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POLITIK

Altersteilzeit für Vertragsbedienstete ist Erfolgsmodell

19.11.2016
Acht Vereinbarungen im Jahr 2016 abgeschlossen – LH Kaiser und ZPV-Obmann Nischelwitzer: Projekt wird auch 2017 fortgeführt – Mehr als 93.000 Euro in einem Jahr gespart
Als gewinnbringend für beide Seiten erweist sich die Möglichkeit der Altersteilzeit für Vertragsbedienstete des Landes Kärnten. Acht solcher Vereinbarungen konnten heuer bereits abgeschlossen werden, die Einsparung beläuft sich für das Jahr 2016 auf mehr als 93.000 Euro – das gab heute, Samstag, Personalreferent LH Peter Kaiser bekannt. Das Projekt war vorerst auf ein Jahr befristet und wird laut Kaiser und dem Obmann der Zentralpersonalvertretung, Gernot Nischelwitzer, auch 2017 weiter angeboten. Für 2017 gibt es bereits drei Interessenten.

Angeboten wurde seit Jänner 2016 das Modell der sogenannten „kontinuierlichen Altersteilzeit“. Diese umfasst eine regelmäßige Reduktion der Wochendienstzeit der Mitarbeiter bis zum Ende ihrer Berufslaufbahn. Um Kosten zu sparen, sind die Vereinbarungen an die Voraussetzung gekoppelt, dass die entfallene Arbeitskraft nicht nachbesetzt wird und es zu keinen zusätzlichen Ausgaben durch Mehraufwand der Kollegen kommt.

„Wir haben wie geplant eine Win-win-Situation, denn die Altersteilzeit bietet einerseits den Bediensteten neue Möglichkeiten durch Zeitgewinn und mehr Flexibilität und hat andererseits für das Land den Vorteil, die Lohnkosten zu senken. Wie in vielen anderen Bereichen wollen wir auch hier mit intelligentem Sparen langfristigen Nutzen schaffen“, so Kaiser. Die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice sowie die Kosten-Nutzen-Abwägung würden in jedem Fall für eine Fortsetzung des Projektes sprechen.

„Es geht darum, dass wir es schaffen, Menschen länger im Arbeitsprozess zu halten, ohne dass es Verschlechterungen in der Pension für sie gibt,“ meinte Nischelwitzer.

Das Altersteilzeitmodell wird aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung gefördert. So erhalten Vertragsbedienstete, die ihre Arbeitszeit reduzieren, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen neben der Entlohnung für die reduzierte Arbeitszeit einen „Lohnausgleich“ vom Dienstgeber. Das bedeutet, dass sie etwas mehr Geld bekommen, als dies ihrer reduzierten Arbeitszeit entspricht.

Beispiel: Nimmt ein Bediensteter mit einem Beschäftigungsausmaß von 40 Stunden und einem Gehalt von durchschnittlich 1.500 Euro im letzten Jahr bzw. einem im letzten Monat bezogenen Gehalt von 1.500 Euro die Altersteilzeit in Anspruch, so reduziert sich sein Beschäftigungsausmaß um 50 Prozent auf 20 Stunden, sein Monatsbezug nach Beginn der Altersteilzeit beträgt aufgrund einer Lohnausgleichszahlung aber immer noch 1.125 Euro. Die Regelung gilt nur für vollbeschäftigte Vertragsbedienstete bei einer Reduktion des Beschäftigungsausmaßes von 100 auf 50 Prozent. Das Antrittsalter für Frauen beträgt 55 Jahre, für Männer 60 Jahre. Die Altersteilzeit muss jedenfalls den Zeitraum bis zum Pensionsantritt umfassen, sodass ein nahtloser Übergang in den Ruhestand gewährleistet ist. Beamte des Landes sind von der Altersteilzeit ausgeschlossen, da für die Reduzierung ihrer Arbeitszeit keine Förderungsmöglichkeit aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung besteht.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; ZPV
Redaktion: Stirn/Schäfermeier
Fotohinweis: LPD/Just