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Internationaler Frauentag: Einmalige Appelle sind Hohn

07.03.2017
LHStv.in Prettner ruft zur Tatkraft auf und wünscht mittelfristigen Mindestlohn von 1.750 Euro


Klagenfurt (LPD). "Die Gefahr, dass ewig gleiche Themen die Gesellschaft irgendwann erschöpfen, ist gegeben - umso motivierter muss ihr widerstanden werden", appelliert Frauenreferentin Beate Prettner heute, Dienstag, im Vorfeld des morgigen internationalen Frauentages, die "dringenden und drängenden Frauenthemen wie gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, faire Frauenpartizipation in Betrieben und in der Politik engagiert anzupacken. Sie verweist auf ein interessantes und unbefriedigendes Phänomen: "Obwohl seit dem Studienjahr 1997 - also seit 20 Jahren - die Mehrzahl der Kärntner Studierenden stets weiblich ist, Frauen also eine Top-Ausbildung genießen, hinken die Frauen einkommenstechnisch nach wie vor den Männern hinterher: Das durchschnittliche Bruttoeinkommen liegt beim Mann bei 2.813 Euro, jenes der Frau bei 1.878 Euro, das ist um rund ein Drittel weniger."

Positiv sieht die Frauenreferentin daher, dass die Bundesregierung nun das Thema Mindestlohn aktiv angehen will. Denn zwei Drittel jener 360.000 Österreicher, die weniger als 1.500 Euro brutto für einen Vollzeitjob verdienen, seien Frauen. Das setze sich in der Pension fort, dann seien Frauen viel häufiger armutsgefährdet. "Mittelfristig ist es wünschenswert, den Mindestlohn bei 66 Prozent des Medianeinkommens zu sehen, das wären derzeit 1.750 Euro", betont Prettner. Und sie warnt: "Wenn wir bei der Angleichung des Lohnniveaus in dem bisherigen Tempo weitermachen, schließen wir die Einkommensschere erst in 170 Jahren."

Was Prettner zudem am Herzen liegt, ist der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, die eine Vollzeitarbeit zulässt - zunächst für Unter-Sechsjährige, mittelfristig aber auch für Schulkinder. "Eltern müssen die Sicherheit haben, eine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen zu können, wenn sie eine solche benötigen."

Anlässlich des morgigen internationalen Frauentages betont Prettner außerdem: "Es geht nicht darum, übliche Klischees zu bedienen - und sich danach wieder zurückzulehnen. Das wäre Hohn." Vielmehr müsse den Frauen und den Männern bewusst sein, dass unsere Gesellschaft trotz allen Fortschritts nach wie vor in einer weiblich-männlichen Schieflage lebe, und dass es jeden Tag darum gehe, diese Schieflage gerader zu machen. Nicht nur am 8. März.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm