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Streunerkatzen: Neue Kastrationsaktion von Land, Gemeinden und Tierärztekammer präsentiert

16.03.2017
LR Darmann: Katzenleid verhindern und Erkrankungsrisiko von Menschen und Nutztieren verringern


Klagenfurt (LPD). In einer Pressekonferenz mit Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Peter Stauber, Tierärztekammer-Präsident Franz Schantl und Tierschutzombudsfrau Jutta Wagner präsentierte Tierschutzreferent LR Gernot Darmann eine gemeinsame Katzen-Kastrationsaktion von Land, Gemeinden und Tierärztekammer. "Nach der Einstellung der Aktion im Jahr 2015 konnten wir nun wieder die notwendigen finanziellen Mittel für die Kastration von Streunerkatzen aufstellen. Mit dieser Aktion gelingt es nicht nur, Katzenleid zu verhindern, sondern wir können damit auch das Erkrankungsrisiko von Menschen und Nutztieren durch von Katzen übertragbare Krankheiten verringern", erklärte Darmann, der sich dafür einsetzen wird, die Aktion auch im Jahr 2018 fortsetzen zu können.

Der Tierschutzreferent verwies darauf, dass sich unkastrierte Katzen pro Jahr zwei- bis dreimal fortpflanzen können. "Die Kastration von Streunerkatzen ist aus drei Gründen wichtig: Laut Berechnungen von &aposVier Pfoten&apos können aus einem Katzenpaar theoretisch nach fünf Jahren enorme 12.680 Nachkommen entstehen. Eine hohe Katzenpopulation fördert Krankheiten, Unterernährung und Revierkämpfe unter den Katzen. Daneben können sich auch Krankheiten, die für den Menschen gefährlich sind, leichter verbreiten", betonte Darmann, der hier insbesondere auf die Toxoplasmose verwies, die nur von Katzen über deren Ausscheidungen auf den Menschen übertragen wird. Es handelt sich dabei um eine Parasitenerkrankung die durch Schmierinfektion d.h. durch Aufnahme von mit Katzenkot positiver Tiere kontaminierter Erde auf den Menschen übertragen werden kann.

Darmann richtete seinen Dank an die vielen Organisationen und privaten Vereine, die dabei helfen, Streunerkatzen artgerecht einzufangen, wie das TIKO, Tierschutz aktiv Kärnten, das Lavanttaler Tiereck, Animal Amigos und viele mehr. Stauber erklärte namens des Gemeindebundes, dass sich die Gemeinden gerne an der Aktion beteiligen. Er verwies auf die Förderung des Tierschutzes, die Gesundheit der Katzen und die Gesundheit insbesondere von Kindern, welche auf Kinderspielplätzen mit Katzenkot in Kontakt kommen können.

Der Präsident der Tierärztekammer zeigte sich erfreut darüber, dass diese wichtige Aktion zur Bekämpfung des Katzenelends wieder aufgenommen werden kann und verwies auf die Notwendigkeit der Prophylaxe. Man stelle seitens der Tierärzte sicher, dass die Kastration eingefangener Katzen rasch und tierschonend durchgeführt werde und kastrierte Tiere mittels einer Kerbung im Ohr markiert werden. Die Aktion gelte nur für wild lebende Katzen, insgesamt können bis zu 900 Katzen kastriert werden. Wagner appellierte an die Bevölkerung, Kastrationen fachgerecht bei Tierärzten vorzunehmen.
Die einzige nachhaltige und tiergerechte Methode, das Wachstum von Streunerkatzen-Kolonien zu bremsen und damit auch die Ausbreitung von Krankheiten in der Katzenpopulation und den Übertrag von Krankheiten auf den Menschen und dessen Haustiere zu verhindern, stellt die Kastration dieser Tiere dar.

Die Kastrationsaktion für Streunerkatzen wird heuer mit insgesamt 60.000 Euro finanziert. Davon kommen 20.000 Euro vom Land Kärnten (Tierschutz), 20.000 Euro von den Gemeinden, zusätzlich verzichten die Tierärzte auf Behandlungskosten im Ausmaß von ebenso 20.000 Euro. Abgewickelt wird die Aktion über die Tierschutzombudsstelle des Landes und die Gemeinden.



Rückfragehinweis: Büro LR Darmann
Redaktion: Aichbichler/Böhm
Fotohinweis: Büro LR Darmann