News

LOKAL

„Franz Wallack und die Traumstraße auf den Großglockner“

11.11.2016
LH Kaiser und LR Benger bei Ausstellungseröffnung im Landesmuseum
 2016 jährt sich zum 50. Mal der Todestag des Erbauers der Großglockner Hochalpenstraße, Franz Friedrich Wallack (1887–1966). Das Landesmuseum Kärnten und die Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) widmen dem Visionär und Pionier die gemeinsame Ausstellung „Franz Wallack und die Traumstraße auf den Großglockner“. Zu sehen ist sie bis 30. April 2017, gestern, Donnerstag, am Abend wurde sie vor zahlreichen interessierten Gästen von Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit Kulturlandesrat Christian Benger und GROHAG-Generaldirektor Johannes Hörl eröffnet. Schon auf der noch grünen Wiese vor dem Museum lädt ein ungewöhnlicher Blickfang zum Besuch der vielschichtigen Ausstellung ein: Eine große, blaue Rotations-Schneefräse. Das von Wallack entwickelte Gerät wird für die spektakuläre Schneeräumung auf der Großglockner Hochalpenstraße verwendet.

Kaiser betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Wallack als Beamter sehr viel für Kärnten geleistet habe. 1913 habe er bei der Flussverbauung an der Gail begonnen, sei im Straßen-, Kraftwerks- und Wasserbau tätig gewesen. Auch Seilschwebebahnen, wie jene auf die Gerlitzen, würden in vielen Teilen seine Handschrift tragen. Kaiser verglich den vielfach versierten Visionär sogar mit Leonardo da Vinci: „Franz Friedrich Wallack ist Verbindendes und Bewunderndes gelungen.“ Der Landeshauptmann verwies noch auf einen Ausspruch des in Wien geborenen Planers: „Man kann auch Kärntner sein, ohne hier geboren zu sein.“ Die Großglockner Hochalpenstraße habe er bereits zweimal mit dem Rennrad im Zuge der Großglockner Bike Challenge bewältigt, erzählte Kaiser. In Anspielung auf Brechts „Fragen eines lesenden Arbeiters“ meinte der Landeshauptmann, dass man diese außergewöhnliche Straße „einer hervorragenden Persönlichkeit im Ensemble mit vielen fleißigen Hirnen und Händen“ verdanke. Damit wolle er neben Wallack auch den rund 3.000 Arbeitern Tribut zollen, die die Straße unter schwierigsten Umständen errichtet haben.

Benger zeigte sich fasziniert vom vielen Publikum bei der Ausstellungseröffnung: „Das Landesmuseum lebt.“ Der Großglockner sei ein buchstäblich großes Thema und die Ausstellungsverantwortlichen hätten viel Gespür dafür bewiesen, was die Menschen interessiert. Wallack bezeichnete der Kulturreferent als zielstrebigen, sensiblen und feinfühligen Menschen. Die Großglockner Hochalpenstraße verbinde Kärnten und Salzburg und werde von jährlich rund einer Million Touristen genutzt, sagte Benger auch als Tourismuslandesrat. „Befahren und erleben Sie diese Straße, sie ist großartig“, betonte der leidenschaftliche Motorradfahrer. Besonders freue er sich, dass die Großglockner Hochalpenstraße – wie von Generaldirektor Hörl berichtet – am Weg zum UNESCO-Welterbe sei.

Hörl betonte auch, dass Wallack „die schönste Straße der Welt“ bauen wollte. Sie sollte der Natur nicht den Rang ablaufen, die bestmögliche Verbindung von Natur und Technik sein sowie schöne Ausblicke ermöglichen. Der Generaldirektor sagte, dass die Wallack-Ausstellung just bis zu dieser Zeit laufe, an der die Hochalpenstraße nach der Schneeräumung wieder für den Verkehr freigegeben wird.

Über die Ausstellung informierten Museumsdirektor Thomas Jerger und Kurator Martin Stermitz. Stermitz skizzierte den Charakter und das Leben Wallacks bereits in dessen Kindheit beginnend. Er strich die Konsequenz des Visionärs hervor, der ein unermüdlicher Kämpfer für seine Projekte gewesen sei und sich immer wieder gegen Widerstände durchgesetzt habe. Laut Jerger zeigt die Ausstellung den Franz Friedrich Wallack persönlich – seine vielfältigen Facetten, aber auch Marotten.

1925 begannen die Planungen für die Großglockner Hochalpenstraße, die 1935 eröffnet wurde. Die Sonderausstellung im Landesmuseum beschäftigt sich mit dem Erbauer, Erfinder, Fotografen und Menschen Franz Wallack. Im Stiegenhaus des Museums zieht ein an die Wand projizierter Film einer Fahrt über die Hochalpenstraße die Blicke auf sich. Ein Highlight ist das Ehrenbuch vom 3. August 1935, das die Namen von Politikern, Verantwortlichen, Ingenieuren sowie der rund 3.000 Arbeiter enthält. Es gibt historische Filme und Fotos zu sehen, viele von Wallack selbst gefertigt. Zum Teil der Ausstellung wurde u.a. auch das mächtige Großglockner-Relief von Paul Gabriel Oberlercher aus dem Jahr 1893.

Bei der Ausstellungseröffnung gesehen wurden u.a. der zweite Landtagspräsident Rudolf Schober, Nationalparkdirektor Peter Rupitsch, Christian Wörister vom Nationalparkzentrum Hohe Tauern, Kärnten Werbung-Chef Christian Kresse, Joachim Gfreiner vom Alpenverein, Bischofsvikar Gerfried Sitar und Reinhold Gasper. Letzterer initiierte eine Gedenktafel am einstigen Wohnhaus Wallacks in der Klagenfurter Achazelgasse 5. Dort hat der Visionär die Pläne für die Hochalpenstraße gezeichnet.

Infos unter www.landesmuseum.ktn.gv.at


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Landesmuseum Kärnten
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: LPD/Just