News

LOKAL

Regierungssitzung 5 - "Nikoteen" & Co. haben Wirkung gezeigt

15.05.2017
LHStv.in Beate Prettner zieht nach zwei Jahren Präventionsstrategie positive Bilanz - Sie kündigt weiteres Maßnahmenbündel an - "Österreich darf nicht der Aschenbecher Europas sein"


Klagenfurt (LPD). "Verbote sind das eine, Aufklärung ist das andere. In puncto Rauchen hat Kärnten bereits 2014 die Landesstelle für Suchtprävention mit der Entwicklung einer Tabakpräventionsstrategie beauftragt", erklärte heute, Montag, im Rahmen der Regierungssitzung LHStv.in Beate Prettner. Eingebunden in die Erarbeitung der Tabakpräventionsstrategie waren alle relevanten Partner aus den Bereichen Gesundheit, Schule, Jugendarbeit, aber auch der Wirtschaft. Die Umsetzung startete im Juni 2015 - und sollte vorerst am 31. Mai 2017 enden. "Wir planen aber eine Weiterführung. Gemeinsam mit dem Kärntner Fußballverband ist eine große Aktion mit dem Namen "Kicken statt tschicken" schon ausverhandelt", verriet Prettner.

Die Tabakpräventionsstrategie hat drei Ziele verfolgt: "Zum einen sollte die Bevölkerung, und hier vor allem die Jugend, sensibilisiert werden, um mit dem Rauchen erst gar nicht zu beginnen; zum anderen es ist darum gegangen, dass mehr Menschen ihren Zigarettenkonsum reduzieren oder überhaupt beenden; ein drittes Ziel war der Schutz vor Passivrauchen", so die Gesundheitsreferentin.

"Erfreulicherweise hat eine Basisbefragung der Bevölkerung ergeben, dass zwei Drittel der Befragten die Anhebung der Altersgrenze des legalen Zigarettenkonsums auf 18 Jahre befürworteten", so Prettner. Für sie steht fest, dass die Anhebung des Rauchverbotsalters mit einem Bündel an Sensibilisierungsmaßnahmen einhergehen müsse. Vor allem auch die Erwachsenen sollten - aufgrund ihrer Vorbildrolle - "aufgeklärt" werden. Im Rahmen der Tabakpräventionsstrategie wurden denn auch 9380 Broschüren "Über’ s Rauchen reden" an Eltern von Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren verteilt. Zudem wurden mehr als 30 Vorträge für Eltern abgehalten.

Speziell für Jugendliche hat man das Programm "Nikoteen" entwickelt. Dieses hat jeweils eine Lehrerschulung, ein Coaching für die Aufbereitung im Unterricht sowie einen interaktiven Parcours für SchülerInnen von 12 bis 14 Jahren umfasst. Das Angebot "Nikoteen 15+" wurde in der Folge für SchülerInnen ab 15 Jahren umgesetzt. Insgesamt wurden über 100 Workshops durchgeführt, wobei mehr als 80 Prozent der Jugendlichen angaben, dass sie der Workshop dazu bewegte, ihr Rauchverhalten und ihre Einstellung zu diesem Thema zu hinterfragen. "Das ist ein Ergebnis, mit dem in dieser Größenordnung kaum jemand gerechnet hat. Ein Ergebnis, das zeigt, dass Aufklärung sehr wohl und rasch positive Effekte erzielen kann", freute sich Prettner. Parallel dazu konnten 17 Rauchstopp-TrainerInnen für Kärnten ausgebildet und zertifiziert sowie 30 regionale Rauchstopp-Angebote über die GKK durchgeführt werden.

Für die Gesundheitsreferentin ist klar: "Die Tabakpräventionsstrategie darf für uns nach den beiden erfolgreichen Jahren nicht als abgeschlossen und erledigt gelten. Vielmehr müssen wir die positiven Ergebnisse als Auftrag sehen, mit diesem Engagement weiterzuarbeiten." Österreich sei derzeit noch "der Aschenbecher Europas" - 31 Prozent der erwachsenen Männer, 26 Prozent der erwachsenen Frauen und 33 Prozent der 17-Jährigen rauchen täglich - wohlwissend, dass Rauchen ihre Gesundheit gefährdet", so Prettner.

Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Stirn