Presseaussendungen

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Fachtagung "Quo vadis, Elementarpädagogik" stieß auf großes Interesse

04.03.2017
Bildungsreferent LH Kaiser beleuchtete die Elementarpädagogik aus bildungspolitischer Perspektive - Stellenwert der Kindergartenpädagogik gehört korrigiert, sie braucht mehr Wertschätzung


Klagenfurt (LPD). Im Congress Center Villach ging heute, Samstag, die Fachtagung "Quo vadis, Elementarpädagogik" über die Bühne. Sie stieß auf mehr als großes Interesse. Bildungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser beleuchte in seinem Grundsatzreferat die Elementarpädagogik aus bildungspolitischer Perspektive. Von seiner Seite thematisiert wurden: der Stellenwert und der Wandel der Elementarpädagogik aus bildungs- und gesellschaftspolitischer Perspektive. Ebenso wartete er mit konkreten Zahlen über die Kinderbetreuung in Kärnten auf und erläuterte angedachte Maßnahmen bzw. Erneuerungen seitens des Landes im Kindergartenbereich.

Für den Landeshauptmann steht außer Zweifel, dass jede Tätigkeit mit Kindern qualitativ und quantitativ intensiv ist. "In der Gesellschaft hört man immer wieder, dass der Wert von Kindern der Größte und Wichtigste ist. Neben der Familie sind elementare Bildungseinrichtungen bzw. KindergartenpädagogInnen die erste und wichtige Umgebung non formaler Bildung. "Bildung und erste wichtige Weichenstellungen beginnen in spielerischer Form in allen Kinderbetreuungseinrichtungen", so Kaiser.

Schaue man jedoch auf das Sozialprestige Ranking sehe es anders aus. "Ihr Ansehen ist nach wie vor tief angesiedelt und passt nicht zu ihrer Verantwortung und Belastung. Die Kindergartenpädagogik wird oft nicht wertgeschätzt, so wie es sein soll. Ihr Stellenwert gehört korrigiert. Sie braucht künftig mehr Wertschätzung", fand Kaiser klare Worte.

In der vom Ministerrat im November 2015 beschlossenen Bildungsreform nimmt die Elementarpädagogik nun einen breiten Raum ein. "Sie soll gleichwertig, ausgebaut und noch mehr in das Bewusstsein der Menschen kommen", teilte der Landeshauptmann als Bildungsreform-Kommissionsmitglied mit. Kärnten setzte bereits ein sichtbares Zeichen. Die bisherige Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP) wurde per 1. September 2016 in die Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) als berufsbildende Höhere Schule umgewandelt und die neuen Lehrpläne richten ihren Fokus nun auf die frühkindliche Erziehung.

Der Bildungsreferent gab auch bekannt, dass er künftig vorhabe mehr Elemente der Koedukation zu forcieren. "Mir schwebt vor mit einer bewusstseinsbildenden Werbekampagne mehr Männer in die Kinderbetreuung zu bekommen", so Kaiser. Um die Ausbildung der KindergartenpädagogInnen aufzuwerten sei auch ein Bachelor Studium mit der Pädagogischen Hochschule Kärnten angedacht. Derzeit werde eine Bedarfserhebung durchgeführt. Sollten 25 Plätze besetzt werden, ist der Start im Wintersemester 2018 vorgesehen. Bereits in Umsetzung ist die Novellierung des Kärntner Kinderbetreuungsgesetzes. "Tagesmütter/-väter sollen künftig auch in Betriebsstätten zum Einsatz kommen", so Kaiser. Der Bildungskompass, derzeit ein Pilotprojekt in Oberösterreich, soll ab 2018//19 eingesetzt werden.

In der Unterabteilung Kinderbetreuung und Inspektion ist für Kaiser die personelle Erweiterung im Bereich "pädagogische und fachliche Aufsicht" erforderlich. "Damit wollen wir die Qualität der KindergartenpädagogInnen weiterentwickeln", betonte er.

Der Landeshauptmann präsentierte auch Zahlen zur Kinderbetreuung vom Februar 2017 bzw. zur Betreuungsquote aus dem Kindergartenjahr 2015/16. Insgesamt sind in Kärnten derzeit 21.055 Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. bei Tageseltern. Sie werden von insgesamt 2.759 PädagogInnen, davon 41 männlich, in 514 Einrichtungen der Elementarpädagogik und 119 Tagesmüttern/Vätern betreut. Bei der Betreuungsquote in den Betreuungseinrichtungen liegt die Zahl bei den 0 bis 2 jährigen Kindern bei 20,6 Prozent, bei den 3- bis 5- jährigen Kindern bereits bei 87,4 Prozent und bei den 5- Jährigen bei 99,3 Prozent.

In Bezug auf die Förderung und Budgetierung verhehlte der Landeshauptmann nicht, dass die Finanzsituation durch die Heta-Problematik schwieriger wurde. "Trotz dieser Situation wurden 2016 in Kärnten 50,3 Millionen Euro für die Kinderbetreuung investiert", so Kaiser. 42,1 Millionen kamen aus Landesmitteln für die Kindergärten, Krippen, Horte bzw. 8,2 Millionen Euro vom Bund für das verpflichtende Kindergartenjahr, den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und für die Sprachförderung. 1.512 Kinder mit Sprachkompetenzproblemen werden in Kärnten derzeit in 13 kindergartenübergreifenden Sprachzentren sprachlich gefördert durch 101 PädagogInnen und SonderkindergärtnerInnen.

Neben den Landeshauptmann referierten heute der Diplompädagoge Georg Berger zum Thema "Bereit für die Schule". Raphael Schmid, von der Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten, thematisierte die "Kindeswohlgefährdung". Renate Spöck von der AEH-Frühförderung der Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe Kärntens (AVS) hielt ein Impulsreferat zum Thema "15 a-Projekt -Frühe Sprachförderung im Kindergarten". Herbert Renz Polster stellte die zentralen Themen seines Buches "Die Kindheit ist unantastbar" vor.

Begrüßt wurden die Tagungsteilnehmer, unter ihnen auch der amtsführende Präsident des Landeschulrates, Rudolf Altersberger, von Abteilungsleiterin Gerhild Hubmann (Abteilung 6: Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport), Landeskindergarteninspektorin Iris Raunig und Gerald Salzmann vom Institut für Bildung und Beratung (IBB).



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Michael Zeitlinger
Fotohinweis: LPD/Oskar Höher


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