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Kärntner Gespräche zur demokratiepolitischen Bildung

21.10.2016
LH Kaiser ortet viel Orientierungslosigkeit - Demokratie braucht aktives Mitgestalten
Die fünfte Auflage der „Kärntner Demokratiegespräche“, die stets ein zeitliche Nähe zum österreichischen Nationalfeiertag aufweist und damit auch als ein Beitrag zu den Feierlichkeiten zur Wiederherstellung der demokratischen Republik und der österreichischen Unabhängigkeit und Neutralität zu sehen ist, stand heuer unter dem Motto: „Die Sozialen Fragen des 21. Jahrhundert: Erkennen, Benennen, Verändern.“

Landeshauptmann Peter Kaiser nahm am Donnerstagabend an den Kärntner Demokratie-Gesprächen teil, weitere Gesprächspartner waren der frühere Caritas-Präsident Franz Küberl und die Kabarettistin und Poetry-Slammerin Lisa Eckhart. Das Themenspektrum war sehr breit, angesprochen wurden insbesondere Verteilungsgerechtigkeit, Armut, Chancengerechtigkeit, Bildung, Demokratie, Digitalisierung und die Flüchtlingsproblematik.

Der Landeshauptmann wies auf die Verteilungsfrage hin, die sehr drängend sei, auch müsste die Chancengerechtigkeit im Bereich der Bildung erweitert werden. Ganz wenige Menschen seien unvorstellbar reich, während eine große Mehrzahl dagegen wenig oder nichts besitze. „Ich orte eine große Orientierungslosigkeit“, sagte Kaiser. Es fehle weithin eine Grundorientierung, die mehrheitsfähig sei. Weiters sagte er, dass Ansätze zu einer globalen Regierung versucht werden sollten. Der Landeshauptmann forderte auch zu mehr Courage und zum Mitmachen auf. Es gehe darum, aktiv an der Demokratie mit- und weiterzuarbeiten.

Franz Küberl plädierte dafür, dass große Konzerne gemeinsam mit EU, USA und Kanada etwa in Afrika Aufbauarbeit leisten sollten. Die Entwicklungspolitik müsste dahingehend ausgerichtet sein, mehr in die Infrastruktur zu investieren. Auch der Klimawandel sei eine fundamentale Frage, sagte Küberl.

Die Kabarettistin Eckhart meinte, dass es mehr Empörung „nach oben“ geben müsste. Der Einzelne werde öfters überfordert, weil die Strukturen unangetastet blieben. Sie präsentierte zum Abschluss auch ihr „3-Punkte-Programm“, wofür sie viel Applaus erhielt.

Bildungsexperte Heinz Pichler (AK Kärnten) moderierte die gut besuchte Diskussionsveranstaltung. Im Fokus der Kärntner Demokratie-Gespräche stand die zunehmende Ungleichheit, das unaufhaltbare Auseinanderdriften von Reichtum und Armut und eine vielfach beobachtbare Perspektivenlosigkeit, die zunehmend den sozialen Zusammenhalt gefährdet und somit das Fundament demokratischer Gesellschaft.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Foto: LPD/Just