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Außerordentliche Frauenreferentinnen-Konferenz: Bei Mindestlohn aufs Tempo drücken

06.03.2017
LHStv.in Prettner: 1.500 Euro bringen Jahrzehnte-Sprung und helfen im Kampf gegen Altersarmut


Klagenfurt (LPD). In einer außerordentlichen Konferenz in Linz haben heute, Montag, die Landesfrauenreferentinnen "drängende und dringende frauenpolitische Punkte" diskutiert. Herzstück dabei war die Forderung nach Umsetzung eines Mindestlohns von 1.500 Euro brutto.

"350.000 Menschen verdienen derzeit bei Vollbeschäftigung weniger als den geforderten Mindestlohn. Zwei Drittel davon sind Frauen", erklärte Kärntens Frauenreferentin LHStv.in Beate Prettner. Die Umsetzung der 1.500 Euro wäre demnach ein "wichtiger Schritt zu mehr Gerechtigkeit." Prettner verwies dabei auf die Lücke, die sich nach wie vor zwischen weiblichen und männlichen Gehältern auftut. "Wenn die scheibchenweise Verbesserung in dem bisherigen Tempo weitergeht, brauchen wir noch 170 Jahre, bis die Lücke verschwunden ist", warnte Prettner. In diesem Sinn wäre der anvisierte Mindestlohn von 1.500 Euro "ein großer Sprung nach vorne, der uns einige Jahrzehnte bringt."

Laut dem aktuellen Einkommensbericht des Rechnungshofes erzielen Frauen auch bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung in Österreich nur ein Medianeinkommen von 82 Prozent des Männermedianeinkommens. Dieses Lohngefälle setzt sich im Alter fort, sodass Frauen mit einer deutlich niedrigeren Pension rechnen müssen. "Das bedeutet im Klartext Altersarmut", so Prettner. Und das wiederum bedeute, dass ein Mindestlohn von 1.500 Euro "nicht zuletzt auch die Altersarmut etwas einzudämmen hilft", sagte die Frauenreferentin.

Das zweite zentrale Thema der Konferenz war der Aufholbedarf bei der Kinderbetreuung. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen ein Modell auszuarbeiten, um mittelfristig einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz in der Gruppe der 0- bis 6-Jährigen österreichweit umsetzen zu können. Auch im Bereich der Schulkinder müsse die vollständige Bedarfsabdeckung umgesetzt werden. "Es geht darum, dass Eltern die Sicherheit erhalten, für ihre Kinder einen Betreuungsplatz vorzufinden, wenn sie eine Betreuung in Anspruch nehmen wollen", konkretisierte Prettner. Zudem würde eine abgesicherte Kinderbetreuung auch mithelfen, dass sich Rollenbilder verändern können.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LHStv.in Prettner