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Wolfsberg ist internationale Konferenzstadt zur Metallausbildung

07.11.2016
LH Kaiser bei Kongresseröffnung: Herausforderungen der Digitalisierung annehmen und niemanden alleine lassen
Die größte internationale Konferenz der Metallausbildung, der „Vocational Education Metal Congress“, findet gerade zum zweiten Mal in Wolfsberg statt. Insgesamt werden rund 400 Teilnehmende und Referierende aus circa 20 europäischen Nationen und sogar aus China erwartet. Ziel der Veranstaltung sind Impulse für die Bildung in Europa. Anhand der Metallausbildung soll gezeigt werden, wie wichtig die duale Ausbildung – auch in Bezug auf eine niedrige Jugendarbeitslosigkeit – ist. Themen der Konferenz sind natürlich auch die weitere Entwicklung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung, Industrie 4.0 und Bildung 4.0. Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser eröffnete heute, Montag, die Veranstaltung im KUSS Wolfsberg. Die Konferenz dauert bis einschließlich Freitag. Wolfsberg ist Fachberufsschulstandort mit dem Bereich Metalltechnik – im aktuellen Schuljahr werden hierin insgesamt 453 Lehrlinge in der Lavant-Metropole beschult.

Kaiser betonte in seinen Grußworten, dass es darum gehe, das Triple I, also Innovation, Internationalisierung und Investitionen, um ein viertes I, nämlich das Image Kärntens zu ergänzen. Diese Bemühungen würden sich auch in dieser Konferenz wiederspiegeln. Kaiser meinte, dass wir vor entscheidenden Weichenstellungen stehen, und zwar nicht nur in der Bildung sondern auch gesellschaftspolitisch. Industrie 4.0 und Bildung 4.0 würden mit einer Gesellschaft 4.0 einhergehen. „Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt revolutionieren, und zwar schneller als die vorangegangenen Revolutionen. Wir wollen möglichst niemanden auf diesem Weg alleine lassen oder verlieren“, so Kaiser. 4.0 könne man nicht mit einer Abwehrhaltung oder dem Negieren von Entwicklungen entgegentreten, man müsse sich den Herausforderungen offensiv stellen. Kaiser dankte den Konferenzverantwortlichen für ihre wichtige Arbeit in diese Richtung und im Sinne des dualen Ausbildungssystems.

Herbert Eile sprach als Obmann von „EdUcation“ – Verein für internationale Zusammenarbeit im Lavanttal und als Projektkoordinator des Bildungsnetzwerkes „EcoMEDIAeurope“ . Er sagte, dass das duale Ausbildungssystem Österreichs ein Vorzeigemodell in Europa sei. Eile stellte „EcoMEDIAEurope“ näher vor und verwies auch auf die Chancen, die das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ mit sich bringe.
Für das Bildungsministerium sprach Christoph Dorninger. Er betonte, dass das duale Ausbildungssystem sich positiv auf Wirtschaft und Arbeitsmarktdaten auswirke, insbesondere im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit. Es sei auch Vorbild in Europa – aktuell beispielsweise in Großbritannien. Dieses System gelte es zu bewahren. Dorninger verwies auf die Lehre mit Matura die in Kärnten sehr gut funktioniere. Im beruflichen Sektor sehe er auch eine große Chance, Flüchtlinge zu integrieren. Er kündigte zudem an, dass das Bildungsministerium einen Schwerpunkt auf „digital skills“ setzen werde.

Eröffnungsreden hielten außerdem Nikolaus Sifferlinger von der Montanuniversität Leoben, Kärntens amtsführender Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, Ursula Panuschka von der Nationalagentur Lebenslanges Lernen, Bernhard Plasounig von der Wirtschaftskammer Kärnten und Wolfsbergs Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz. Über den Konferenzablauf informierte Wolfsbergs Berufsschuldirektor Norbert Aichholzer.

Kongressveranstalter ist „EdUcation“ – Verein für internationale Zusammenarbeit im Lavanttal in Kooperation mit dem Bundesministerium für Unterricht und Familie sowie der Fachberufsschule Wolfsberg. „EdUcation“ ist Teil des europäischen Bildungsnetzwerkes „EcoMEDIAeurope“ mit Partnern aus 26 Staaten Europas, wodurch Synergieeffekte genutzt werden können. Mitveranstalter sind neben dem Land Kärnten unter anderem Regionalmanagement Lavanttal, Montanuniversität Leoben, Pädagogische Hochschule Kärnten, Landesschulrat für Kärnten, Bfi – Berufsförderungs-institut, Technische Akademie St. Andrä, HTL Wolfsberg, MAHLE Lehrwerkstätte Bleiburg.

Infos und Konferenzprogramm unter www.educationlavanttal.at und www.ecomedia-europe.net


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: Büro LH Kaiser