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POLITIK

EUROPAEUS an Heinz Fischer verliehen

30.09.2016
BK Kern und LH Kaiser: Altbundespräsident steht für besondere Verdienste um ein vereintes Europa
 Seit 2009 verleihen das Land Kärnten, die Wirtschaftskammer und das Forum Velden gemeinsam den Europapreis EUROPAEUS. Preisträger sind Persönlichkeiten und Institutionen, die wichtige Brückenbauer im europäischen Einigungsprozess sind und einen maßgeblichen Beitrag zum europäischen Einigungsgedanken geleistet haben. Die Ehrungen wurden gestern, Donnerstag, im Casineum Velden durch Landeshauptmann Peter Kaiser und WK-Präsident Jürgen Mandl vorgenommen. In der Kategorie „Europapolitik – History in the making“ wurde Bundespräsident a. D. Heinz Fischer für besonderen Verdienste um ein vereintes Europa ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Bundeskanzler Christian Kern. Fischer war wegen der Teilnahme am Begräbnis von Schimon Peres, Israels Ex-Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger, nicht anwesend.

In seinem Eröffnungsstatement sagte Kern, viele Menschen hätten heute das Gefühl, dass das eigentliche Versprechen der EU - Wohlstand und Sicherheit zu bieten - nicht mehr eingehalten werde. „Europa neu denken heißt, alle mitzunehmen und dafür zu sorgen, dass die Spaltung aufhört“, so Kern. Auch Kaiser verwies darauf, wie wichtig, unverzichtbar und nicht anders mehr denkbar die EU sei. „Es darf nicht leichtfertig mit der großen Chance, die Völker zusammengeführt hat, umgegangen werden“, betonte der Landeshauptmann.

„Worte kommen zu kurz, wenn man beschreiben will, was Heinz Fischer auszeichnet“, sagte der Bundeskanzler und verwarf seine vorbereitete Rede, um auf den Bundespräsidenten a. D. eine launige und sehr treffende Laudatio aus dem Stegreif zu halten. Wie kaum jemand anderer habe Heinz Fischer Österreich international verbunden und durch insgesamt 190 Staatsbesuche seien wirtschaftliche Deals in der Größenordnung von fünf Milliarden Euro angebahnt worden, betonte Kern. „Heinz Fischer ist eine wirkliche und wahre Persönlichkeit, der auf großartige Art und Weise demonstriert hat, dass er Politik als ein Geschäft empfunden hat, in dem zuerst das Denken und dann das Reden kommt.“ Besonders hervorgehoben hat Kern, dass es bei Fischer nie ein böses Wort oder eine Herabwürdigung eines Andersdenkenden gegeben habe und dass er allen Menschen immer mit Respekt begegnet sei. „Heinz Fischer ist eine Persönlichkeit, die Geschichte gemacht hat“, so der Bundeskanzler.

Kaiser verlas einen Brief von Heinz Fischer, in dem dieser zum Ausdruck brachte, wie sehr er sich gefreut habe, als er von dieser Auszeichnung erfuhr. Fischer entschuldigte sich darin, dass er heute nicht physisch anwesend sein könne, obwohl ihm das Thema EU ganz besonders am Herzen liege. „Die menschliche Vernunft und politische Klugheit gebietet, dass gerade in so schwierigen Zeiten eine Aufspaltung Europas doppelt gefährlich und unklug wäre“, so Fischer. Der Landeshauptmann kündigte an, dass Heinz Fischer das „Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Kärnten“ verliehen bekommen werde und dies dann ein guter Anlass sei, ihm den EUROPAEUS doch noch persönlich zu übergeben.

Preisträger in der Kategorie „Wirtschaft -Internationalisierung/Pioniere“ waren die Gebrüder Bernd und Heinz Wolschner von SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG. Die Laudatio hielt Erika Teoman-Brenner, Wirtschaftsdelegierte der Wirtschaftskammer Österreich. Das 1910 in Klagenfurt gegründete Familienunternehmen steht für nachhaltiges Wirtschaften und konsequentes Wachstum in Zentral- und Südosteuropa. Mit Standorten in Österreich, Ungarn und Rumänien und 400 Mitarbeitern ist das Unternehmen eine wichtige Wirtschaftskraft in Mitteleuropa. SW Umwelttechnik entwickelt, produziert und verkauft Betonfertigteile für die Geschäftsbereiche Wasserschutz und Infrastruktur. Mit innovativer Umweltschutztechnologie leistet das Unternehmen seinen Beitrag zum Schutz der Umwelt und zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur in den CEE Ländern.

Den Sonderpreis „Information und Bewusstseinsbildung“ erhielt das ORF Landesstudio Kärnten für die Sendereihe „Servus, Srečno, Ciao“. Die Laudatio hielt Martina Rattinger, Leiterin des EU-Verbindungsbüros des Landes Kärnten in Brüssel. Initiiert vom früheren Landesintendanten Gerhard Draxler und Programmchef Willy Haslitzer, sollte „Servus, Srečno, Ciao“ den Abbau von Vorurteilen zwischen den Volksgruppen fördern. Die Sendereihe ist seit über 16 Jahren in Radio Kärnten und seit 14 Jahren jeden Samstag nach der TV-Informationssendung „Kärnten heute“ ein fixer Programmpunkt. Aber auch im Internet unter www.kaernten.ORF.at versucht man bei den Seher/innen und Hörer/innen das Bewusstsein für Europa zu stärken.

Der EUROPAEUS wurde erstmals 2009 zum Anlass der Jubiläen „20 Jahre Ostöffnung“ und „5 Jahre EU-Osterweiterung“ im Rahmen des „Austrian Central and Eastern European Economic Forum/CEE-Wirtschaftsforum Velden“ verliehen. Ziel des Europapreises ist es, Persönlichkeiten und Institutionen für ihr Wirken in Bezug auf die Vernetzung und Einigung Europas zu ehren und damit den verbindenden Europagedanken in das öffentliche Bewusstsein zu rücken bzw. die europäische Einigungsidee zu fördern. Die Kategorien sind „Europapolitik - History in the making”, „Wirtschaft -Internationalisierung/Pioniere“, „Wissenschaft, Kunst, Kultur“ (bisher noch nicht vergeben) und es gibt den Sonderpreis „Information und Bewusstseinsbildung“. Preisträger der vergangenen Jahre waren u.a. Außenminister a.D. Alois Mock (2009), Präsident a.D. der Wirtschaftskammern Europas Christoph Leitl (2011) und das Europahaus Klagenfurt (2014). Medienpartner ist der ORF Kärnten. Unter den vielen Anwesenden im Casineum war auch Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Ulli Sternig
Fotohinweis: LPD/fritzpress