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Am 1. Dezember ist Welt-Aidstag

29.11.2016
LHStv.in Prettner und Aids Hilfe Kärnten präsentierten aktuelle Zahlen – 264 Menschen in Kärnten sind HIV positiv – Dunkelziffer liegt bei einem Drittel – Wichtigkeit von HIV-Test unterstrichen
12.000 Menschen leben derzeit in Österreich mit dem HI-Virus (Dunkelziffer nicht mit eingerechnet) – 264 davon in Kärnten. Anlässlich des bevorstehenden Welt-Aidstages am 1. Dezember informierten Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und der Leiter der Aids Hilfe Kärnten, Günther Nagele, über den aktuellen Stand.

„Die Stigmatisierung von an Aids erkrankten Menschen ist – obgleich sich in den vergangenen Jahren doch einiges zum Positiven verändert hat – nach wie vor gegeben“, appellierte Prettner für „eine notwendige Sensibilisierung und eine unabdingbare Aufklärung“. Im Vorjahr wurden in Kärnten 14 neue Fälle bekannt, heuer rechnet man mit 25 (mit Stand Ende September waren es bereits 19). „Dieses Plus ist aber nicht nur mit Sorge zu betrachten, sondern hat vielmehr einen positiven Aspekt: Der Anstieg weist nämlich darauf hin, dass sich mehr gefährdete Personen einem Test unterziehen. Damit sinkt die Dunkelziffer“, informierte Prettner. Bis Ende 2012 sind in Kärnten 67 Menschen an Aids verstorben, österreichweit waren es 1.986.

„Wichtig ist, sich testen zu lassen“, warben die Gesundheitsreferentin und Nagele für die Kampagne der Aids Hilfe „Pro-TEST-HIV“. Je früher die Krankheit erkannt werde, desto höher sei die Chance, mit entsprechender Behandlung eine „normale“ Lebenserwartung zu haben. Der Test ist kostenlos und kann jeweils dienstags von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr gemacht werden.

Der Leiter der Aids Hilfe Kärnten zeigte sich „stolz, dass es uns in Kärnten mit dem Präventionsprojekt ‚Liebe und Gesundheit‘ gut gelingt, junge Menschen zu erreichen. Denn Jugendliche sind diejenigen, die in Zukunft die Verbreitung von Aids reduzieren können“, so Nagele. Besagtes Jugendprojekt wird in Form von Workshops an Schulen abgehalten und hat heuer 8.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Finanziert wird es mit 50.000 Euro vom Kärntner Gesundheitsfonds. Die Aids Hilfe selbst erhält vom Land (Gesundheitsreferat) 65.000 Euro. Auch die Subvention des Bundes wurde für 2017 bestätigt, allerdings nicht erhöht. „Ein HIV-Infizierter kostet pro Jahr mehr, als die Aids Hilfe Kärnten vom Bund erhält“, zog Nagele einen Vergleich, der zu denken gibt.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner; Aids Hilfe Kärnten
Redaktion: Grabner/Böhm
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner