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POLITIK

Traditionsgedenktag des Stabsbataillons 7

05.05.2017
LH Kaiser: Alpen-Adria-Raum ist beispielgebende Friedensregion - Forderung nach Art Marshallplan für ärmere Länder


Klagenfurt (LPD). Der Traditionsgedenktag des Stabsbataillons 7 fand heute, Freitag, in der Klagenfurter Windisch-Kaserne statt. Dabei wurde der Gefallenen und Toten aus dem Ersten Weltkrieg und dem Kärntner Abwehrkampf gedacht, insbesondere jener der Kärntner Freiwilligen Schützen und des k. u. k. Feldjägerbataillons Nr. 8. Von beiden ist das Stabsbataillon 7 der militärische Traditionsträger. In den Reden ging es nicht nur um das Erinnern und Gedenken, sondern vor allem um aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen.

Landeshauptmann Peter Kaiser betonte, dass man die globalen Problemstellungen nur bewältigen könne, wenn man aus der Vergangenheit lerne. Der Alpen-Adria-Raum sei beispielgebend, habe sich als ehemaliges Kriegsgebiet in eine Friedensregion gewandelt. Aus früheren Fehleinschätzungen und einem lange vorherrschenden "trügerischen Sicherheitsgefühl" habe auch die Politik gelernt. Es habe hier rasche Korrekturen gegeben zum Schutz der eigenen Bevölkerung und Werte, ging Kaiser auf die Stärkung des Bundesheeres ein. Den Soldatinnen und Soldaten dankte er namens des Landes dafür, dass sie der Bevölkerung zur Seite stehen.

"Wir brauchen eine Kombination aus Schutz- und Sicherheitspolitik, gepaart mit einer Perspektive über die eigenen Grenzen hinaus", so Kaiser weiter. Konkret fordert er eine Art Marshallplan für ärmere Länder und erwähnte das Konzept der sogenannten "Charter Cities". Es gehe hier um wirtschaftliche, klimatische und soziale Verbesserungen, die Menschen müssten lebenswerte Umstände in ihrer Heimat vorfinden. "Das wird die reichere Welt viel Materielles kosten. Es kann aber eine Migration in Überschaubarkeit und Lenkbarkeit sowie mit verstärkter Integration bringen", meinte der Landeshauptmann.

Für den stellvertretenden Obmann der Kärntner Freiwilligen Schützen, Vizeleutnant i.R. Peter Kucher, lautet der Auftrag unserer Toten: "Nie wieder Krieg, Brücken bauen statt Gräben ziehen, Frieden und Freiheit hüten." Für Major Klaus Wrumnig, den Obmann der 8er Jäger, soll das Totengedenken verhindern, "dass ein Stück unserer Geschichte stirbt".

Das Stabsbataillon 7 ist in den Garnisonen Klagenfurt, Bleiburg und Graz stationiert und ist der Führungs- und Unterstützungsverband der 7. Jägerbrigade. Für diese sprach als militärisch Höchstanwesender Brigadekommandant Brigadier Jürgen Wörgötter. Für das Stabsbataillon 7 sprach dessen Kommandant Oberstleutnant Harald Scharf.

Am Traditionsgedenktag nahmen Traditionsträger aus Österreich, Italien und Slowenien teil, anwesend waren u.a. auch Kärntens Militärkommandant Brigadier Walter Gitschthaler sowie Vertreterinnen und Vertreter von Einsatz- und Rettungsorganisationen. Worte der Besinnung sprach Militär-Pfarradjunkt Markus Stromberger. Umrahmt wurde die Feier durch die Militärmusik Kärnten unter der Leitung von Militärkapellmeister Oberstleutnant Dietmar Pranter.



Rückfragehinweis: Büro LH Kaiser; Militärkommando Kärnten
Redaktion: Markus Böhm
Fotohinweis: Bundesheer/Wolfgang Hinteregger