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POLITIK

Wenn die Psyche in die Pension zwingt

18.11.2016
Frauenreferentinnen-Konferenz in Graz fordert auf Antrag von LHStv.in Prettner die Schaffung von kostenfreien und frauengerechten Psychotherapieplätzen
Immer häufiger führen psychische Erkrankungen in die Invaliditätspension (I-Pension). Bereits ein Drittel aller I-Frühpensionierungen ist darauf zurückzuführen, Tendenz weiter steigend. „Auffallend ist, dass Frauen viel öfter betroffen sind: Während bei 26 Prozent der männlichen Bezieher der I-Pension eine psychische Erkrankung als Ursache angeben wird, sind es bei Frauen mit 46 Prozent fast doppelt so viel“, erklärt LHStv.in Beate Prettner. Das heißt, dass fast jede zweite weibliche Invaliditätspension psychische Ursachen hat. „Hier heißt es, aktiv zu werden – und gezielt mit psychotherapeutischen Maßnahmen entgegenzusteuern“, so Prettner. Bei der heute, Freitag, in Graz stattgefundenen Frauenreferentinnen-Konferenz hat sie daher den Antrag auf Schaffung von zusätzlichen kostenfreien und frauengerechten Psychotherapieplätzen eingebracht. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Darüber hinaus wurde das Gesundheitsministerium aufgefordert, Maßnahmen einzuleiten, um für die Früherkennung psychischer Erkrankungen zu sensibilisieren und dadurch einen verbesserten Zugang zu psychotherapeutisch ausgebildeten ExpertInnen zu ermöglichen. Derzeit sind Therapieangebote auf unterschiedliche Rechtsträger und Organisationen verteilt, es fehlt eine Koordination zwischen den Diensten. „Teilweise sind die verschiedenen Berufsgruppen, die mit psychischen Erkrankungen konfrontiert sind, mangelnd vernetzt“, sagt Prettner. Die Situation würde nunmehr einen kollektiven Kraftakt erfordern. „Zum einen geht es um jedes einzelne menschliche Schicksal, zum anderen auch um immense Kosten für Wirtschaft und Staat, die eine unzureichende Behandlung zunächst durch Krankenstände, dann durch Frühpensionen nach sich zieht.“


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner