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Katastrophenschutz: Kärnten entwickelt Maßnahmenplan zum Schutz bei "Blackout"

25.04.2017
Bezirkshauptleutekonferenz bei Austrian Power Grid AG in Wien - LH Kaiser: "Eigene Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Schutzmaßnahmen eingerichtet, um für Fall eines flächendeckenden Stromausfalls vorbereitet zu sein"


Klagenfurt (LPD). "Blackout" - Ein Begriff, der in verschiedensten Medien immer wieder vorkommt und den plötzlichen Ausfall großer Stromnetze bedeutet. Dieses Bedrohungsszenario ist längst nicht mehr nur Inhalt von diversen Kino-Filmen, sondern durchaus real und wird von Katastrophenschützern weltweit sehr ernst genommen. Wie Kärntens Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Peter Kaiser bekannt gibt, werde in seinem Auftrag auch für das Bundesland Kärnten aktuell an einem umfassenden Schutzmaßnahmen-Plan für einen "Blackout" gearbeitet.

"Der Schutz Kärntens und seiner Bevölkerung auch vor möglichen Folgen eines flächendeckenden Stromausfalls ist mir eine Herzensangelegenheit. Es ist alles zu tun, um im Fall der Fälle die öffentliche Ordnung zu erhalten und die Menschen in Kärnten vor Schaden zu bewahren", betont Kaiser die Notwendigkeit derartige Pläne vorzubereiten. Man bedenke, dass bei längeren, flächendeckenden Stromausfällen nicht nur Kühlschrank, Herd und Heizung in den Privathaushalten betroffen sein könnten. Von der Beleuchtung im öffentlichen Raum, über Verkehrsanlagen, den bargeldlosen Zahlungsverkehr, Sicherheitseinrichtungen bis hin natürlich zur Versorgung in Spitälern und Pflegeeinrichtungen - die Auswirkungen hätten ohne entsprechende Vorbereitungs- und Schutzmaßnahmen unmittelbare Auswirkungen auf jede und jeden Einzelnen.

Um die notwendigen Schutz- und Einsatzpläne zu erarbeiten wurde im Auftrag von Kaiser eine ständige Arbeitsgruppe mit Vertretern der Landesamtsdirektion, dem Bundesheer, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, der Polizei und dem Zivilschutzverband eingerichtet. In einem ersten Schritt wurde ein spezifischer Fragenkatalog zur organisationsinternen Erstabklärung erarbeitet, der bis Mitte des Jahres ausgearbeitet und Basis für weitere Planungen sein soll. "Der Fragenkatalog dient zur Eigenüberprüfung des Amtes der Kärntner Landesregierung und der Bezirkshauptmannschaften für den Fall eines großflächigen und lang anhaltenden Stromausfalls, also eines Blackouts", so Kaiser. Die Fragen betreffen die drei Bereiche "Stromversorgung", "Kommunikation" und "Infrastruktur". So soll beispielsweise geklärt werden, welche Dienststellen über Notstromaggregate verfügen, wie lange und unter welchem Spritverbrauch sie die benötigte Leistung abdecken können, welche alternativen Kommunikationsmöglichkeiten es gibt, wie die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung funktioniert. Parallel dazu wird im Bereich der Straßenmeistereien gerade ein Pilotprojekt ausgearbeitet, um die landeseigenen Straßenbauämter und Straßenmeistereien mittels Notstrom zu versorgen.

Eingebunden werden schließlich auch die Energieversorger. Gerade heute, Dienstag, besucht eine Abordnung der Kärntner Bezirkshauptleutekonferenz die Austrian Power Grid AG (APG) in Wien, um sich bei den Netzexperten umfassende Informationen zu holen. "Im Katastrophenschutz ist es unumgänglich, immer am neuesten Informationsstand zu sein. Zudem ist es wichtig, sich auf allen Ebenen zu ‚vernetzen‘, sich auszutauschen, Kooperationen voranzutreiben", betont Kaiser. Seitens der APG werden die Kärntner unter anderem vom Technischen Vorstandsdirektor Gerhard Christiner informiert. Konkret über die Versorgungssicherheit in Kärnten referieren die Geschäftsführer der Kärnten Netz GmbH, Reinhard Draxler und Herbert Fuchs.

Der von Landesamtsdirektor Dieter Platzer angeführten Delegation gehören neben den Bezirkshauptleuten auch Vertreterinnen und Vertreter des Amtes der Kärntner Landesregierung, der Magistrate Klagenfurt und Villach sowie des Bundesheeres an.

In der APG-Steuerzentrale, einem Hochsicherheitsgebäude, sind rund 40 Personen beschäftigt. Im täglichen Netzbetrieb werden hier 63 Umspannwerke und Schaltanlagen sowie das APG-Leitungsnetzes mit rund 3.500 Kilometer Trassenlänge ferngesteuert. Zudem werden internationale, grenzüberschreitende Stromtransporte abgewickelt (weit über 100.000 Stromfahrpläne jährlich), Abschaltpläne für Leitungsinstandhaltung und Leitungsbauarbeiten geplant und durchgeführt sowie die Netzbetriebssicherheit überwacht und gewährleistet.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Gerd. A. Kurath