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Gedenkfeier für NS-Opfer im Friedhof St. Ruprecht/Völkermarkt

29.10.2016
LH Kaiser mahnt eindringlich, den Anfängen von Gewalt und Terror zu widerstehen – Appell, auch den deutschsprachigen Menschen in Slowenien Verbesserungen zukommen zu lassen
Bei der heutigen Gedenkveranstaltung in Erinnerung an die NS-Opfer der Saualpe am Friedhof St. Ruprecht in Völkermarkt bekräftigte Landeshauptmann Peter Kaiser seine Mahnung, stets aufs Neue gegen Gewalt und Terror im Sinn des „Nie wieder Krieg“ und „Wehret den Anfängen“ entschieden aufzutreten. Eine Gesellschaft, die sachlich die erkenntnisorientiert die Geschichte erkennt, bestärkt damit die Demokratie und die staatliche Rechtsordnung. Dass man sich an diesem internationalen Denkmal am Friedhof St. Ruprecht in Völkermarkt für die im Widerstand gegen den NS-Terror Gestorbenen versammle, zeige, dass die Gedenkkultur verinnerlicht worden sei. Auf der Saualm habe es zudem den einzigen militärischen Widerstand gegen die NS-Herrschaft gegeben.

Das Vermächtnis der Opfer sei es, allen Anfängen zu wehren, gegen Gewalt und Terror aufzutreten und die Freiheit und Demokratie zu schützen, wofür es leider auch aktuelle Anlässe gebe, die an damals erinnern und sehr besorgt machen. Die EU sei in manchen Dingen gefährdet und es brauche eine gemeinsame Kraftanstrengung aller positiven Kräfte, führte der Landeshauptmann aus.

Die Gedenkfeier wurde anlässlich der Umbettung der Saualm-Opfer in ihr gemeinsames Grab im Friedhof St. Ruprecht vor 70 Jahren vom Verband der Kärntner Partisanen organisiert.

Der Landeshauptmann forderte zugleich einen gesamthaften sowie kritisch-differenzierenden Blick auf die Geschichte. Er wies darauf hin, dass es schlimme Ereignisse auch nach dem Krieg, wie die Verschleppungen, gegeben habe. Daher habe er auch an der Gedenkstätte in Liescha in Slowenien teilgenommen. Im Tod seien alle gleich und das Blut färbe den Boden rot, so Kaiser.

„Es ist die Verantwortung, das gesamte Vergangene zu benennen, um den Frieden zu erhalten“, betonte Kaiser. Er stand und stehe für Versöhnung, für das friedliche Miteinander in Kärnten und für die Rechte der slowenischen Volksgruppe. „Doch eine gewissen Anerkennung und Förderung der deutschen Volksgruppe in Slowenien würde vieles erleichtern“, sagte der Landeshauptmann und wies damit auf die nicht vollends zufriedenstellende Lage der Deutschsprachigen in Slowenien hin. Um Demokratie und Freiheit und bewahren, brauche es mündige, aktive Staatsbürger, denn alle hier seien vereint in der Losung „Nie wieder Krieg“ und „Wehret den Anfängen“, appellierte Kaiser.

Das neu sanierte Denkmal bzw. die Grabesstätte gibt Zeugnis vom Widerstand gegen den Nazi-Terror, wie Obmann Milan Wutte sagte. Sie sei für die slowenische Volksgruppe von großer Bedeutung. Wutte dankte allen, die an der Sanierung beteiligt waren, darunter Innenministerium, Land Kärnten und Republik Slowenien. Auch der slowenische Bundesrat Franc Golob war angereist und sprach zur Gedenkstätte und zum Gedenken. Näheres zur Geschichte teilte Zeithistoriker Valentin Sima mit. Er wies u.a. auf zwei Ereignisse auf der Saualm hin, einmal auf den Angriff auf das Glimmer-Bergwerk und dann auf ein Massaker im Ort Lamm, bei dem 34 Menschen getötet wurden. Die genaue Opferzahl und auch Namen der in St. Ruprecht bestatteten Opfer würden fehlen.

Laut Inschrift auf der Grabesstätte wurden hier 83 antifaschistische Widerstandskämpfer aus acht Staaten zur letzten Ruhe gebettet. Die Umbettungsfeier fand am 17. November 1946 statt.

Pfarrer Josef Damej nahm die Segnung der sanierten Gedenkstätte vor. Gesanglich umrahmt wurde der Festakt von der Vokolgruppe Lipa.

Unter den vielen Gästen befanden sich auch Bundesrätin Ana Blatnik, LAbg. Zalka Kuchling, die Konsulin der Republik Slowenien in Klagenfurt, Jasna Goličič Bakovnik und der Generalsekretär des Verbandes der slowenischen Widerstandkämpfer, Aljaž Verhovnik. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrej Mohar.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: kb
Fotos: LPD/Just