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Bei F&E auf gutem Kurs: Technologiefonds Kärnten legt kräftig zu

05.12.2016
Technologiereferentin LHStv.in Schaunig: Zukunftskoalition setzt Schwerpunkte auf Forschung und Entwicklung - Kooperationen sind Schlüssel zum Erfolg - Vorzeigeprojekte ausgezeichnet
„Forschung und Entwicklung braucht viele Ermöglicher. Ausgezeichnet arbeitende Einrichtungen wie der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds und die österreichische Forschungsföderungsgesellschaft gehören dazu“, sagte Technologiereferentin Gaby Schaunig heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit KWF und FFG. Die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Kärnten durch Förderung von F+E (Forschung und Entwicklung) ist eines der übergeordneten Ziele der Zukunftskoalition. „Wir setzen dabei bewusst auf Kooperationen, von denen alle Beteiligten profitieren können“, so Schaunig.

Anlass zur Freude geben die jüngsten Zahlen des beim KWF angesiedelten Technologiefonds Kärnten. Dieser fördert qualitativ anspruchsvolle Projekte mit starkem F&E-Bezug und wird 2016 rund 12 Millionen Euro auszahlen – mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahr. Rund zwei Drittel der Fördermittel – rund 8 Millionen Euro – kommen dabei betrieblichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von schwerpunktmäßig Kärntner KMU zugute, die verbleibenden vier Millionen Euro fördern den Ausbau der Forschungs- und Technologieinfrastruktur sowie Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
Mit speziellen auf die Unternehmen zugeschnittenen Programmen möchten der KWF und die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG forschungs- und entwicklungsaffine Unternehmen stärken und deren Anzahl sukzessive erhöhen. Sowohl FFG als auch KWF setzen dabei verstärkt auf Ausschreibungen (Calls), um im Zuge von Wettbewerben die besten und aussichtsreichsten Projekte vor den Vorhang zu holen und zu fördern. „Mit dem KWF Innovationsassistenten-Call beweisen konnten wir ein über Kärntens Grenzen hinausgehendes Branchennetzwerk von Expertinnen und Experten aufbauen«, so KWF Vorstand Sandra Venus. Aktuell einreichen können Kärntner Unternehmen ihre innovativen Projekte im Zuge des KWF Wettbewerbs »Smart Production – Produktion der Zukunft«, bei dem Beratungsleistungen und Investitionen rund um das Thema »Industrie 4.0« gefördert werden.

Attraktive Ausschreibungen im Bereich F&E auf Bundesebene sind im Zuge der »Silicon Austria Initiative« zu erwarten. Bei dieser werden in den nächsten vier Jahren über das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie bmvit rund 100 Millionen Euro an Fördermittel für das Themenfeld Mikroelektronik bereitgestellt. Die Initiative unterstützt auch den heuer von KWF und Steirischer Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG neu ins Leben gerufenen „Silicon Alps Cluster“.

„Als Finanz- und Technologiereferentin freue ich mich besonders über das Zustandekommen des Silicon Alps Clusters auf Basis eines Public-Private-Partnership-Modells zwischen einerseits Unternehmen und Forschungseinrichtungen und andererseits den Bundesländern Kärnten und Steiermark. Durch die Kostenteilung zu je einem Viertel zwischen bmvit, SFG, KWF und Unternehmen in der Höhe von je 250.000 Euro jährlich kann ein Jahresbudget von 1 Million Euroaufgestellt werden, das zudem vertraglich auf drei Jahre gesichert ist“, so Schaunig und weiter: „Durch den Cluster und Forschungseinrichtungen wie zum Beispiel die CTR Carinthian Tech Research AG ist Kärnten gut aufgestellt, um bei der hoch dotierten Silicon Austria Initiative zusätzlich F&E-Mittel lukrieren zu können.“

Erfreulich entwickelt sich auch das von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft im Lakeside Park betriebene Institut für Robotic und Mechatronik, das thematisch auf die Schwerpunkte von Mensch-Roboter-Kollaboration bis -Koexistenz sowie auf Robotersicherheit (Safety und Security) und Spezialrobotik setzt. Mit einem hoch motivierten internationalen Team von 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnte nicht nur eine in Österreich einzigartige Robotik-Infrastruktur in ihrer initialen Ausbaustufe realisiert, sondern auch erste wissenschaftliche und wirtschaftliche Erfolge erzielt werden. „Aufgrund der guten Entwicklung ist bereits eine Erweiterung in Planung“, verriet Schaunig.

2017 startet die Stiftungsprofessur »Industrie 4.0« an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, die in Kooperation mit der TU Graz durchgeführt wird. Thematisch dreht sich dabei alles um autonome, ressourceneffiziente, adaptive und vernetzte Produktionssysteme. Die Kosten für die auf fünf Jahre konzipierte Professur von rund 3 Millionen Euro werden von den beteiligten Unternehmen, dem KWF, den Universitäten Klagenfurt und Graz sowie der Privatstiftung der Kärntner Sparkasse getragen.

Auch im Zuge des über die FFG ausgeschriebenen COMET-Programms (Competence Centers for Excellent Technologies), das in den nächsten Jahren weitere acht Exzellenz-Projekte in Österreich mit insgesamt 18 Millionen Euro fördert, ist Kärnten auf Unternehmens- und Forschungsebene bei den Projekten „DeSSnet – Dependable, secure and time-aware sensor networks“ und „Flippr² - Future Lignin and Pulp Processing Research Process Integration“ als Konsortialpartner mit dabei.

„Kärnten hat sich in den letzten Jahren durch eine effektive Wirtschaftspolitik zu einem erfolgreichen Forschungs- und Technologiestandort entwickelt. Das zeigt sich deutlich in der FFG-Förderstatistik. Getragen wird diese Entwicklung sowohl von den etablierten großen Unternehmen, aber auch von einer wachsenden Gruppe an jungen, innovativen Start-ups und KMU. Gleichzeitig punktet Kärnten mit einem sehr guten nationalen und internationalen Netzwerk im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation“, sagte Klaus Pseiner, Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, der im Anschluss an die Pressekonferenz gemeinsam mit Schaunig und Venus die diesjährigen Preisträger des TDIKT-Calls (Technologische Dienstleistungen, Informations- und Kommunikationstechnologien Kärnten) auszeichnete. Preisträger in der Kategorie „Technologische Dienstleistungen“ ist das Klagenfurter Unternehmen ALL.bones mit dem 3D-Druck von Zahnersatz; Gewinner in der Kategorie „Industrie 4.0“ ist das Villacher Start-up NiLAB, das sich mit Miniaturmotoren beschäftigt; in der Kategorie „Technologie-, Wissens- und Know-how-Transfer“ siegte das eb&p Umweltbüro aus Klagenfurt mit dem Projekt „Mobiles Biodiversitätsmonitoring“.

(Porträts der Gewinner sowie Projektbeschreibungen auf www.kwf.at/tdikt_preistraeger)


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Stirn
Fotohinweis: Büro LHStv.in Schaunig