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KULTUR

Regierungssitzung 4 - Land und Stadt kaufen literarischen Vorlass von Josef Winkler

13.12.2016
LR Benger: Ankäufe von Vor- und Nachlässen sichern der Öffentichkeit literarische Errungenschaften – Regierung beschloss Ankauf von Winkler-Werken
Seit dem Jahr 2014 gibt es in der Kulturabteilung des Landes ein Ankaufsbudget für Vor- und Nachlässe, dotiert mit 160.000 Euro bis Ende 2016. Ziel dieser Ankäufe ist zum einen die Erweiterung der Sammlung des Literaturarchivs im Musil-Institut und zum anderen die Wahrung literarischer Errungenschaften für die Öffentlichkeit. Unter literarischen Vorlässen sind Archivalien zu verstehen, die bereits zu Lebzeiten des Autors von diesem veräußert werden. Die angekauften Materialien verbleiben im Eigentum des Landes und werden dem Musil-Institut zur wissenschaftlichen Erschließung, Pflege, Demonstration und Präsentation zur Verfügung gestellt. „Es geht um das literarische Gedächtnis und Erbe unseres Landes, es zu würdigen und es zu bewahren“, hält Kulturlandesrat Christian Benger fest.

Nun ist es laut Benger gelungen, gemeinsam mit der Stadt Klagenfurt Werke von Dr. h. c. Josef Winkler als Vorlass anzukaufen. Der literarische Vorlass von Winkler umfasst 44 Konvolute wie Notizbücher, handschriftliche Entwürfe, Digiscripte, Druckvorlagen, Korrespondenzen, Fotos und vieles mehr. Der 1952 in Kamering bei Paternion geborene Schriftsteller Dr. h.c. Josef Winkler zählt zu den wichtigsten Vertretern der österreichischen Literatur nach 1945, begründet Benger den Ankauf. Die Bedeutung von Josef Winklers Werken für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur wird als herausragend charakterisiert. Er genießt internationale Reputation und seine Werke wurden bereits in mehrere Sprachen übersetzt.

Gemeinsam mit der Stadt Klagenfurt hat das Land mit Josef Winkler Verhandlungen geführt und den literarischen Vorlass des Kärntner Schriftstellers mittels Schätzgutachten bewerten lassen. Stadt und Land kaufen je zur Hälfte den Vorlass demnach zu einem Kaufpreis von insgesamt 460.540 Euro.

Benger zum generellen Ankauf von Vor- und Nachlässen bisher: „Es wurde mit dem Budget in Summe Herausragendes angekauft. Ohne diesen Ansatz wären einmalige Vor- und Nachlässe für unser Land verloren“. Daher werde auch eine weitere Zusammenarbeit mit dem Musilinstitut für Vor und Nachlässe angestrebt, an Details wird derzeit gearbeitet.

Auch Anke Bosse, Leiterin des Musilinstituts, Literaturarchiv des Landes Kärnten, erklärt zu den Ankäufen: „Auf Basis von Gutachten, die das RMI/KLA erstellen lässt und finanziert, wurden 2014 umfangreiche und ausgesprochen reichhaltige und umfangreiche Vorlässe der Kärntner AutorInnen Lilian Faschinger, Ingram Hartinger und Bernhard Hüttenegger erworben und damit Sammlungsschwerpunkte des RMI/KLA wesentlich ergänzt.“

2015 wurde laut Bosse der Gelehrtenvorlass von Karl Corino erworben, dem großen Musil-Forscher und -Biograph. 2016 wurde ein Teilvorlass des Kärntner Autors Antonio Fian zu seinen Dramoletten und zu seinem einzigen Roman erworben und so der vorhandene Sammlungsschwerpunkt „Fian“ vorteilhaft ergänzt.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch