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Grippewelle überrollt Ambulanzen

30.12.2016
LHStv.in Prettner weist auf offensichtliche Schwachstelle des niedergelassenen Systems – „neue Primärversorgung würde Ansturm abfangen“
Eine Grippewelle hat Österreich im Griff. In Kärnten liegen Hunderte mit Fieber und Erkältung darnieder. Die Hausarztpraxen sind voll – so sie geöffnet sind. „Das ist derzeit bei nur 98 von 263 Ordinationen der Fall. Sprich: 165 Allgemeinmediziner sind nicht erreichbar. Die Folge ist, dass wieder einmal Spitalsambulanzen den Ansturm abfangen müssen“, erklärte Gesundheitsreferentin Beate Prettner heute, Freitag. Sie wundert sich über die mangelnde Koordination zwischen Ärztekammer und GKK. „Hier zeigt sich offensichtlich die Schwachstelle des niedergelassenen Systems“, so Prettner. „Und genau hier muss nachjustiert werden – zum einen mit einem Standardprogramm für die Feiertagszeit, das die Basisversorgung reibungslos aufrechterhält, zum anderen mit einer Weiterentwicklung der hausärztlichen Versorgung.“ Konkret spricht die Gesundheitsreferentin die geplanten Primärversorgungszentren an, gegen die die Ärztekammer bekanntlich mobilisiert – bis hin zum Streik. „Diese Arztpraxen wären als eine zusätzliche wohnortnahe Versorgungsstelle immer besetzt. Sie würden genau das verhindern, was nun passiert: überbordende Wartezeiten und volle Ambulanzen.“ Dass sich der Kärntner Ärztekammerpräsident Josef Huber nach wie vor gegen jede konstruktive Weiterentwicklung querlegt, ist Prettner unverständlich. „Es ist offensichtlich leichter, jede Verantwortung von sich zu schieben.“ Allerdings liege laut Prettner zumindest die Besetzung der Ordinationen während der „Fenstertage“ definitiv im Verantwortungsbereich der Ärztekammer.

Laut LHStv.in Prettner werde es in den nächsten Jahren das Um und Auf sein, den Beruf des Allgemeinmediziners für die nachfolgende Ärztegeneration wieder attraktiver zu machen – „tun wir das nicht, wird es sehr schwer sein, Landarztstellen flächendeckend nachzubesetzen.“ Mit neuen Modellen sollen sich Landärzte künftig koordinieren, sich gegenseitig vertreten oder sich bei Bereitschaftsdiensten abwechseln. Außerdem hat das Land - gemeinsam mit KGF, Sozialversicherungen, Ärztekammer und KABEG – ein Paket geschnürt, das bereits bei der Ausbildung zum Allgemeinmediziner ansetzt: So werden etwa die Kosten für Lehrpraxen halbe-halbe von Land und GKK übernommen, ein Mediatoren-System mit Primarärzten wird installiert und eine Koordinationsstelle eingerichtet, die eine reibungslose Ausbildung ohne Stehzeiten garantieren soll.

Einen weiteren großen Stolperstein, der „über kurz oder lang zu einem hausgemachten Ärzteengpass führen wird“, sieht LHStv.in Beate Prettner in der Zugangsbeschränkung zum Medizinstudium. Aus diesem Grund hat das Land Kärnten auf Antrag der Gesundheitsreferentin eine Resolution an die Bundesregierung verabschiedet mit der Forderung nach Abschaffung der Zugangsbeschränkung. So lange das nicht der Fall ist, wird das Land Kärnten für potenzielle MedizinstudentInnen weiterhin vorbereitende Med-Kurse anbieten. „Die Anmeldefrist für die nächsten Kurse startet bereits am 9. Jänner“, machte Prettner auf den wichtigen Termin aufmerksam. Die Kurse selbst finden am 24. und 25. Feber statt. „Diese Kurse sind eine richtig große Hilfestellung – sie bereiten gezielt auf den Aufnahmetest vor“, lädt Prettner alle interessierten MaturantInnen ein, von diesem Angebot Gebrauch zu machen.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Stirn