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Kraftvoller Appell der Gesundheitsreferenten: Zugangsbeschränkung zum Medizinstudium vor massiver Lockerung

25.10.2016
LHStv.in Prettner: Künstlich produzierter Flaschenhals ist so rasch wie möglich zu sprengen
Für eine massive Lockerung der Zugangshürde zum Medizinstudium haben sich heute die Landesgesundheitsreferenten bei ihrer Konferenz in Graz ausgesprochen. “Wenn wir hier nicht die Notbremse ziehen, katapultieren wir uns von der einstigen Ärzteschwemme in einen Ärzteengpass - und das nahtlos und hausgemacht“, warnte die Kärntner Gesundheits- und Krankenanstaltenreferentin LHStv.in Beate Prettner.

Eine Entwicklung, die nicht zuletzt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung zum Handeln zwinge. Ein weiterer Faktor komme belastend hinzu: das strikte Arbeitszeitgesetz. "Mit den Zugangsbeschränkungen haben wir einen Flaschenhals erzeugt“, so Prettner. "Jetzt heißt es, umgehend zu handeln, damit wir später nicht mit unserem Latein am Ende sind“, forderte auch Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer.

Mit der Einstimmigkeit aller neun Gesundheitsreferenten wurde ein "kraftvoller Appell" in Richtung Wissenschaftsministerium abgegeben, den es in dieser Form und Deutlichkeit noch nie gegeben habe, hielt der “Hausherr“, der steirische LR Christof Drexler, fest.

Außerdem forderten die Referenten eine Neugestaltung des Auswahlprozesses: Der Test in seiner derzeitigen Form würde die soziale Kompetenz zu wenig berücksichtigen. Anstelle des Aufnahmetests sollte eine Studieneingangsphase angedacht werden, so die Gesundheitsreferenten.

"Das derzeitige Missverhältnis von jungen Menschen, deren Lebenstraum es ist, Arzt zu werden, und den jungen Menschen, die aufgrund der Zugangsbeschränkung tatsächlich Medizin studieren dürfen, muss ausgeräumt werden - und zwar so rasch wie möglich“, meinte Prettner. "Geben wir wieder jungen, motivierten Studenten eine Chance".


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner