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Regierungssitzung 6 - Tätigkeitsbericht der "Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung"

02.05.2017
LHStv.in Prettner regt Erhöhung der Ausgleichstaxe bei Nicht-Beschäftigung von beeinträchtigen Menschen an


Klagenfurt (LPD). "Wir haben für Menschen mit Behinderung viel vorangebracht. 4.437 Klientinnen und Klienten wurden in den vergangenen drei Jahren von der Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung (AMB) betreut. Das entspricht 21.193 Interventionen", gab heute, Dienstag, im Rahmen der Regierungssitzung Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner Einblick in den Tätigkeitsbericht der AMB. Das Erfreuliche dabei: "76 Prozent der Fälle wurden positiv erledigt, in 19 Prozent war dies rechtlich nicht möglich und lediglich fünf Prozent konnten nicht positiv abgeschlossen werden", so die Sozialreferentin. Die AMB arbeitet im Sinne einer Ombudsstelle und informiert über die Rechte der Menschen mit Behinderungen.

Als größte Herausforderung wird der Arbeitsmarkt gesehen. "Es muss leider festgestellt werden, dass zunehmend auch gut ausgebildete Menschen mit Behinderung Probleme haben, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen", informierte Prettner. Fakt sei: Die Beschäftigungspflicht von Menschen mit Behinderung wurde 2015 von 69,1 Prozent der Betriebe nicht erfüllt. "Deshalb ist durchaus zu überlegen, die Ausgleichstaxe anzuheben - und zwar auf die Höhe des jeweiligen Mitarbeiter-Durchschnittslohns im Betrieb."

Übrigens: Eine diesbezügliche Sensibilisierungsoffensive wird am 11. Mai im Messezentrum Klagenfurt mit dem "Zero Project Unternehmensdialog" durchgeführt. "Es geht darum, Unternehmern bewusst zu machen, dass Vielfalt auch wirtschaftlichen Mehrwert und nicht nur bürokratische Hürden bedeutet", so Prettner.

Der AMB-Tätigkeitsbericht hebt als besonders positiv die Umsetzung des LEP (Landesetappenplan) hervor und dabei vor allem die Einbindung von Menschen mit Behinderung in der Erstellung. "Gemeinsam konnten 73 Maßnahmen beschlossen werden, die mit dem LEP umgesetzt werden sollen", erläuterte die Sozialreferentin. In der Umstrukturierungsphase befinde man sich derzeit auch bei der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, insbesondere in so genannten ZPSR-Einrichtungen.



Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Böhm