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WIRTSCHAFT

Drauradweg: Radeln kennt keine Grenzen

19.05.2017
LR Benger: Drauradweg wird verlängert um internationale Anerkennung zu finden - Slowenien will in den Radweg entlang der Drau bis zur kroatischen Grenze 15 Mio. Euro investieren


Klagenfurt (LPD). Bei einer gemeinsamen Ausfahrt mit Tourismusreferent LR Christian Benger, Renata Martincic, der stellvertretenden Direktorin der Generaldirektorin für Tourismus im Wirtschaftsministerium Sloweniens, Uros Rozmann von der Aktionsgemeinschaft Drauradweg in Slowenien sowie Paco Wrolich, Radkoordinator der Kärnten Werbung, von Lavamünd bis Dravograd haben gestern, Donnerstag, beide Länder ihr Bekenntnis zum Ausbau des Drauradweges erneuert.

"Der Drauradweg muss international werden, grenzüberschreitend und damit länger. Die derzeitigen 360 Kilometer sind zu kurz für die nächste Liga", sagte Benger anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz in Dravograd. Möglich ist der Ausbau quer durch Slowenien bis zur kroatischen Grenze und selbst darüber hinaus ist eine weitere Verlängerung möglich. "Ein Drauradweg bis Belgrad ist eine Vision. Der Ausbau bis Varazdin in Kroatien liegt nahe", so Benger.

Seit 2015 wird in Slowenien engagiert am Ausbau bzw. der Verlängerung des Drauradweges gearbeitet, eine Lücke bis Marburg wird heuer noch geschlossen. Rozmann von der Aktionsgemeinschaft Drauradweg in Slowenien bestätigte, dass der raschere Ausbau nun erfolgen werde und dass "15 Mio. Euro in die 150 km lange Strecke bis zur kroatischen Grenze investiert werden". Meist aufgelassene Bahnlinien werden für den Ausbau adaptiert. 18 Gemeinden haben sich auf slowenischer Seite für den Ausbau zusammengeschlossen. Slowenien tue alles, um den Drauradweg attraktiv zu machen, bestätigt auch Renata Martincic. Das Thema Rad sei für die Entwicklung des Tourismus in Slowenien unerlässlich.

"Wir drehen gemeinsam an einem Rad. Der Radtourismus boomt, von einem Fernradweg profitieren alle Beteiligten, das beweisen auch andere Fernwege. Radfahren wird das Schifahren des Sommers", betonte Benger. Er verwies auch auf den Alpen Adria Trail mit 72.000 Übernachtungen, 4,7 Mio. Euro Umsatz, 20.000 Tageswanderern und rund 12.000 Radfahrer im Zug Udine-Villach in einem Jahr.

Die Auszeichnung des Drauradweges durch den ADAC auf der ITB Berlin 2015 zum 5-Sterne-Radweg habe zudem die Überzeugung auf allen Seiten verstärkt, einen internationalen Fernradweg entstehen zu lassen. Immerhin gab es bis dahin nur vier Radwege in Europa, die fünf Sterne tragen dürfen. "Wir haben in Kärnten in den letzten Jahren viel gearbeitet. Wirte-Kooperationen, Infrastruktur-, Qualitätsausbau. All das macht sich jetzt bezahlt und wir können unseren slowenischen Partnern Know-how liefern", erklärte Paco Wrolich.

Der Kärntner Drauradweg verzeichnet rund 180.000 Radfahrer pro Jahr. Dass das Potenzial vorhanden ist, beweisen die Zahlen. In Deutschland gibt es rund 4,5 Millionen Urlauber im Jahr, die mindestens eine Radreise mit drei Übernachtungen machen. Das alleine sind 13,5 Mio. Rad-Nächtigungen. 70 Prozent der Radurlauber machen Strecken-Radreisen, lernen Land und Leute kennen, die Kulinarik schätzen und wollen die Natur erleben.

"Investitionen in den Radtourismus sind Investitionen in unsere KMU und in den ländlichen Raum: Beherberger, Gastronomie, Fahrradverleihs, Servicestellen beleben die Regionen abseits der Zentralräume", so Benger.

Bereits vor zwei Jahren hat Benger die Gespräche mit den slowenischen Nachbarn begonnen. Im März 2016 auf der ITB wurde mit dem Slowenischen Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek der weitere Ausbau des Drauradweges auf slowenischer Seite besprochen. Im Juni 2016 waren 43 Bürgermeister aus Slowenien und 20 Vertreter von fünf slowenischen Ministerien in Kärnten, um Informationen über den Drauradweg und seinen Bau in Kärnten zu erlangen.

Kärnten hat den Abschnitt auf slowenischer Seite des Drauradweges bereits in die Werbemittel des Drauradweges aufgenommen, die 50 Kärntner Drauradweg-Wirte haben auf slowenischer Seite fünf Partnerbetriebe gefunden. Die Drauradweg-Wirte verzeichnen mehr als 350.000 Nächtigungen mit rund 100.000 Radfahrern. Von Südtirol bis Maribor beträgt die Strecke des Drauradweges rund 366 Kilometer.


Rückfragehinweis: Büro LR Benger
Redaktion: Robitsch/Zeitlinger
Fotohinweis: Büro LR Benger