe des Einsatzes neuer Medien der Unterricht im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt wird. Anstatt Inhalte wie in klassischen Settings während der Unterrichtsstunde zu vermitteln und das Üben nach Hause zu verlegen, werden die Lernenden angehalten, sich Videos in denen der Stoff vermittelt wird, als Hausübung anzusehen. Die Patenschaft für dieses Projekt übernahm die Wirtschaftskammer Österreich.

Auf der Online-Lernumgebung mit dem Titel „A-Learning Collection mit dem Schwerpunkt: außerschulische Lernorte mit multimedialer Ausstattung“ finden sich praktische Unterrichtsprojekte, welche die Autorin/Dozentin an der Universität Passau gemeinsam mit Lehramtsstudierenden im Rahmen eines von ihr geleiteten Seminars zu verschiedenen MINT-Themengebieten mit fächerübergreifenden Elementen (Englisch, Deutsch, Geschichte, Geografie, Politik, Kunst, Sport, etc.) entwickelt hat. Die hier gesammelten Unterrichtsprojekte können in der Primar- und Sekundarstufe an deutschen und österreichischen Schulen frei verwendet werden. Die einzelnen Unterrichtsprojekte heißen: Mit Smartphone & Tablet durch die Geschichte; Europa auf einen Klick - eine WebQuest-Expedition durch die Europäische Union; die Moodle-Planetenschule; Moodle-ePortfolio to go - Tierwanderung im Bayerischen Wald.

Im Zuge des Projekts „Die verrückten Zustände der Materie anhand der vier Elementen“ durften die teilnehmenden Kinder ihrem Forscherdrang an den Projekttagen freien Lauf lassen. Die Schüler und Schülerinnen von zwei ersten Klassen sowie die Vorschulkinder eines benachbarten Kindergartens nahmen daran teil. Die Kinder erwarben die Fachkompetenzen zunächst getrennt voneinander. Die Veranschaulichung des Themas gliederte sich in Versuchsstationen, Beobachtungsstationen, Experimentierecken und Bastelstationen und eine Sachbücher-Reihe. Insgesamt wurde Wert gelegt auf: Aktive Vernetzung zwischen Kindergarten und Schule. PädagogInnen mussten gemeinsam planen und Ziele formulieren, dadurch war eine enge Zusammenarbeit notwendig. Die Kinder haben in diesem Schuljahr nicht nur fachliche Kompetenzen erworben, sondern auch eine Menge soziale Kompetenz. Die Patenschaft für dieses Projekt übernahm Infineon Technologies Austria AG.

Näher präsentiert wurden die einzelnen Projekte von Erziehungswissenschaftler Peter Posch. Projektleiter Universitätsprofessor Konrad Krainer (Institut für Unterrichts- und Schulentwicklung, Universität Klagenfurt) machte deutlich, wie schwierig guter Unterricht sei. Hier müssten viele Balancen gefunden werden, etwa zwischen Autonomie und Teamarbeit, zwischen Engagement und Reflexion, zwischen Fachkompetenz und fächerübergreifendem Arbeiten, zwischen Innovation und Routinen, u.ä. Immer gehe es auch um soziale Kompetenzen, so Krainer, der allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie auch dem Land Kärnten dankte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Barbara Orasche und Josef Hödl-Weißenhofer.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Fotos: LPD/Helge Bauer