News

POLITIK

Medizinstudium: Resolution gegen Zugangsbeschränkung

25.11.2016
LHStv.in Prettner warnt Ärztekammer, sich nicht auf Kosten von Jungmedizinern und Patienten gegen gesundheitspolitische Zielsetzungen querzulegen

„Die Einführung der Zugangsbeschränkung zum Medizinstudium im Jahr 2005 war ein Fehler: Die Aufnahmehürde führt direttissima zu einem Engpass an Medizinern“, appellierte heute, Freitag, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner dafür, diesen Fehler endlich zu korrigieren. Deshalb werde sie bei der kommenden Regierungssitzung am Dienstag, 29. November, dem Regierungskollegium eine Petition an die Österreichische Bundesregierung vorschlagen. Darin wird die Bundesregierung insbesondere Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner aufgefordert, vorbereitende Schritte für eine generelle Aufhebung der Zugangsbeschränkungen umzusetzen.

„Die Studienplatzbeschränkung produziert künstlich und hausgemacht eine Ärzte-Lücke“, kritisierte die Gesundheitsreferentin. Sämtliche Studien würden dem Gesundheitsbereich bereits bis 2020 einen Beschäftigungsanstieg von mehreren Tausend Jobs pro Jahr prognostizieren. „Es ist höchste Zeit, für diesen absehbaren Mehrbedarf umgehend die entsprechenden Weichen zu stellen“, forderte Prettner.

Parallel dazu gelte es, neue Formen der ärztlichen Versorgung umzusetzen. Etwa jene Primärversorgungszentren in den Regionen, die zusätzlich zu den Hausärzten den Patienten zur Verfügung stehen. „Hier erwarte ich mir ein aktives Mitziehen der Ärztekammer: Projekte wie diese zu unterstützen, müsste eigentlich selbstverständlich und im ureigenen Interesse sein“, so Prettner. „Tatsächlich aber steht die Ärztekammer nicht nur auf der Bremse, sondern versucht mit Streikandrohungen eine notwendige und sinnvolle Entwicklung der medizinischen Versorgung zu blockieren“, sagte Prettner.

Während die Politik mit finanziellem Mehraufwand dringende Maßnahmen in Angriff nehme, „legen sich jene, die es betrifft und die davon auch profitieren würden, quer“, kann Prettner den Aufstand der Ärztekammer in keiner Weise nachvollziehen. Man verunsichere nicht nur die Patienten, sondern schade auch den Ärzten selbst: Mit dem Wissen um die bevorstehende Pensionierungswelle bei Allgemeinmedizinern seien Primärversorgungszentren das Gebot des Weitblicks. „Ein Nein zu dieser zusätzlichen Nahversorgung ist nicht zuletzt auch ein Nein gegen die eigene Ärzte-Klientel,“ so die Gesundheitsreferentin.

Befremdlich sei es in diesem Zusammenhang, dass die Landesärztekammern vorgeben, für ein „solidarisches Gesundheitssystem“ zu kämpfen: „Genau das Gegenteil ist der Fall. Von Solidarität, Jungmedizinern und Patienten gegenüber, kann mit diesen Querschüssen keine Rede sein.“ Derartige Aktionen würden zum einen jeder Vernunft, und zum anderen jeder Sozialkompetenz widersprechen.

Kärntens Ärztekammerpräsidenten Josef Huber forderte die Gesundheitsreferentin auf, sich weniger um seine angekündigte Generalstreikmobilisierung zu kümmern, als endlich an der Realisierung von gesundheitspolitischen Zielsetzungen mitzuwirken: „Man sollte davon ausgehen dürfen, dass auch ihm eine Sicherung der Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau, und zwar für alle Kärntnerinnen und Kärntner, unabhängig von Einkommen und Stand, ein Anliegen ist.“


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger