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Flutung des Bleistätter Moors gestartet

01.03.2017
LR Benger, LR Holub: Einzigartiges Projekt wird finalisiert und letzte Phase der Moor-Sanierung gestartet


Klagenfurt (LPD). Mit dem offiziellen Abschalten der Pumpen heute, Mittwoch, starteten Agrarlandesrat Christian Benger und Umweltlandesrat Rolf Holub gemeinsam die letzte Phase der Bleistätter Moor-Sanierung. Durch das Abschalten werde die sanierte Fläche langsam geflutet, damit entstehe neuer Raum für Flora und Fauna, für Erholungssuchende und für den Tourismus, erklärten Benger und Holub, die sich ganz besonders bei den Projektverantwortlichen, den Gemeindevertretern und bei den Mitgliedern des Wasserverbands Ossiacher See bedankten. Mit dem heutigen Tag werde das einzigartige Projekt endlich finalisiert, so die beiden Landesräte. Die Flutung werde zwischen einem und mehrere Monate dauern. Die geflutete Fläche selbst wird 540.000 m2 umfassen. Zum Vergleich: ein durchschnittliches Fußballfeld hat ca. 8.000 m2.

„Wir setzen ein Jahrhundertprojekt um. Mit der Sanierung des Bleistätter Moores schaffen wir Mehrfachnutzen: für den Tourismus, die Region, die Freizeitqualität, die Landwirtschaft, den Naturraum und die Wasserqualität. Wir schaffen einen neuen Erlebnisraum", sagte Benger vor Ort. Bei der Sanierung des mit Dünge- und Spritzmitteln belasteten Moores sei der Nutzungskonflikt Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Anrainer nun bewältigt worden und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen und des touristischen Angebots sichergestellt worden. „Anrainer, Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Behörden haben eine nachhaltige Lösung im Sinne aller Beteiligten gefunden“, betonte Benger.

„Mit dem abgeschlossenen Sanierungsprojekt wird die gewässerökologische Qualität des Ossiacher Sees stark verbessert. Der See bekommt sein ökologisches Gleichgewicht zurück“, so Holub. Auch für den Naturschutz sei dieses Projekt vorbildlich. Das Gebiet der Tiebelmündung sei ein Naturschutz-Juwel mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten, die im Bleistätter Moor ein Rückzugsgebiet vorfinden. „Durch die Sanierung bekommen Tiere und Pflanzen wichtige Feuchtlebensräume zurück. Durch die neu entstehenden Flachwasserbereiche und die zahlreichen Inseln werden Amphibien, Libellen, Wasserkäfer, Wasservögel, Fledermäuse usw. neuen Lebensraum erhalten und für viele Fischarten wird ein optimales Laichgebiet entstehen. Für Naturliebhaber wird das Bleistätter Moor zu einem ganz besonderen Naherholungsgebiet werden und es entspricht auch voll dem Gedanken eines nachhaltigen und sanftem Tourismus“, so der Umweltreferent.

Um die neue Wasserfläche erlebbar zu machen, gestaltet die Gemeinde Steindorf einen Slow Trail mit Unterstützung des Landes. „Mit dem Flachwasserbecken schaffen wir ein Alleinstellungsmerkmal durch besondere Naturerlebnisse. Damit werden wir dem Gäste-Trend ,Natur erleben und genießen‘ gerecht. Wir machen den Ossiacher See neu erlebbar, nicht nur schwimmen und Boot fahren, auch Fauna und Flora werden inszeniert. Damit wird die Tourismusstrategie auch hier zu 100 Prozent erfüllt“, wies Benger hin. Die Gemeinde Steindorf errichtet im Bleistätter Moor, in der Ostbucht des Sees, einen Slow Trail. Slow Trails sind neue Leitprodukte, leicht begehbare Kurzwanderwege mit besonderen Naturplätzen und Seepanoramen. Die Slow Trails sind Antwort auf High Speed. Sogar die maximalen Höhenmeter sind ein Kriterium für die Umsetzung, die Gesamtläge oder die Wegbeschaffenheit. Im Vordergrund steht der Naturgenuss. Sitzbänke, Aussichtsplattformen, Hängematten und vieles mehr werden den Slow Trail zum gemütlichen Wanderweg machen.

Informationen:

Finanzierung:
Phase I: 2.728.000,00
Phase II (Fördervertrag): 7.291.000,00
Nachtrag (Abt. 8): 215.000,00
Nachtrag (Abt. 10): 215.000,00
= insgesamt: 10.449.000,00

Davon:
Land Kärnten: 4.369.000,00
Republik Österreich: 5.900.000,00
Wasserverband Ossiacher See: 150.000,00
Gemeinde Steindorf: 30.000,00


Sanierungsphasen bisher:
Phase I, Maßnahmen bis 2006:
• Hochwasserschutzdamm Steindorf mit Pumpstation
• Fällungsversuche
• diverse Ökologische Begleitstudien
• Ablöse von Flächen im Bleistätter Moor ca. 50 ha

Phase II, Maßnahmen ab 2006 (Fördervertrag):
• Modul I (2005 – 2007): Tiebelräumung, Saugbaggerung Tiebelmündung, Begrenzungsdamm Ost
• Modul II (2008 – lfd.):
o Teil I (2008): Anpassung Seeabschlussdamm
o Teil II (Realisierungsphase): „Flutung“
o Teil III (2011 – 2012): Neubau Pumpstation
o Teil IV (2016): Auflösung Sohlschwelle Sonnberg
• Modul III (2007 – 2011): Saugbaggerungen inkl. Drainagierungen, diverse Untersuchungen und Versuche


Rückfragehinweis: Büros LR Benger/LR Holub
Redaktion: Robitsch/Rauber/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Holub