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Regierungssitzung 5 - Seenstudie zeigt Potenzial freier See-Zugänge auf

03.11.2016
LR Benger informierte über Seenstudie - Regierung setzt sich gemeinsam für mehr freie Zugänge ein
Kärnten ist ein Land der Seen. Dieser Umstand erweckt bei Urlaubsgästen eine Erwartungshaltung, die weit übers Baden hinausgeht und die Seen tragen auch maßgeblich zur Lebensqualität der Kärntnerinnen und Kärntner bei. „Aber zugänglich und erlebbar müssen sie sein und das das ganze Jahr. Wir wollen Meter um Meter Seegrund für die Öffentlichkeit zurückerobern“, erklärte LR Christian Benger heute, Donnerstag, in der Pressekonferenz nach der Regierungssitzung dazu. Gemeinsam wolle sich die Regierung dafür einsetzen. Die Tourismusstrategie des Landes gäbe vor, dass Kärntens Seen ganzjährig erlebbar sein müssen, weil Gäste nicht nur baden wollen, sondern den See auch während einer Wanderung, einer Radtour, beim Essen oder sogar beim zwischendurch Arbeiten genießen wollen.

Es sei deshalb notwendig geworden, den Status Quo zu erheben und einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten, wie die vermehrte Zugänglichkeit unserer Seen umgesetzt werden könne. Eine entsprechende Studie wurde vom Tourismusreferenten Ende Juni, gemeinsam mit Kärnten Werbung, Wirtschaftskammer, Tourismusregionen und der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Auftrag gegeben.

Im Rahmen der Regierungssitzung informierte Benger über die ersten Ergebnisse dieser Studie, die von Kohl & Partner durchgeführt wurde. „Wir haben nicht nur den Status Quo am Tisch liegen, sondern einen Maßnahmenkatalog und vor allem wurden wichtige Fragen, wie Haftungen, Wartung, Pflege und vieles mehr behandelt und gelöst“, betonte Benger. Die fertig gestellte Studie will er dann in einer der nächsten Regierungssitzungen zur Beschlussfassung vorlegen.

Die zehn größten Kärntner Seen verfügen laut der Erhebung über 150 öffentliche Uferflächen mit einer Uferlänge von über 13 Kilometern. Aber nur 40 dieser Flächen sind freie Seezugänge.

Prinzipiell unterscheidet die Studie vier verschiedene Arten von Seezugängen: öffentliche Uferflächen, die im Eigentum von Gemeinden oder dem Land stehen; freie Seezugänge ohne Anlagen; freie Seezugänge mit Anlagen wie WC, Stege, Bänke und schließlich öffentliche Strandbäder.

Das Ziel der Studie, des Tourismus, der Regierung sei laut Benger ganz klar: Mehr freie Seezugänge. Um diese zu erreichen, weißt die Studie kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen aus.

Hauptfrage blieb die Haftung für öffentliche Seezugänge. „Wie beim Moutainbiken auf privaten Wegen könnte es eine landeweite Haftpflichtversicherung geben“, erklärte Benger.

Auch eine Unterstützung für die Gemeinden, wie jetzt aus dem erstmals zur Verfügung stehenden Berg-Rad-See-Topf im Gemeindereferat, soll es geben, damit Seen abseits vom Baden genutzt werden. Eine Verlängerung der Öffnungszeiten von Strandbädern gehöre genauso dazu wie eine Revitalisierung vieler Bäder. „Warum nicht im Herbst im Strandbad essen, oder ein bisschen Rasten? Wir müssen den Freizeitmöglichkeiten und Bedürfnissen gerecht werden“, so Benger.

Weiters könnten relativ einfach öffentliche Uferflächen in freie Zugänge umgewandelt werden, dort bauliche Maßnahmen erfolgen und die Inszenierung der Uferfläche gestaltet werden.

Auch private Seezugänge, eventuell Strandbäder von Hotels, könnten für einen öffentlichen Zugang außerhalb der Badezeiten gewonnen werden.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Stirn