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POLITIK

Landesregierung beschließt morgen Sofortmaßnahmen für die Landwirtschaft

17.10.2016
Sebastian Schuschnig für LR Benger: Preisverfall, Unwetter, Schneeschäden, Ernteausfälle und Einkommensverluste von 25 Prozent im Jahr 2015 gefährden Landwirte in ihrer Existenz
„Die landwirtschaftliche Produktion ist kein Thema der Landwirtschaft alleine. Sie betrifft alle: Lebensmittelversorgung für die Konsumenten, Erhaltung der Kultur- und Naturlandschaft für Tourismus und Erholung, Investitionen in die regionale Wirtschaft und Erhaltung der Strukturen im ländlichen Raum“, betonte heute, Montag, Sebastian Schuschnig als Ersatzmitglied für Agrarlandesrat Christian Benger in der Kärntner Landesregierung. Morgen, Dienstag, wird Schuschnig den erkrankten Benger in der Regierungssitzung vertreten. In dieser sollen Sofortmaßnahmen für die Landwirtschaft beschlossen werden, die mit dem Jahr 2016 ein Katastrophenjahr hinter sich hat.

Schnee- und Frostschäden in Höhe von 13 Mio. Euro, Ernteausfälle von bis zu 80 Prozent, der 25-prozentige Preisverfall bei Milch, Straßen- und Wegeschäden in Höhe von einer Mio. Euro in den Tälern durch Unwetter und eine Borkenkäferplage mit Verlusten für die Waldbauern von bis zu 9 Mio. Euro haben die Einkommensverluste von 25 Prozent im Jahr 2015 heuer noch verstärkt. Weniger Einkommen bedeuten laut Schuschnig weniger Investitionen. „Das ist umso schmerzhafter, wenn man weiß, dass die Kärntner Landwirtschaft im Jahr rund 180 Mio. Euro investiert und diese Summen direkt in die regionale Wirtschaft fließen. Landwirtschaft ist niemals isoliert zu betrachten“, so Schuschnig.

Die Sofortmaßnahmen, die morgen in der Regierung beschlossen werden, sind mit einer Gesamthöhe von 900.000 Euro beziffert. Finanziert wird damit eine weitere Tranche für den Transportkostenzuschuss in Höhe von 500.000 Euro für die kleinstrukturierte Milchwirtschaft. Schon im Sommer wurde als rasche Sofortmaßnahme ein Transportkostenzuschuss in Höhe von 500.000 Euro gewährt, die Auszahlung an 810 Milchbauern ist bereits erfolgt.

Weiters werden mit dem Beschluss morgen zusätzlich 220.000 Euro für die Sanierung und Instandsetzung der von Unwetter zerstörten Straßen und Wege zur Verfügung gestellt. Der Betrag des Landes macht in Summe für die Behebung der Unwetterschäden rund 400.000 Euro aus. Weitere 170.000 Euro werden in den Forstwegebau investiert, weil nur bewirtschaftete Wälder ihren Wert und ihre Funktionen, wie den Schutz der Siedlungen, behalten.

In der Regierungssitzung werden zudem gemeinsam mit Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner die Richtlinien für die Beschaffung regionaler Lebensmittel im öffentlichen Bereich vorgestellt. „Es ist am nachhaltigsten, wenn unser Steuergeld den heimischen Wirtschaftskreislauf in Schwung hält und nicht in ausländische Massenproduktionen abfließt“, betonte Schuschnig. Laut Prettner sei es zudem ein gesundheitspolitisches Gebot, „in öffentlichen Einrichtungen heimische, biologische und damit hochwertige Lebensmittel weiter zu forcieren.“

Bei all diesen Maßnahmen gehe es um Nachhaltigkeit und um die Erhaltung der Strukturen im ländlichen Raum. Jede Maßnahme für einen Landwirt sei eine Maßnahme für die gesamte Gesellschaft, egal ob Ernährung, Erholung oder Erhaltung der Kultur-Naturlandschaft.


Rückfragehinweis: Büros LR Benger/LHStv.in Prettner
Redaktion: Robitsch/Grabner/Böhm