News

LOKAL

90 Prozent der Erwerbsobstbauern sind versichert

20.04.2017
LR Benger: Frost- und Schneeschäden im Vorjahr haben Durchversicherung bewirkt – Land hat 2016 Versicherungsbeitrag auf über 1,6 Mio. Euro aufgestockt – Prävention ist das beste Mittel – Frosträuchern generell per Verordnung ermöglichen


Klagenfurt (LPD). Schäden in der Kärntner Landwirtschaft durch Naturkatastrophen wie Hagelunwetter wurden für Versicherte schon bisher über die Hagelversicherung abgegolten.


„Der späte Frost und Schnee im Vorjahr waren schließlich der Grund, dass wir die Hagelversicherung ausgeweitet haben auf Frostschäden aber auch gleich auf Missernten durch Dürre. Die Versicherung ist die einzige Möglichkeit, Ernteausfälle zu kompensieren“, sagt Agrarlandesrat Christian Benger.


In Summe wendet das Land durch die Ausweitung rund 1,6 Mio. Euro auf. Die Versicherungsprämie wird zur Hälfte vom Landwirt und zur Hälfte von Bund und Land getragen. „Der Appell im Vorjahr hat im wahrsten Sinne des Wortes Früchte getragen. Denn 90 Prozent unserer Obstbauern haben sich versichert“, weist Benger hin. Das entspricht 35 Hektar der Obstkulturen. Die Weinbauern haben rund 70 Prozent der Gesamtweinbaufläche versichert.


Im Intensivobstbau ist diese Durchversicherungsrate ein Novum. Jetzt, ein Jahr nach den Schneeschäden, steht Kärntens Landwirtschaft erneut vor Ernteausfällen durch Frost, der laut Vorhersagen droht.


„Die Versicherung ist jedenfalls die bessere Variante, als nach einem Schadereignis auf Zahlungen aus dem Katastrophenfonds zu warten“, ist Benger überzeugt. Noch besser ist es laut Benger jedoch, Frostschäden überhaupt vermeiden zu können.


Mit der Verordnung, die das Frosträuchern in Obst- und Weinkulturen zulässt, macht das Land Kärnten heute diese Vorsorge möglich. Andere Bundesländer wie Wien oder Tirol haben bereits gehandelt, Kärnten hat heute nachgezogen.


Mit dem Frosträuchern werden die Temperaturen beispielsweise durch glühende Strohballen in den Kulturen im Plus-Bereich gehalten, sodass der Frost keine Schäden anrichten kann.


„Im Verbrennungsverbot des Bundes sind Ausnahmen vorgesehen. Bundesländer wie die Steiermark, das Burgenland oder Niederösterreich haben das Frosträuchern bereits generell bei den Ausnahmen berücksichtigt, das sollte in Kärnten auch so gehandhabt werden in Hinblick auf die dauernden Wetterkapriolen und der existenziellen Abhängigkeit der Obstbauern vom Ertrag. Dann braucht es keine Sonderaktionen mehr wie heute durch die Koalition“, fasst Benger zusammen.


Wenn das Frosträuchern generell zu den Ausnahmeregelungen zählt, dann müssen betroffene Obst- oder Weinbauern das Räuchern in Frostnächten lediglich bei der jeweiligen Gemeinde anmelden.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Brunner