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Geschichtsträchtiger Ort der Bildung seit 300 Jahren

24.11.2016
LH Kaiser: Viele administrative und pädagogische Impulse gingen vom denkmalgeschützten Haus, in dem der Landesschulrat untergebracht ist, aus

 Im großen Sitzungsaal des Landesschulrates für Kärnten in Klagenfurt fand heute, Donnerstag, unter dem Motto „300 Jahre Bildung“ ein Festakt statt. Das seit 300 Jahren bestehende Haus in der 10-Oktober Straße 24 hat historische, baukünstlerische und kulturelle Bedeutung. Als Hausherr konnte der amtsführende Präsident des Landeschurates, Rudolf Altersberger, Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser ebenso begrüßen wie politische Vertreter der Stadt, der Wirtschaft und Sponsoren, ehemalige Landesschulratspräsiden und Vizepräsidenten sowie die amtierenden bzw. ehemaligen Landesschul-, Bezirksschul- und Pflichtschulinspektoren.

Landeshauptmann Peter Kaiser erinnerte daran, dass das Gebäude fast gleich alt sei, wie die Einführung der Unterrichtspflicht durch Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1774. „Die wechselvolle Geschichte und seine unterschiedlichen Funktionen als Kaserne, Gymnasium, Schulheim bis hin zum Landesschulrat haben dieses Haus geprägt. Viele administrative aber auch pädagogische Impulse gingen von hier aus“, stellte der Bildungsreferent fest.

Ebenso thematisiert wurden vom Landeshauptmann der Stellenwert der heutigen Bildung und die derzeitigen Bildungsreformen. „Dem steigenden Anspruch auf Bildung trägt das Land Kärnten Rechnung. Es wendet im nächstjährigen Budget 23,7 Prozent seiner Mittel für die Bildung auf. Aus dieser quantitativen Zahl soll eine noch höhere Bildungsqualität für Pädagogen und Schüler, aber auch für das kognitive Wissen werden“, so Kaiser.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude stellten Experten durch „Streiflichter/Blitzlichter“ vor. Doris Petautschnig vom Bundesdenkmalamt sprach über „Denkmalwürdiges, Besonderes“. Herwig Kircher von der BIG stellte die Umbaumaßnahmen, den Wert des Hauses, den neuen Innenhof vor. LSR-Bibliotheksleiter Werner Molitschnig thematisierte „ Sprache einst und jetzt“, Fachinspektorin Renate Macher-Meyenburg berichtete über die 1859 in Namibia vom Botaniker und Afrikaforscher Friedrich Welwitsch entdeckte „welwitscha mirabilis (Wüstenzwiebel). Welwitsch besuchte hier das Gymnasium. Reinhold Gasper ging auf die umbenannten Straßenbezeichnungen ein und stellte berühmte Persönlichkeiten vor.

Das jetzige Landesschulratsgebäude wurde ursprünglich als Kaserne (1716-1772) errichtet, ehe 1773 das Gymnasium und eine Normalschule in ihm Platz fanden. Ab 1807 übernahmen die Benediktiner aus St. Paul im Lavanttal die Leitung des Gymnasiums. Sie führten es von 1871 bis 1891 als Staatsgymnasium. Ab 1938 war das Heim der Bundesgewerbeschüler in ihm und am Ende des zweiten Weltkrieges auch die Direktion und einige Klassen der Bundesgewerbeschule. Von 1978 bis 1988 fand eine Generalsanierung des Gebäudekomplexes statt.

Im Anschluss an den Festakt wurde die Ausstellung „1716-2016 bildung.bleibt“ eröffnet.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser, Landesschulrat
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/Peter Just