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Weltgesundheitstag: Psychische Gesundheit im Fokus

06.04.2017
Psychische Erkrankungen bei Kindern nehmen zu - LHStv.in Prettner kündigt zusätzliche Ausbildungsplätze für Fachärzte an


Klagenfurt (LPD). Die körperliche Gesundheit ist das eine, die psychische Gesundheit das andere. "Immer öfter ist es die Seele, die Menschen krank macht", sagt LHStv.in Beate Prettner. Psychische Erkrankungen machen auch vor Kindern nicht halt. Bereits 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich sind davon betroffen. "Vor allem soziale Faktoren sind als Auslöser auszumachen", so Prettner. Dies beginne bei Überforderungssituationen der Eltern, prekären Beziehungsverhältnissen und reiche bis zu Leistungsdruck. "Aber auch zunehmende soziale Vereinsamung - Stichwort digitale Rückzugswelten - sind nicht zu unterschätzen", warnt die Gesundheitsreferentin.

Anlässlich des morgigen Weltgesundheitstages kündigt Prettner an, die soziale Gesundheit verstärkt in den Blickpunkt zu rücken - und das auf zwei Ebenen: der Prävention und der Therapie. Konkret werden nun - wie bereits im RSG 2020 vorgesehen - je zwei zusätzliche Ausbildungsplätze für Fachärztinnen und Fachärzte für die Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutische Medizin sowie für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin installiert. "Im Klinikum Klagenfurt können diese Fachrichtungen an der Abteilung für Neurologie und Psychiatrie des Kinder- und Jugendalters sowie an der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie ausgebildet werden. Die Einstufung der Ärzte in Facharztausbildung erfolgt nach Vordienstzeit und Ausbildungsdauer", informiert die Gesundheitsreferentin.

Besonderes Augenmerk will Beate Prettner den Präventionsmaßnahmen widmen: "Wir haben hier bereits eine Reihe von Projekten umgesetzt, werden aber intensiv am Drücker bleiben." Die Referentin nennt etwa das Projekt der "Frühen Hilfen". Prettner verweist aber auch auf die immer häufiger auftretenden psychischen Erkrankungen bei Frauen: Bereits ein Drittel aller Invaliditäts-Frühpensionierungen ist darauf zurückzuführen. Tendenz weiter steigend.

"Während bei 26 Prozent der männlichen Bezieher der I-Pension eine psychische Erkrankung als Ursache angeben wird, sind es bei Frauen mit 46 Prozent fast doppelt so viel", erklärt die Gesundheitsreferentin. Sie hat daher bei der letzten Frauenreferentinnen-Konferenz in Graz einen Antrag auf Schaffung von zusätzlichen kostenfreien und frauengerechten Psychotherapieplätzen eingebracht. "Hier heißt es, aktiv zu werden - und gezielt mit psychotherapeutischen Maßnahmen entgegenzusteuern", so Prettner.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: C. Grabner/Brunner