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HCB: Expertensprechtage in zwei Görtschitztaler Gemeinden

04.04.2017
Fachleute des Amtes der Kärntner Landesregierung beantworten in Klein St. Paul am 5. April und in Brückl am 6. April Fragen zum Thema HCB - Fachabteilungen sind weiterhin aktiv


Klagenfurt (LPD). Seitens der Fachabteilungen des Amtes der Kärntner Landesregierung ist man weiterhin äußerst aktiv in der Causa HCB. Morgen, Mittwoch, 5 April, im Gemeindeamt Klein St. Paul um 16 Uhr bzw. übermorgen, Donnerstag, 6. April, im Gemeindeamt Brückl um 16 Uhr, beantworten Fachleute aus den Bereichen Umwelt, Recht, Gesundheit und Landwirtschaft in Absprache mit den Gemeinden offene Fragen zum Thema HCB. Grund der Expertensprechtage: Diverse Meldungen in Tageszeitungen und ein 111 Seiten langer Bericht der Alpen-Adria- Universität Klagenfurt vom 1. März 2017 (AAU-Bericht) haben im Tal erneut für Verunsicherung gesorgt. Der Bericht wurde unter anderem in einer Pressekonferenz Anfang März mit der Aussage zitiert, die Menschen im Görtschitztal seien auch mit Schwermetallen belastet.

Von der Medizinischen Universität Wien (Abteilung Umwelthygiene und Umweltmedizin) liegt nun eine Stellungnahme vor. "Bedauerlicherweise ist der AAU-Bericht in einer Weise verfasst, die bei Laien Verunsicherung und Besorgnis aufkommen lassen und im schlimmsten Fall unnötigen Stress verursachen", heißt es wörtlich. Grund dafür seien fehlende wesentliche Informationen und fehlerhafte Darstellungen. So fehle etwa die Angabe, in welchen Labors und in welchem Zeitraum Harnprobenmessungen durchgeführt wurden. Damit könne die Qualität der Messungen nicht beurteilt werden. Der Bericht weise auch Mängel in den statistischen Methoden auf, wobei besonders die Vergleiche zwischen Altersgruppen und Gemeinden nicht korrekt durchgeführt wurden.

Laut der Umweltabteilung ist die Sicherung der Kalkschlammdeponie K20 voll im Laufen. Die Oberflächenabdichtung wird in den nächsten Wochen fertiggestellt sein; danach wird die Bodenluftabsaugung installiert und in Betrieb genommen. In weiterer Folge ist die Umschließung des Altlastenkörpers mittels Dichtwand und die Errichtung einer Grundwasserreinigungsanlage vorgesehen. Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass Schadstoffe, wie HCB weder in die Luft noch in das Grundwasser entweichen können. Die von Seiten der Umweltabteilung auch in den nächsten Jahren vorgesehenen Untersuchungen und Messungen (Grund- und Oberflächenwasser, Luftgüte, Fichtennadeln …) dienen dazu, diese Annahmen und Prognosen zu bestätigen.

Von der Lebensmittel-Aufsicht - in enger Zusammenarbeit mit dem Labor des Landes Kärnten (ILV Kärnten) - wurde die Schwerpunktaktion Milch- und Fleischprodukte im Lebensmitteleinzelhandel des Görtschitzttales und seiner Umgebung auch im Feber 2017 weitergeführt. Insgesamt wurden 35 Proben amtlich gezogen. Keine der Proben war bezüglich des Gehaltes an HCB lebensmittelrechtlich zu beanstanden. Jedes Produkt hielt auch den Wert der Verzehrsempfehlungen der Medizinischen Universität Wien (Stand 20. April 2016) ein.

Bei den Monitoringaktivitäten wird das Futtermittel-Monitoring der Agrarabteilung speziell im Umkreis der Deponie in Brückl weiter durchgeführt und startet demnächst.

I N F O: Anmeldungen zu den Sprechtagen unter den Telefonnummern 0 42 64/24 01-13 (Klein St. Paul) bzw. 0 42 14/22 37-0 (Brückl).

I N F O S zum Thema HCB findet man auch auf der Homepage des Landes Kärnten www.ktn.gv.at unter den Themenschwerpunkten.



Rückfragehinweis: Landespressedienst
Redaktion: Michael Zeitlinger