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POLITIK

Ärztestreik: Vermeintliche Machtdemonstration löst keine Gesundheitsfrage

14.12.2016
LHStv.in Prettner stellt klar: Keine Landarztpraxis wird geschlossen – Im Gegenteil, neue Modelle sollen Beruf des Allgemeinmediziners attraktiver machen
„Die Kärntner Ärztekammer hat heute zulasten der Patientinnen und Patienten ein weiteres Zeichen ihrer Blockadepolitik gesetzt. Sie verweigert sich der notwendigen Weiterentwicklung des Gesundheitssystems und scheut nicht davor zurück, mit Fehl- und Falschinformationen zu argumentieren“, bedauert Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Mittwoch.

„Wenn die Ärztekammer gebetsmühlenartig behauptet, dass es den Arzt nebenan nicht mehr geben werde, ist das eine Aussage wider besseren Wissens“, kritisiert Prettner. Sie stellt dezidiert klar: „Keine Landarztpraxis wird geschlossen. Im Gegenteil: Unser Ziel ist es, den Beruf des Allgemeinmediziners für die nachfolgende Ärztegeneration so attraktiv zu machen, dass jede einzelne Hausarztstelle nachbesetzt werden kann.“ Sich gegen diese Bemühungen der Politik querzulegen, gehe auf Kosten nicht nur der Patientinnen und Patienten, sondern auch auf Kosten der Ärzte selbst, warnt sie.

Die Gesundheitsreferentin habe bereits von mehreren Ärzten gehört, dass diese das Vorgehen ihrer Standesvertretung nicht gutheißen würden, „sich aber nicht getrauen, aus der Kammerlinie auszuscheren“. Mehr noch: Zuletzt habe ein Allgemeinmediziner, der einige Jahre in der Schweiz in der Primärversorgung gearbeitet hat, seine Teilnahme an einer gemeinsamen Pressekonferenz kurzfristig abgesagt – offensichtlich sei der Druck seitens der Ärztekammer zu groß gewesen. „Mit Druck und Falschinformationen schafft man aber keine Basis für gehaltvolle Gespräche“, meint Prettner.

Dass der Ärzteprotest primär von Machtinteressen getragen sei, zeige auch die Tatsache, dass nur in den drei Bundesländern Kärnten, Burgenland und Wien gestreikt werde. „Da frage ich mich schon: warum? Die neuen Primärversorgungsmodelle gelten für ganz Österreich - weshalb bleiben aber nur in diesen Bundesländern die Ordinationen geschlossen?“ Prettner appelliert an die Ärzte, „sich in einer derart sensiblen Frage ihrer verantwortungsvollen Rolle bewusst zu sein“ – und im Interesse der Gesundheitsversorgung an der Sicherstellung und Qualität des niedergelassenen Bereiches mitzuarbeiten.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm