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Gesundheitsversorgung ist kein Politikum

15.02.2017
LHStv.in Beate Prettner korrigiert überaltere Zahlen und daraus abgeleitete Kritik von IV-Präsident Christof Kulterer


„Mit Bedauern muss ich festhalten, dass die IV Kärnten mit Präsident Christof Kulterer einen derart sensiblen Bereich, wie es die Gesundheitsversorgung ist, zu einem Politikum macht. Und das in offensichtlicher Unkenntnis der fachlichen Rahmenbedingungen“, sagt Gesundheitsreferentin Beate Prettner. Sie verweist auf folgende Fakten.

Fakt ist: Josef Moser ist seit Oktober 2016 Präsident des Instituts EcoAustria.

Fakt ist: Die von ihm und in der Folge von der IV zitierte Studie von EcoAustria wurde im Dezember 2015 veröffentlicht.

Fakt ist: Der Studie liegt Zahlenmaterial aus dem Jahr 2013 zugrunde. Lediglich für die Bereiche „Allgemeine Verwaltung“ und „Wohnbauförderung“ wurde Zahlenmaterial aus dem Jahr 2014 herangezogen.

Fakt ist: Im Kärntner Gesundheitswesen wird – auch aufgrund des im Jahr 2015 beschlossenen Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG 2020) - effizient, umsichtig und verantwortungsvoll zum Wohle der Patientinnen und Patienten gearbeitet.

Fakt ist: Kärnten wird mit dem RSG 2020, erstellt vom Joanneum Research, als österreichisches Vorzeigebundesland genannt.

Fakt ist: Laut OECD-Studie (erschienen im Feber 2017) bezüglich Ausgaben im Gesundheitswesen heißt es (Zitat): „Die Ausgaben stiegen über die Zeit in den jeweiligen Bundesländern sehr unterschiedlich. Von 2004 bis 2015 wies Vorarlberg die höchste durchschnittliche Ausgabensteigerung von 5,5 Prozent pro Jahr auf, gefolgt von Salzburg mit 5,1 Prozent. Die geringsten durchschnittlichen Anstiege im selben Zeitraum verbuchten Kärnten und das Burgenland mit 2,9 bzw. 3,4 Prozent pro Jahr.“

Fakt ist: In absoluten Zahlen beträgt der Dämpfungseffekt (= Unterschied zwischen tatsächlichen Ausgaben und Ausgaben, die ohne effizienzsteigernde Maßnahmen angefallen wären; ist Sparen ohne Qualitätseinbußen!) 56,3 Millionen im Jahr 2014, 75,68 Millionen im Jahr 2015 und 95,9 Millionen im Jahr 2016´.

Fakt ist: Die IV Kärnten respektive deren Präsident Kulterer behauptet, dass (Zitat) „die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes darüber aufzuklären (seien), warum sie bei gleicher Leistung im Verhältnis so viel mehr für ihr Gesundheitswesen zahlen müssen als in anderen Bundesländern“. Tatsächlich betrug die Steigerung der Gesundheitsausgaben pro Einwohner in Kärnten von 2015 auf 2016 nur 2,35 %. Im Vergleich dazu Oberösterreich: plus 9,69 %, Salzburg plus 5,57 %, Burgenland plus 11,16%.

Prettners Bitte lautet daher: „Das Gesundheitswesen eignet sich weder dazu, mit überholten Zahlen und unzureichender Kenntnis der Rahmenbedingungen die Bevölkerung zu verunsichern, noch Ängste über Arbeitsplatzverluste zu schüren.“


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Claudia Grabner