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POLITIK

Schutzstatus für Wolf, Bär und Luchs überdenken

24.03.2017
LR Benger unterstützt Positionen des Kärntner Almwirtschaftsvereins und der Alm/Alpwirtschaftlichen Verbände im Alpenraum – Herabsetzung des Schutzstatus des Großraubwildes


Klagenfurt (LPD). „Als Tourismus- und Agrarlandesrat verstehe ich die Position des Kärntner Almwirtschaftsvereines und sämtlicher Almwirtschaftsverbände von Österreich, der Schweiz, Frankreich, Bayern, Slowenien und Südtirol. Sie alle fordern die Herabsetzung des Schutzstatus für Wolf, Bär und Luchs. Ansiedelungen von Großraubwildarten sorgen für massive Konflikte mit der Landwirtschaft, der Almwirtschaft, mit Siedlungsräumen und dem Tourismus“, teilte heute, Freitag, LR Christian Benger heute. Auch er spricht sich für die Herabsetzung des Schutzstatus aus. „Darauf zu warten, bis die Konflikte überhand nehmen, ist Vogel-Strauß-Politik“, so Benger.


Grund ist die vorliegende Resolution des Kärntner Almwirtschaftsvereins, wo man sich große Sorgen um die Bewirtschaftung der Almen macht auf Grund der ständigen Zunahme und unkontrollierbaren Vermehrungsrate von Bär und vor allem Wolf. Der Almwirtschaftsverein hat eine Resolution formuliert, die der Kärntner Politik übergeben wurde. Die Resolution hat ein klares Ziel: Die Politik solle die gesetzlichen Grundlagen schaffen, um die unkontrollierte Ausbreitung von Großraubtieren zu verhindern. Der Almwirtschaftsverein sieht zudem eine Möglichkeit im Kärntner Jagdgesetz, das derzeit novelliert wird. Darin könnte man Ausnahmeregelungen zur Regulierung durch den Menschen schaffen, nach dem Vorbild der Schweiz.


„Die Sorge ist auf Grund von Rissen von Nutztieren und dauernden Sichtungen berechtigt. Die Wölfe sind da und es werden mehr. Es geht um den Schutz von Mensch, Nutztier und Betrieben“, fasste Benger zusammen und erinnert an die Sichtung des ersten Wolfsrudels in Österreich 2016. Kein Landwirt wolle seine Tiere auf Almen auftreiben, wenn er um die Bedrohung von Großraubwild weiß. „Bei einem Riss durch ein Großraubwild reden wir von Verrecken der Nutztiere. Das will kein Bauer, das kann auch kein Natur- oder Tierschützer wollen“, erklärte Benger.


Die wesentlichste Maßnahme, einzugreifen, sei laut Benger, den Schutzstatus für Wolf und Bär zu überdenken und herabzusetzen. Dafür setzen sich auch andere europäische Länder ein. Konkret geht es um die EU FFH-Richtlinie (RL 92/43/EW).


Die europäischen Almwirtschaftsverbände fordern die Herabsetzung des Schutzstatus von Großraubwild in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und die Regulierung der Populationen durch den Menschen. „Auch die Resolution des Kärntner Almwirtschaftsvereines nimmt Bezug. Ich bin dafür, diesen Schutzstatus herabzusetzen“, bekräftigte Benger.


Zusätzlich sind die Wiederansiedelungsprojekte im Alpenraum zu überlegen. Derzeit wird die Anzahl der Wölfe mit 40.000 in Europa beziffert, südlich der Kärntner Grenzen sollten es 3.900 Tiere sein. Im Baltikum und den Karpaten rechnet man mit weiteren 7.300 Wölfen. Die verständliche Forderung der Almwirtschaftsorganisationen, den Schutzstatus herabzusetzen und die Möglichkeit einer Regulierung der Populationen durch den Menschen müsse diskutiert werden dürfen. „Wir alle leben von Bewirtschaftung und Wirtschaft. Unterschutz-Stellungen gut und schön, aber unser Leben hat sich gegenüber vor 200 Jahren verändert und damit auch die Nutzung des Kultur- und Naturraumes“, fasste Benger zusammen.


So sei laut Benger nicht der gesamte Alpenbogen dazu geeignet, flächendeckend Wolfspopulationen aufzunehmen. „Es müssen in Zukunft zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft, zum Schutz der Existenzen und zum Schutz der Erholungssuchenden großraubtier-freie Zonen eingeführt werden“, unterstützt Benger die Forderung der Almwirtschaftsvereine.


Auch Versuche mit aufwändigen Schutzmaßnahmen haben bis dato keine zufriedenstellenden Ergebnisse geliefert. Dazu zählen Einzäunungen, Nachtpferche oder dauerhafte Behirtungen sowie der Einsatz von Herdenschutzhunden. „All diese Maßnahmen sind nicht konfliktfrei, wenn ich an Wanderer und Herden-Schutzhunde denke. Zumal die Kosten und der Aufwand ohne entsprechende garantierte Wirkung zu hoch sind“, erläuterte Benger. Ein Pilotprojekt in Kärnten auf einer Alm mit einem Hirten und einem Hund in einer Saison kostet laut Benger 14.000 Euro.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Zeitlinger