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POLITIK

Gender Gap: Die Welt in Rosa und Blau

28.11.2016
Ministerin Karmasin und LHStv.in Prettner diskutierten bei der Tagung der „Offenen Jugendarbeit“ über Gleichstellungsziele – Prettner: Gender-Politik ist keine weibliche Einbahnstraße
 Offene Jugendarbeit gewinnt immer mehr an Bedeutung, widmet sich gesellschaftspolitischen Themen, ist ein „Sozialbarometer“ und kann schnell auf Bedürfnisse von jungen Menschen reagieren. Gender ist dabei ein wichtiges Handwerkszeug. Das Landesjugendreferat Kärnten hat daher im Arbeitsjahr 2016/17 den Schwerpunkt auf geschlechterreflektierende Ansätze in der offenen Jugendarbeit gelegt. Gender war heute, Montag, auch der Themenschwerpunkt der Podiumsdiskussion im Rahmen der bundesweiten Jahrestagung der „Offenen Jugendarbeit“ (bOJA) in Pörtschach.

„Gleichstellungsziele zwischen Mann und Frau sind zwar in einigen Punkten schon erreicht, gleichzeitig können wir jedoch beobachten, dass sich auf der Ebene des kulturellen Geschlechts die Rollenbilder momentan wieder verengen“, verwies Jugendreferentin LHStv.in Beate Prettner auf den „alarmierenden“ aktuellen Gender Gap Report, veröffentlicht vom Weltwirtschaftsforum. Demnach würde es bei Beibehaltung des derzeitigen Tempos noch 170 Jahre dauern, bis Frauen und Männer dieselben Chancen erhalten. Vergangenes Jahr hatten die Experten noch mit 118 Jahren gerechnet.

Für Prettner ist klar: „Frauenpolitik muss nicht nur schon bei den Mädchen anfangen, sondern muss vor allem die Männer miteinbeziehen. Ohne die Männer für die Gleichstellungsfrage zu sensibilisieren, geht es nicht.“ Daher wird nun auch verstärkt auf Boy-Days gesetzt. Man will den heranwachsenden Männern die „traditionelle“ weibliche Lebens- und Berufswelt näherbringen. „Auch den Burschen müssen Alternativen zu den blauen Rollenklischees angeboten werden, um ihnen vielfältigere Rollen und Lebensmodelle zu zeigen.“ Sprich: „Gender-Politik ist keine weibliche Einbahnstraße. Es muss noch viel Bewusstseinsarbeit geleistet werden, um Rollenbilder aufzubrechen“, so Prettner.

Familienministerin Sophie Karmasin unterstrich die Notwendigkeit einer „geteilten“ Karenz. Besonders wichtig sei es, das Thema Väterkarenz im Unternehmen verstärkt positiv zu kommunizieren. Man müsste auch aktiv auf die Mitarbeiter zugehen und ihnen Möglichkeiten aufzeigen.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Grabner