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Slowenisches Gymnasium feierte 60. Geburtstag

24.05.2017
Hochkarätige Gratulanten-Schar im Klagenfurter Konzerthaus war sich einig: Slowenisches Gymnasium ist Zeichen und Garant für ein friedliches Miteinander


Klagenfurt (LPD). Es ist ein Abbild der Region in der wir leben - das Slowenische Gymnasium/ ZG/ZRG za Slovence in Klagenfurt. Kärntner Sloweninnen und Slowenen, Schülerinnen und Schüler der deutschsprachigen Bevölkerung des Landes, Mädchen und Burschen aus den benachbarten Regionen Friaul-Julisch Venetien und Slowenien sowie viele Kinder anderer Nationalitäten, die in Kärnten leben, werden dort seit 1957, also seit 60 Jahren, mit überregionalem Schwerpunkt unterrichtet. Ein Jubiläum, das heute, Mittwoch, im Klagenfurter Konzerthaus mit hochkarätigem Publikum gefeiert wurde. Zum "Referat" vor die Klasse gebeten wurden Bischof Alois Schwarz, Kärntens
Landeshauptmann Peter Kaiser, Borut Pahor, Präsident der Slowenischen Republik sowie der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen. Schuldirektorin Zalka Kuchling zeigte sich erfreut über die große Schar an Festgästen. Das Jubiläum nutzte sie für einen dankbaren und stolzen Blick zurück. Die Offenheit die im slowenischen Gymnasium gelebt werde sei laut Kuchling ein Garant dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die zunehmende Globalisierung gut meistern würden.

Auf die "interessante" Vorgeschichte der einzigartigen Bildungsinstitution und auf den mühsamen Prozess ihrer Entstehung ging van der Bellen in seiner Rede ein. Das slowenische Gymnasium sei in spannungsgeladenen Zeiten immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, umso erfreulicher die positive Entwicklung. "Die Schule gibt Hoffnung, dass die Jugend die hier unterrichtet wird frei von Vorurteilen ist und ein gemeinsames Heimatland Kärnten in den Vordergrund stellt", sagte der Bundespräsident.

"Wir feiern nicht nur das Jubiläum des slowenischen Gymnasiums, sondern auch das Bestehen und die Entwicklung der slowenischen Sprache in Kärnten", betonte Pahor in seiner Rede. Es sei ein Feiertag für die slowenische Volksgruppe an dem das Miteinander und die gute Nachbarschaft im Vordergrund stehen müssen. "Die europäischen Werte können nur durch dieses gute Miteinander weitergetragen werden."

An die guten Beziehungen die er selbst schon in Jugendzeiten zu Schülerinnen und Schülern des slowenischen Gymnasiums aufgebaut hatte, und an die Zeiten in denen diese hart auf die Probe gestellt wurden, erinnerte sich Kaiser im Rahmen seiner Festrede. "Nach Jahrzehnten in denen einander viel Unrecht zugefügt wurde, können wir heute sagen, dass wir einen Großteil dieser Schwierigkeiten überwunden haben", sprach der Landeshauptmann die Lösungen an, die in den vergangenen Jahren für die slowenische Volksgruppe erreicht werden konnten. "Es gab einen geistigen Durchbruch und Mehrsprachigkeit wird heute als Bereicherung angesehen", so Kaiser. Er verwies auf die verbindende Wirkung von Sprachen. Die Anwendung der Mehrsprachigkeit könne zu etwas sehr Wertvollem werden und das slowenische Gymnasium trage einen erheblichen Teil dazu bei.

Schwarz sprach von einem starken Baum, der aus dem zarten Pflänzchen von 1957 gewachsen sei. Das slowenische Gymnasium sei zu einer wichtigen Quelle der Entwicklung für die slowenische Volksgruppe geworden. "Die einzigartige Institution ist wohl eine Grundlage für das Bestehen der slowenischen Volksgruppe in Kärnten", meinte der Bischof. Das Gymnasium sei mehr als eine Schule - ein emotionales und kulturelles Projekt, das ihm, genau wie die slowenische Sprache und Kultur, größten Respekt abringe.

Kurzinterviews mit Absolventinnen und Absolventen, szenische Darstellungen, musikalische Umrahmung und Filmbeträge gaben dem Publikum einen Überblick über das vielfältige Angebot, das den Schülerinnen und Schülern des slowenischen Gymnasiums/ ZG/ZRG za Slovence geboten wird. Begeistert zeigten sich neben LR Rolf Holub auch Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger, Caritasdirektor Josef Marketz sowie der slowenische Generalkonsul Milan Predan.



Rückfragehinweis: Büro LH Peter Kaiser
Redaktion: Susanne Stirn
Fotohinweis: LPD/ fritzpress