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Hilfe auf dem Weg aus der Erwerbsarmut

05.04.2017
LHStv.in Schaunig: Kein Auskommen mit dem Einkommen - Von Armut trotz Arbeit sind auch Kärntnerinnen und Kärntner betroffen - EU und Land Kärnten finanzieren Projekt "Kick-up - One-Stop" für berufliche Stabilität der Kärntner Volkshochschulen


Klagenfurt (LPD). Armut und damit verbundene soziale Ausgrenzung findet sich heute nicht mehr ausschließlich am Rande der Gesellschaft, sondern immer häufiger auch in der sogenannten "sozialen Mitte". Die Ursachen dafür liegen beispielsweise in geringer Wochenarbeitszeit, nicht ganzjähriger oder gering entlohnter Tätigkeit oder der Familiensituation. Wichtige Voraussetzungen, um dieser Armutsfalle zu entgehen, sind "einerseits Qualifizierung und berufliche Weiterbildung, andererseits aber auch das Nutzen vorhandener Unterstützungsmöglichkeiten", teilte heute, Mittwoch, Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig mit. Genau hier setzt das Projekt "Kick-up - One-Stop" für berufliche Stabilität" an, das vom Europäischen Sozialfonds und dem Land Kärnten finanziert und von den Kärntner Volkshochschulen umgesetzt wird.

Mehr als 50.000 Kärntnerinnen und Kärntner sind von Armut betroffen. Als armutsgefährdet gelten Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der gesamten Bevölkerung auskommen müssen (EU-SILC). Die aktuelle Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt liegt derzeit bei 1.163 Euro monatlich. "Ein abgeschlossenes Studium garantiert keinen guten Lohn mehr. Atypische Beschäftigungsverhältnisse prägen immer häufiger das Erwerbsleben über einen längeren Zeitraum", betonte die Geschäftsführerin der Kärntner Volkshochschulen Beate Gfrerer. Mit dem geringen Einkommen gehen auch Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen wie Bildung, Wohnen oder Gesundheit einher.

Das Projekt "Kick-up - One-Stop" für berufliche Stabilität" setzt sich zum Ziel, dieser Entwicklung entgegenzusteuern und bietet direkt vor Ort kostenlose Beratung, Begleitung, Unterstützung und Qualifizierung für Personen, die trotz Erwerbstätigkeit von Armut bedroht oder betroffen sind (sog. Working Poor). "Die Beraterinnen der Kärntner Volkshochschulen erarbeiten gemeinsam mit den Betroffenen einen individuellen Maßnahmenplan zur Verbesserung ihrer aktuellen Situation und beziehen bereits vorhandene Unterstützungssysteme in den Regionen mit ein", erklärte Projektkoordinatorin Sonja Landfried.

Durch die Entwicklung und Umsetzung spezifischer Angebote und die Schaffung von Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Betreuungspflichten werden armutsgefährdeten Personen in ländlichen Regionen nachhaltige Zukunftsperspektiven eröffnet. Auch bestehenden Mobilitätsproblemen kann somit entgegengewirkt werden. "Damit entsteht ein sogenannter One-Stop-Shop für alle Anliegen der Betroffenen, in welchem Sie Beratungs-, Betreuungs-, Qualifizierungs- und Coachingangebote aus einer Hand erhalten", so Landfried. Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre. Das Finanzierungsvolumen für das erste Jahr beträgt 163.000 Euro, wobei die Hälfte davon aus dem ESF kommt.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Schaunig
Redaktion: Matticka/Zeitlinger