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Regierungssitzung 3 – Startups: Kärnten will Alleinstellungsmerkmal schaffen

03.11.2016
LH Kaiser, LR Benger und LR Holub unterzeichneten im Pressefoyer Vertrag mit Firma „Pioneers“ – Ökosystem-Studie rund um Startups als erster Schritt
Startups, also junge, innovative Unternehmen, haben nicht nur die Ideen für Morgen, sondern schaffen auch die Arbeitsplätze der Zukunft. Und das soll verstärkt in Kärnten passieren. Die Landesregierung hat heute, Donnerstag, einstimmig beschlossen, dafür die von zwei Kärntnern in Wien gegründete Firma „Pioneers“ ins Boot zu holen. Landeshauptmann Peter Kaiser, Wirtschaftslandesrat Christian Benger und Landesrat Rolf Holub haben im Pressefoyer den entsprechenden Vertrag mit „Pioneers“-Chef Andreas Tschas unterzeichnet (auch Technologiereferentin LHStv.in Gaby Schaunig wird ihn noch unterschreiben). Dieser betrifft vorerst die Startphase bis Dezember, 15.000 Euro fließen in die Ersterhebungen für ein Konzept. Konkret geht es um eine Ökosystem-Studie. Tschas erklärte, dass man Startups, Investoren, etablierte Firmen, Förderinstitutionen und Medien „in Einklang bringen“ wolle. „Unser Ziel sind viele Gründungen, genug Kapital sowie, dass internationale Firmen auf Kärnten aufmerksam werden und sich hier ansiedeln“, sagte er.

Kaiser verwies auf Kärntens Erfahrungen und Erfolge im Bereich des build! Gründerzentrums. „Mit ‚Pioneers‘ wollen wir jetzt den nächsten Schritt setzen, eine starke Basis und ein Alleinstellungsmerkmal schaffen sowie Schwerpunkte setzen“, meinte er. Das Triple-I aus Innovation, Internationalisierung und Investitionen sowie Kärntens Positionierung im Herzen der Alpen-Adria-Region sieht der Landeshauptmann als wesentliche Aspekte. Eine von Tschas bereits konkret angesprochene Idee sei ein „Pioneers Lakefestival“.

Für Wirtschaftslandesrat Benger ist Kärnten am richtigen Weg. Das Wirtschaftsreferat kooperiere schon länger mit „Pioneers“, es seien auch schon Kooperationen von Kärntner Leitbetrieben mit Startups initiiert worden. Wie auch Benger ausführte, solle das gesamte Ökosystem um die Startups in das Konzept eingebunden werden, zum Beispiel auch das CTR und der Lakesidepark. „Wir wollen die volle Kraft für die Wirtschaft von Morgen auf den Boden bringen, internationale Strahlkraft erzeugen und Kärnten zum Alpen-Adria-Startup-Hub machen“, so Benger.

Für Holub ist Kärnten nach der Heta-Lösung am Weg in die Zukunft. Kärnten habe viel Know-how im innovativen Bereich oder auch bei erneuerbaren Energien. Ein Qualitätsvorsprung sei auch, dass es ein schönes Land mit guter Luft und sauberem Wasser sei. Junge Unternehmen, die zu einem großen Teil im Internet agieren, können das auch „im schönsten Land der Erde“ machen, meinte der Umweltreferent augenzwinkernd. „Im Bereich der Startups wird etwas passieren – und wir wollen, dass es hier bei uns passiert“, so Holub.

Tschas, er stammt aus Eisenkappel, erklärte, dass „Pioneers“ ein großes weltweites Netzwerk aufgebaut habe und bereits in über 60 Städten der Welt präsent sei. Der zweite Kärntner an der Unternehmensspitze heißt Jürgen Furian. Man müsse bereits jetzt über die Jobs der nächsten 20 Jahre nachdenken. Studien würden davon ausgehen, dass 50 Prozent der bestehenden Arbeitsplätze irgendwann automatisiert werden. Danach würden aber mehr neue Jobs entstehen. „Die Frage ist, wo das passiert. Es passiert in Regionen, die schon jetzt die richtigen Schritte setzen“, betonte der „Pioneers“-Chef.

Kärnten müsse laut Tschas auf Internationalität setzen, man wolle Investoren für den Standort begeistern, neue Jobs und Perspektiven für Junge schaffen. Es werde Veranstaltungen geben und gezielte Projekte mit Firmen. „Die Kärntner Story wollen wir auch auf den ‚Pioneers Festivals‘ mit rund 3.000 Teilnehmenden Anfang Juni 2017 in Wien erzählen. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Aufmerksamkeit auf Kärnten lenken können“, so Tschas, der aber auch einräumte, dass es Zeit brauche bis es wachse. Seine Definition von Startup ist übrigens: technologieorientiert, schnell wachsend, hat die Vision, den globalen Markt zu bedienen.


Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR Benger/LR Holub
Redaktion: Markus Böhm 
Fotohinweis: LPD/Bauer