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POLITIK

27. Volksgruppenkongress beleuchtet Rolle der Volksgruppen in globalisierter Welt

18.11.2016
LH Kaiser: Volksgruppen-Rolle hat sich in digitalisierter Welt gewandelt – Miteinander und Fairplay müssen weiterhin auf gleicher Augenhöhe stattfinden

Im Klagenfurter Konzerthaus wurde heute Freitag von Landeshauptmann Peter Kaiser der XXVII. Europäische Volksgruppenkongress offiziell eröffnet. Er steht im heurigen Jahr unter dem Motto „Globalisierung - Fairplay für Volksgruppen?“

Der Landeshauptmann beleuchtete in seiner Rede die Volksgruppendynamik der letzten Jahre sowohl innerhalb der Europäischen Union als auch in Kärnten. „Sie ist in der EU, die viel für Volksgruppen getan hat, ein neues Wesensmerkmal und relevant. Alle haben dadurch die Chance, eine weitere zusätzliche Identität zu bekommen“, lautete seine Analyse. In Bezug auf Kärnten hob Kaiser hervor, dass es im Verhältnis zur Volksgruppe viele Fortschritte gegeben habe und dass sich einiges durch dialog- und vertrauensstiftende Maßnahmen und Projekte verändert habe. „Die politisch Verantwortlichen werden alles tun, dass diese positive Entwicklung auch künftig fortgesetzt wird“, betonte Kaiser.

Das heurige Kongressthema spiegelt für den Landeshauptmann wider, dass sich die Rolle der Volksgruppen in der digitalisierten Welt und des Internets gewandelt habe. „Was früher anonym und regional beschränkt war, wie beispielsweise das Eintreten für Minderheitenrechte und die Sprache, kann nun im Internet an allen Orten abgerufen werden“, so Kaiser. Trotz dieser rasanten technischen Entwicklung müssten künftig das Miteinander, das Fairplay und der Respekt aufh gleicher Augenhöhe stattfinden.

Erfreut stellte der Landeshauptmann fest, dass der Kongress immer mehr an internationaler Breite gewinne. Neben den internationalen und nationalen Kongressreferenten begrüßte er ganz herzlich ukrainische Delegationsteilnehmer aus Czernowitz und Kiew, aus den rumänischen Städten Sibiu, Reschitz und Bistritz und Schülerinnen und Schüler des BG/BRG für Slowenen und des Europagymnasiums Klagenfurt.

Der Kongress des Landes Kärnten wird seit über 25 Jahren vom Volksgruppenbüro organisiert und durchgeführt. Sein Ziel und Bestreben ist es, aktuelle europäische Volksgruppenthemen mit Fachbeiträgen zu beleuchten. Seither haben rund 300 nationale und internationale Experten Vorträge gehalten.

Im heurigen Jahr referierten Politikwissenschaftsprofessor Alexander Mirescu von der St. Peter University Jersey City (USA), Ursula Plassnik, österreichische Botschafterin in Bern, der hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Valentin Inzko, Univ. Prof. Gudrun Biffl von der Donau Universität Krems, die Leiterin des Referats „Interkultureller und interreligiöser Dialog“ des österreichischen Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres, Aloisia Wörgetter, der Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten, Loránt Vincze, aus Flensburg, der Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Benjamin Józsa, und der Generalsekretär des Zentrums für globale Herausforderungen und Innovationen der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Miroslav Polzer.

Von Landesamtsdirektor Stellvertreter Markus Matschek wurden die Vertreter der Politik, der Kirche, des diplomatischen Korps, der Volksgruppe und der Konsensgruppe, des Militärs und der Verwaltung begrüßt.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/ Peter Just