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61. Jahrgang des Statistischen Handbuches des Landes Kärnten liegt vor

04.11.2016
LH Kaiser dankt Peter Ibounig und seinem Team für das Kärntner Nachschlagewerk
 Das von der Landesstelle für Statistik beim Amt der Kärntner Landesregierung erarbeitete Statistische Handbuch wurde dieser Tage bereits in seiner 61. Auflage der Öffentlichkeit vorgestellt. Dem Grundsatz folgend, dass Informationen auf gesicherten Datengrundlagen einen Eckpfeiler unserer modernen Wissensgesellschaft darstellen, bietet dieses „Standardwerk der Landesverwaltung“ alljährlich der Politik, Verwaltung, darüber hinaus aber auch der interessierten Bevölkerung, eine hochwertige und umfangreiche Datensammlung über das Bundesland Kärnten an. Darin nachzulesen sind objektive Informationen über demografische, soziale und wirtschaftliche Strukturen des Landes in übersichtlicher Form.

„Wir ertrinken in Informationen, aber hungern nach Wissen": Um diesem Ausspruch des Zukunftsforschers John Naisbitt entgegen zu wirken, erstellt die Landesstatistik alljährlich eine umfangreiche und hochwertige Datensammlung“, sagt Landeshauptmann Peter Kaiser. „Das Statistische Handbuch des Landes Kärnten ist ein beliebtes und häufig nachgefragtes Standardwerk der Landesverwaltung". Es soll nicht nur der Politik und Verwaltung als Planungs- und Entscheidungsgrundlage dienen, sondern auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern als zuverlässige Orientierungshilfe. Neben einer Fülle an aktuellen Daten enthalte es auch viele fortgeführte Zeitreihen, aus denen sich interessante Entwicklungen ableiten lassen.

„Hohe Benutzerfreundlichkeit, fernab von trockenen Rechenbeispielen steht im Mittelpunkt und für den aufmerksamen Leser gibt es auch die eine oder andere Überraschung“, meint Kaiser, der dem engagierten Team der Landesstatistik um Leiter Peter Ibounig dankt. Durch die seit dem Jahre 1955 publizierte Reihe, können auch viele Entwicklungen in der Nachkriegsgeschichte unseres Landes dargestellt werden – ähnlich einem „Spiegel der Zeitgeschichte“. So stellt sich auch immer wieder heraus, dass hinter den vordergründig trockenen Zahlen bei näherer Betrachtung „Leben und Bewegung“ erkennbar werden. Ein Auszug daraus mag die interessantesten Entwicklungen verdeutlichen.

Überblickt man die Zeitspanne von 6 Jahrzehnten, so fällt auf, dass Kärnten…
- im Jahre 1955 rund 478.500 Einwohner beheimatet hatte, 60 Jahre später mit Stand 1.1.2016 jedoch 560.500. Daraus errechnet sich ein Bevölkerungsanstieg von 82.000 Personen oder 17 %.
- im Jahre 1955 einen Geburtenüberhang von 5.000 verzeichnet hatte, wogegen 2015 die Sterbefälle die Geburten um 1.380 überwogen.
- vor 60 Jahren mit einer Unehelichenquote von 19 % an zweiter Stelle der Bundesländer (hinter Salzburg) gelegen war, heute aber mit 53 % österreichweit die Spitzenposition einnimmt.
- 1955 einen negativen Wanderungssaldo von 1.000 Personen verzeichnet hatte, 2015 aber eine Nettozuwanderung von 4.200 vorgelegen war, wobei dies nicht zuletzt auf eine erhebliche Zahl an Asylanten zurückzuführen war.
- große Veränderungen in der Haushalts- und Familienstruktur verzeichnen musste: War vor 60 Jahren noch die Großfamilie weit verbreitet, haben heute 72 % der Familien maximal ein Kind. Dafür leben 92.000 Personen als Singles in Einpersonen-haushalten.
- eine enorme Ausweitung in der mittleren Lebenserwartung erfahren hatte, denn seit dem Jahre 1955 erhöhte sich diese bei den Männern um 14, bei den Frauen um 13,5 Jahre.
- in den letzten 60 Jahren eine Verdreifachung der niedergelassenen Ärzte – von 450 auf 1.400 (Praktische Ärzte, Fachärzte und Zahnärzte zusammen) – verzeichnet hatte.
- im Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (zwischen 1951 und 2013) in etwa eine Halbierung (von 33.500 Bauernhöfen auf 17.500) hinnehmen musste.
- Im Jahresdurchschnitt 1955 knapp 125.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem Beschäftigtenverhältnis standen, gegenwärtig gehen rund 207.000 einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nach.
- Ende 1955 insgesamt 9.600 Personenkraftwagen gemeldet waren, heute sind es 345.000. Entfiel Mitte der 50er Jahre 1 Pkw auf 50 Einwohner, so kommen heute zwei Pkw’s auf drei Einwohner.
- trotz des weit geringeren Verkehrsaufkommens im Jahre 1955 insgesamt 166 Tote auf Grund von Straßenverkehrsunfällen verzeichnet werden mussten, wogegen sechs Jahrzehnte später diese Zahl auf 40, auf weniger als ein Viertel, zurück gegangen war.
- im Fremdenverkehrsjahr 1955/56 rund 3,6 Mio. Übernachtungen registriert wurden, wogegen man heuer von 12,6 Mio. Übernachtungen ausgehen kann. Der Höhepunkt der touristischen Entwicklung wurde in Kärnten allerdings schon im Jahre 1980 mit knapp 19 Mio. Übernachtungen erreicht.
- vor 60 Jahren rund 65.000 Pflichtschüler aufzuweisen hatte, derzeit sind es auf Grund des Geburtenrückganges nur noch 20.300.
- im Bereich des Feuerwehrwesens eine Ausweitung von 11.300 aktiven Feuerwehr-mitgliedern auf knapp 19.000 erfolgt war.
- größere Veränderungen in der Verwaltungsstruktur stattgefunden haben: Die Zahl der Gemeinden sank in den letzten 60 Jahren von 241 auf 132, die Zahl der Gerichts-bezirke von 26 auf 11, die Zahl der Standesämter von 213 auf 132. Lediglich die Zahl der Politischen Bezirke wurde um einen erhöht (Bezirk Feldkirchen, vorher politische Expositur von Klagenfurt Land).

Diese und noch viele weitere interessante Informationen über das Land Kärnten und seine Bewohner können dem neu erschienenen Statistischen Handbuch des Landes Kärnten, 61. Jahrgang 2016, in der Zusammenschau mit der langjährigen Bericht-erstattung, entnommen werden. Der im Verlag Johannes Heyn herausgegebene Band kann auch über den Buchhandel bezogen werden. Darüber hinaus steht die gesamte Reihe vom ersten bis zum 61. Band allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Einsichtnahme in der Landesstelle für Statistik beim Amt der Kärntner Landesregierung zur Verfügung.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Dr. Peter Ibounig
Redaktion: kb