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POLITIK

Psychisch Kranke: Keine Pseudolösungen, sondern ehrliche Anstrengungen

24.01.2017
LHStv.in Prettner entgegnet der Volksanwaltschaft-Kritik: Befriedigende Lösungen benötigen Zeit – Wesentliche Maßnahmen sind in Umsetzung
Zur Kritik der Volksanwaltschaft zur Behandlung psychisch kranker Menschen in so genannten ZPSR (Zentrum für psychosoziale Rehabilitation) hält Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner fest: „Es handelt sich um ein seit 30 Jahren gewachsenes Strukturproblem. Derartige strukturelle Probleme können allerdings – auch und vor allem im Sinne der Patientinnen und Patienten – nicht kurzfristig gelöst werden. Zum Wohle der Betroffenen sind durchdachte, ehrliche, nachhaltige Maßnahmen umzusetzen.“ Laut Pretter würde sich alles andere auf „Pseudolösungen“ reduzieren. Eine befriedigende Lösung benötige Zeit, so Prettner heute, Dienstag.

„Mit der Umsetzung einzelner Maßnahmen wurde bereits - wie im Übrigen auch im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) vorgesehen und ausgeführt – begonnen“, sagt Prettner. Folgende Aspekte seien hier besonders hervorzuheben: Zum einen ist der neue Psychiatrieplan gerade in der finalen Ausarbeitung – mit einem eigenen Psychiatrie-Koordinator. Zum anderen wird der Zuweisungsmodus geändert: Es werden individuelle Pläne erstellt, die jenen Betroffenen, bei denen es möglich ist, eine Rückkehr in ihre gewohnte Lebensstruktur bzw. in ihr gewohntes Lebensumfeld ermöglichen sollen. „Individuelle Reha-Pläne werden künftig dieses Therapieziel unterstützen“, hält Prettner fest. Vor allem aber sollen die ZPSR-Häuser stufenweise in die Behindertenhilfe überführt werden. Damit würden die PatientInnen in das Kärntner Chancengleichheitsgesetz aufgenommen werden. Ausstehend ist noch die Zustimmung der Gemeinden.

„Die Politik könnte es sich leicht machen, indem sie medien- und öffentlichkeitswirksam sofortige Strukturänderungen verspricht. In der Praxis lassen sich diese Versprechungen allerdings mit Sicherheit nicht langfristig umsetzen. Qualitativ befriedigende Lösungen können in diesem sensiblen Bereich nur stufenweise umgesetzt werden. Und genau das tue ich als zuständige Referentin“, betont Prettner. „Wir müssen uns nämlich im Klaren sein: Es geht hier um keine PR-Gags, sondern um menschliche Schicksale. Diesen gebührt unser ehrlichstes Bemühen."


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm