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Regierungssitzung 6 - Gemeinsames Bekenntnis zum Erhalt des Turboladerwerks in St. Michael

24.01.2017
LH Kaiser, LR Benger, LR Holub: Klares Ja zum Erhalt des Werks in St. Michael - Auch der neue Käufer soll positive Unterstützung des Landes erhalten
Eine unerwartete Überraschung war die gestern vermeldete Ankündigung seitens des Bosch-Mahle-Konzerns, das Turboladerwerk in St. Michael zu verkaufen. Diese Unternehmensentscheidung war auch ein zentrales Thema im Rahmen der Sitzung der Kärntner Landesregierung heute, Dienstag. Landeshauptmann Peter Kaiser, Landesrat Christian Benger und Landesrat Rolf Holub betonten, dass sie alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun werden, um den Standort zu erhalten und einem neuen Betreiber ihre Unterstützung anbieten. Alle zeigten sich überrascht über die Ankündigung. Sie hoben die enorme Bedeutung des Werkes für den Südkärntner Raum hervor. Begründet wurde der Verkauf damit, dass man mehr Wachstum und mehr Produktion und mehr Investitionen realisieren wolle.

Der Landeshauptmann betonte, dass er sofort Gespräche mit der Geschäftsführung, Betriebsrat und Gemeinde geführt habe. Das Werk floriere bestens, die Produkte seien stark nachgefragt und genießen hohes Ansehen. Logistik und Know-how seien auf hohem Level. Auch die Mitarbeiterschaft habe enorme Flexibilität bewiesen. Das habe er vor wenigen Wochen auch im Zuge eines Betriebsbesuches festgestellt, wobei die positive Grundstimmung seitens der Geschäftsleitung und der Arbeitnehmer aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung zu spüren war, sagte Kaiser.

Das Land stehe jedenfalls nach wie vor zum Werk und zu den Beschäftigten und möchte seinen Fortbestand, unterstrich Kaiser. Er wies auch darauf hin, dass viel für das Werk getan worden sei, etwa an Infrastruktur und auch an Förderungen seitens des Landes wie auch von der EU-Ebene. Was die öffentliche Hand tun konnte, sei auch getan worden. Nun gehe es darum, einem neuen Käufer die gute Bereitschaft zur Unterstützung seitens des Landes zu signalisieren. Auch sei auf die vielen Synergien der beiden Werke, des Turboladerwerks und des Mahle-Filterwerks, aufmerksam zu machen. „Das Land steht zum Turboladerwerk und wird alles im Rahmen seiner Möglichkeiten tun, damit es erhalten und nach Möglichkeit ausgebaut wird“, bekräftigte der Landeshauptmann die positive Haltung seitens des Landes und wies auf die zahlreichen Pluspunkte dieses Standortes, wie etwa die Qualität der Arbeitskräfte, hin.

Landesrat Benger sagte, dass er im Gespräch vor Ort mit Vertretern im Werk und der Gemeinde und heute mit dem Geschäftsführer die große Betroffenheit gespürt habe, denn das Werk sei bezüglich der Auftragslage bis 2023 bestens aufgestellt. Der Handlungsbedarf sei für die Menschen vor Ort und die ganze Region groß. „Der Betrieb ist eine Überlebensfrage für die Region Unterkärnten, denn er hat eine wirtschaftliche Strahlkraft von rund 90 km im Umkreis“, weist Benger hin. Es sei alles zu unternehmen, den Standort in Unterkärnten auch für den nächsten Besitzer attraktiv zu halten. Dabei spiele auch die Infrastruktur eine wichtige Rolle, wie der Bahnhof Kühnsdorf, der sichergestellt werden muss. Jedenfalls stehen wir hinter den Menschen in der Region und tun, was wir tun können“, so Benger.

Auch Landesrat Holub sagte, dass man sich rasch um Kontakt bemühen müsse, um die Bedeutung des Standortes zu signalisieren und um weitere mögliche Schritte setzen zu können.

Das Bosch-Mahle-Turboladerwerk wurde als gemeinsame Tochter 2008 gegründet. Bosch-Mahle entwickelt und fertigt mit insgesamt rund 1.400 Mitarbeitern Turbolader für Hersteller von Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen. Die Schwerpunkte der Fertigung befinden sich in St. Michael und in Shanghai (China). Im Turboladerwerk in St. Michael arbeiten 700 Menschen. Das Filterwerk sei nicht betroffen. Der weltweite Markt für Turbolader werde laut Aussendung von Bosch Mahle auch in den nächsten Jahren weiter wachsen, denn der Trend zu kleinen Motoren mit Turboladern, gerade auch bei Hybridantrieben, halte weiter an. Die Unternehmensgröße in diesem Marktumfeld sei aber für nachhaltigen Erfolg noch nicht ausreichend.


Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser/
LR Benger/LR Holub
Redaktion: Brunner