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Nahversorger-Förderung geht 2017 weiter

29.03.2017
LR Benger: 200.000 Euro aus dem Wirtschaftsreferat für Versorgungs-Infrastruktur im ländlichen Raum - Neu: Regionalitäts-Bonus


Klagenfurt (LPD). Schon im Vorjahr hat die Nahversorger-Förderung mit wenig Geld eine große Wirkung erzielt. So wurden mit nur 146.000 Euro aus dem Wirtschaftsreferat des Landes Versorger-Infrastruktur und Arbeitsplätze abgesichert. "Die Nahversorger-Förderung hat einen Mehrfachnutzen: für den Betrieb, die Mitarbeiter und die Bewohner im jeweiligen Umkreis. Nahversorger sind nicht nur Versorger, sondern immer mehr Kommunikationszentren im Ort", bekräftigte LR Christian Benger heute, Mittwoch.

2016 wurden 60 Nahversorger in Kärnten unterstützt, 242 Mitarbeiter abgesichert, weil nicht nur Investitionen sondern auch Personalkosten gefördert wurden. Die jeweiligen Gemeinden haben den Landesbetrag aufgestockt, so flossen 143.000 Euro vom Land und 176.000 Euro von den Gemeinden. In Summe haben die Nahversorger 455.000 investiert. 2017 wird die Nahversorger-Förderung nun fortgesetzt, das Budget hat Benger auf 200.000 Euro aufgestockt und zusätzlich wird ein Regionalitäts-Bonus eingeführt.

"Regional Regionales einkaufen, lautet das Motto. Wenn Nahversorger ein eigenes Regional-Regal einrichten, erhalten sie zusätzlich zur Förderung einen Bonus, wenn auch die Gemeinde dieses Vorhaben unterstützt. Von Landesseite verdoppeln wir den Gemeindebetrag bis max. 1.000 Euro", erklärt Benger. Das Ziel sei klar: der regionale Wirtschaftskreislauf müsse in Schwung bleiben und der Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln könne man so besser gerecht werden. Nutzen können die Nahversorger-Förderung 2017 Nahversorger mit max. 10 Mitarbeiter und einem max. Nettoumsatz von bis zu 1 Mio. Euro. Als Beispiel: die 60 Nahversorger, die 2016 unterstützt wurden, weisen gemeinsam einen Nettoumsatz von 31 Mio. Euro auf.

Immer mehr Gemeinden wünschen sich wieder einen Nahversorger oder sind dabei, einen bestehenden Nahversorger zu unterstützen, weil die Kosten für die kleinen Geschäfte die Einnahmen übersteigen.
Raimund Haberl, Spartenobmann Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Kärnten: "Die Überlebensschwelle für das kleine Geschäft am Land muss durch Förderungen oder kommunale Initiativen nach unten gedrückt werden!"

Studien der Wirtschaftskammern anderer Bundesländer belegen laut Haberl: 99 Prozent der Bevölkerung ist die klassische Nahversorgung (wieder) wichtig oder sehr wichtig - und somit ist diese aus dem heutigen Wirtschaftskreislauf nicht mehr wegzudenken.
"Mit dem regelmäßigen Einkauf bei einem Nahversorger entscheidet sich jeder Einzelne bewusst für ein regionales, frisches Angebot und schont dabei auch die Umwelt. Man erhält persönliches Service und erfährt nebenbei die Neuigkeiten aus dem Ort", erklärt Haberl.

Um sich jedoch abzuheben, empfehlen Experten kleinen Nahversorgungsbetrieben den Blick über den Tellerrand. Die Ergänzung des Angebots mit branchenfremden Elementen kann die Attraktivität deutlich steigern, denn Multifunktionsgeschäfte sind gefragt. So stehen knapp 90 Prozent der Konsumenten einer Kombination eines Nahversorgers mit anderen Branchen positiv gegenüber.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Brunner