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Landesetappenplan (LEP): Rund 400 Interessierte informierten sich bei Landesenquete

02.12.2016
LHStv.in Prettner, Isabella Scheiflinger: Die UN-Konvention ist der Weg, die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung das Ziel
Heute, Freitag, luden Kärntens Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner und die Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung mit ihrer Leiterin, Isabella Scheiflinger, zur Landesenquete anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung ins Casineum Velden. Der Schwerpunkt wurde heuer auf den Landesetappenplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gelegt und rund 400 Interessierte, Experten und selbst Betroffene nützen die Chance, sich aus erster Hand informieren zu lassen und mitzudiskutieren.

„Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wurde von uns immer als partizipativer Prozess verstanden – selbst Betroffene sollen nicht nur über aktuelle Schritte informiert sein, sondern diese selbst mitgestalten können. Das spiegelt sich auch in der Zusammenstellung der Arbeitsgruppen wider, die am LEP mitgewirkt haben und in der ersten Phase 73 Maßnahmen erarbeitet haben“, betonte Prettner.

"Dass Kärnten in derzeit nicht einfachen Zeiten dennoch Möglichkeiten schafft, sich dem Thema der Gleichstellung aktiv zu widmen macht stolz und gibt Mut für alle weiteren Herausforderungen – und von denen gibt es genug“, unterstrich Scheiflinger die Notwendigkeit, in Fragen der Gleichstellung laufend am Ball zu bleiben. Dies wurde auch in der Podiumsdiskussion deutlich, an der neben Prettner und Scheiflinger auch Projektbeteiligte und Interessensvertreter teilnahmen, wie Ernst Kocnik (Selbstbestimmt Leben Initiative Kärnten), Volksanwalt Günther Kräuter oder auch LEP-Projektleiterin Sigrid Samm. Die notwendige Unterscheidung in Bundes- und Landeskompetenzen im Sinne der Gleichstellung wurde ebenso diskutiert wie die Problematik der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr oder die Notwendigkeit an einem Mehr an Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen.

„Auch wenn wir in Kärnten aus meiner Sicht auf einem vorbildlichen Weg sind, dürfen wir die im LEP ausgewiesenen Maßnahmen nicht als Ende der Fahnenstange werten, sondern als Start für einen sich selbst ständig verändernden Prozess, der uns laufend neue Handlungsfelder aufzeigen wird“, so Prettner. Den bereits gestarteten bzw. umgesetzten Maßnahmen, wie der Freifahrt für Anlehrlinge, den inklusiven Modellregionen Velden und Völkermarkt oder auch dem Pilotprojekt „Bezahlte Arbeit statt Taschengeld“, sollen bald weitere Umsetzungsschritte folgen.

„Mit der Novelle der Mindestsicherung werden wir eine weitere Ungleichbehandlung bereinigen können, indem wir die Anrechnung der erhöhten Familienbeihilfe für Menschen mit Behinderung korrigieren“, nannte Prettner ein Beispiel für beschlussreife Neuerungen. Alle weiteren Maßnahmen des LEPs sollen, auch vor dem Hintergrund begrenzter Finanzmittel, in Arbeitsphase II einer Bewertung und Priorisierung unterzogen werden, wobei die Sozialreferentin den Fokus bei Arbeit, Bildung und Sensibilisierungsarbeit identifiziert.
Eine Bühne erhielten zudem die talentierten Malerinnen und Maler mit Behinderung, die im Rahmen einer Ausschreibung des Landes die Druckversion des LEPs mit ihren selbst angefertigten Bildern künstlerisch in Szene setzten.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Kerstin Leifert
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner