News

LOKAL

Gedenkfeier für die 13 Zeller Opfer des Nationalsozialismus

26.04.2017
LH Kaiser bei Festansprache in Wien: "Nicht nur ein Gedenken, sondern auch ein Bedenken der aktuellen Situation"


Klagenfurt (LPD). Der Klub slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien, die Botschaft der Republik Slowenien und das Landesgericht für Strafsachen Wien luden heute, Mittwoch, zu den Gedenkfeierlichkeit für die 13 Zeller Opfer des Nationalsozialismus. Neben Gorazd Žmavc, Minister für Auslandsslowenen, hielt Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser eine Festrede. An der offiziellen Kranzniederlegung und dem anschließenden Gedenken im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Wien nahmen auch Wolfgang Brandstetter, Bundesminister für Justiz, Friedrich Forsthuber, Präsident des Wiener Landesgerichts, Michael Ludwig, amtsführender Stadtrat Wiens, sowie Andrej Rahten, Botschafter der Republik Slowenien, teil. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Gemischte Chor des Singvereins Zell/Sele und der Chor des Klubs slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien.

"Jene, die hier getötet wurden, waren Menschen mit Mut zum aufrechten Gang gegen den Nationalsozialismus", zollte Kaiser in seiner Ansprache den Opfern größten Respekt. Sie hätten Menschlichkeit gezeigt und seien geprägt gewesen von humanistischen Ideen. Die Feier in Wien wollte der Kärntner Landeshauptmann nicht nur als Gedenken, sondern auch als Bedenken der aktuellen Situation verstanden haben und wies auf die Europäische Union, als derzeit größtes Friedensprojekt hin.

"Es ist wichtig, dass wir uns in kultivierter und angemessener Weise all jener erinnern, die im zweiten Weltkrieg Widerstand gegen den deutschen Nationalsozialismus geleistet haben", betonte Žmavc. "Als Botschaft, die uns alle vereinigt", bezeichnete Rahten die Gedenkfeier und fand damit auch bei den anderen Rednern breite Zustimmung. Brandstetter verwies auf die historische Entwicklung: "Aus einem Ort des Unrechts wurde ein Ort des Rechts."

Am 29. April 1943, wurden im Wiener Landesgericht 13 Menschen aus Zell geköpft, die in Klagenfurt zum Tode verurteilt worden waren. Sie waren Angehörige der Osvobodilna Fronta/Befreiungsfront (OF) in Kärnten, die am 27. April 1941 gegründet wurde und bewaffneten Widerstand gegen den Nationalsozialismus leisteten. Das erste Organistaionsnetz der OF wurde jedoch schon im November 1942 aufgedeckt, knapp 200 Personen wurden verhaftet, 36 wurde der Prozess gemacht.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser
Redaktion: Susanne Stirn
Fotohinweis: Slowenische Botschaft