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WIRTSCHAFT

Die Energiewende ist unausweichlich

16.11.2016
Finanzreferentin LHStv.in Schaunig, Energiereferent LR Holub, und Landtagspräsident Rohr in Velden bei Konferenzeröffnung „Erneuerbare Energie Kärnten 2016“
Dekarbonisierung & Big Data. Mit diesem Thema beschäftigen sich rund 300 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft heute, Mittwoch, bei der „Konferenz Erneuerbare Energie“ der Kelag im Casineum Velden. Seitens der Landesregierung bzw. des Landtages nahmen daran Finanzreferentin LHStv.in Gaby Schaunig, Energiereferent LR Rolf Holub und Landtagspräsident Reinhart Rohr teil. Die Tagung hat sich in den letzten elf Jahren zu einer anerkannten Plattform für den Austausch von Informationen und Meinungen sowie für interessante Diskussionen entwickelt.

Für Schaunig ist die Kelag als Landesenergieversorger seit ihrer Gründung im Jahr 1923 ein innovatives Unternehmen, das stets neue Themen aufgegriffen hat und auch für die Zukunft gerüstet ist. „Als kleines Unternehmen mit unter 30 Mitarbeitern und einem Dutzend Trafostationen hat man sich seit dem Betriebsstart mit regenerativer Energie beschäftigt“, warf die Finanzreferentin einen Blick zurück. Als weitere Meilensteine der Firmengeschichte hob sie „Strom für jedes Dorf“ im Jahre 1955, die hervorragende Lehrlingsausbildung, pro Jahr werden 120 Lehrlinge ausgebildet, seit dem Jahr 1957 bzw. die Partnerschaft mit der RWE seit dem Jahr 2005 hervor. Dass das Unternehmen, mit einer direkten Wertschöpfung von 580 Millionen Euro, ein wichtiger Wirtschaftsbetrieb, von dem das Land Kärnten über die Energieholding als Miteigentümer profitiere, wurde von der Finanzreferentin ebenfalls thematisiert. „Zehn Millionen Euro Dividende sind für Kärnten wichtig“, so Schaunig.

In Bezug auf das heurige Tagungsthema stellte Schaunig fest, dass die Energiewende unausweichlich sei, und dass die Daten- und Versorgungsicherheit die Zukunftsthemen seien. „Wir befinden uns bereits mitten in der Digitalisierung. Für sie und die Dekarbonisierung werden künftig viel Vertrauen in die Steakholder notwendig sein“, betonte die Landeshauptmannstellvertreterin.

Dass das Pariser Klimaabkommen als globales, ambitioniertes und rechtsverbindliches Vertragswerk für den Klimaschutz von manchen Staaten noch immer nicht ernst genommen werde, kritisierte Holub. „Der Klimawandel hat sich bereits auf die Lebensweise von über 90 Tierarten ausgewirkt. Auch die Karbonisierung wird leider weiter betrieben, die Dummheit hat noch lange nicht aufgehört“, stellte er unmissverständlich fest. Damit es ein Umdenken gäbe und die Klimaziele erreicht werden können, sei eine noch intensiverer Vernetzung notwendig. Damit Kärnten im Jahr 2025 seine Energiemasterplanziele, im Bereich der Strom- und Wasserversorgung 100 Prozent erneuerbare Energieträger einzusetzen, erreicht, sei es unumgänglich bei der Energieeffizienz und Energieeinsparung einen großen Beitrag zu leisten.

Rohr erwähnte, dass die Kelag im Bereich der Dekarbonisierung und der Digitalisierung bereits beispielgebend sei. „1.330 Mega Watt oder 95 Prozent der Energie der Kelag kommen bereits aus Erneuerbarer Energie“, so Rohr. Um die Klimaziele zu erreichen werde künftig nicht der massenhafte sondern der intelligente Stromverbrauch notwendig sein. In Bezug auf die Energietarife ließ der Landtagspräsident mit einem Apell aufhorchen. „Mehrere Stromtarife sind gut für die Stromkunden. Kärnten sollte zu einem Bestpreis für die Bevölkerung kommen“.

Für Kelag-Aufsichtsratsvorsitzenden Gilbert Isepp sind die Dekarbonisierung und Digitalisierung unabwendbar. „Sie werden eine effektivere Stromnutzung ermöglichen, erfordern aber neue Geschäftsmodelle“, betonte er. Der Kelag attestierte er, dass sie die Herausforderungen am Energiemarkt früh erkannt habe, und mit ihrem ständig wachsenden Produktangebot an die Kunden darauf reagiert habe. „Die Ära der reinen Kilowatt-Stunde gehört der Vergangenheit an“, so Isepp.

Kelag-Vorstand Manfred Freitag betonte, dass es seit dem Pariser Klimaabkommen ein Klimaziel gäbe „Wir müssen global denken und regional handeln. Wir sind auf Veränderungen und Herausforderungen vorbereitet, müssen agieren nicht reagieren. Um die Energie effizient einsetzen zu können, werde man verstärkt erneuerbare Energieträger nutzen müssen. „Möglich sein wird das nur durch die Digitalisierung aller Bereiche der Energiesysteme“, so Freitag.

Bei der Konferenz setzten sich sieben Vortragende aus Deutschland und Österreich mit Themen wie "Digitalisierung der Energiesysteme", "Big Data in der Gesellschaft", "Sicherheit trotz Datenfluss"... auseinander. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „Big Data- Chance oder Risiko?“


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig, LR Holub, Landtag
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/Raunig