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Nahversorger-Förderung geht 2017 weiter

31.05.2017
LR Benger: 200.000 Euro aus dem Wirtschaftsreferat für Versorgungs-Infrastruktur im ländlichen Raum – Neu: Regionalitäts-Bonus – Spittal und Arriach sind die Ersten


Klagenfurt (LPD). Schon im Vorjahr hat die Nahversorger-Förderung mit wenig Geld eine große Wirkung erzielt. So wurde mit nur 146.000 Euro aus dem Wirtschaftsreferat des Landes nicht nur Versorger-Infrastruktur abgesichert, sondern konnten auch Arbeitsplätze gesichert werden. „Die Nahversorger-Förderung hat einen enormen Mehrfachnutzen: für den Betrieb, die Mitarbeiter und die Bewohner im jeweiligen Umkreis. Nahversorger sind nicht nur Versorger, sondern immer mehr Kommunikationszentren im Ort“, bekräftigt Wirtschaftslandesrat Christian Benger. 2017 wird die Nahversorger-Förderung fortgesetzt, das Budget hat Benger auf 200.000 Euro aufgestockt und zusätzlich wurde ein Regionalitäts-Bonus eingeführt. Erstmals können auch Fleischereien und Bäckereien ansuchen.


„Regional Regionales einkaufen, lautet das Motto. Wenn Nahversorger ein eigenes Regional-Regal einrichten, erhalten sie zusätzlich zur Förderung einen Bonus, wenn auch die Gemeinde dieses Vorhaben unterstützt. Von Landesseite verdoppeln wir den Gemeindebetrag bis maximal 1.000 Euro“, erklärt Benger. Das Ziel sei klar: der regionale Wirtschaftskreislauf müsse in Schwung bleiben und der Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln könne man so besser gerecht werden.


Nutzen können die Nahversorger-Förderung 2017 Nahversorger bis maximal zehn Mitarbeiter und einem maximalen Nettoumsatz von bis zu einer Mio. Euro. Als Beispiel: die 60 Nahversorger, die 2016 unterstützt wurden, weisen gemeinsam einen Nettoumsatz von 31 Mio. Euro auf.


Die ersten, die ihre Anträge für die Nahversorger-Förderung eingereicht haben, waren die Fleischerei Koch in Spittal und der Spar von Monika Oblak in Arriach. Erst kürzlich hat Benger die Förderzusagen persönlich überbracht. So wird in der Fleischerei Koch, die außer Koch sen. und Koch jun. noch drei Mitarbeiter beschäftigt, beispielsweise in ein Regional-Regal investiert. „Wir sichern nicht nur einen Standort ab, der in zweiter Generation betrieben wird. Wir wollen auch ein klares Signal Richtung Kleinunternehmen senden, dass sie unbürokratisch zu Förderungen kommen“, so Benger.


Erst vor kurzem hat Monika Oblak das Spar-Geschäft in Arriach übernommen. Der Zusammenhalt in der Gemeinde, das Bewusstsein der Bewohner für das Geschäft, machen den Fortbestand möglich. Gerade für kleine Betriebe wie diese, wo drei Teilzeitkräfte Arbeit finden, ist die unbürokratische Nahversorgerförderung eine Möglichkeit, zu investieren. Auch beim Spar wird in die Kühlung und in Regale investiert und hat auch die Gemeinde die Nahversorgerförderung aufgestockt.


Immer mehr Gemeinden wünschen sich wieder einen Nahversorger, oder sind dabei, einen bestehenden Nahversorger zu unterstützen, weil die Kosten für die kleinen Geschäfte die Einnahmen übersteigen. Raimund Haberl, Spartenobmann Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Kärnten: „Die Überlebensschwelle für das kleine Geschäft am Land muss durch Förderungen oder kommunale Initiativen nach unten gedrückt werden.“ Studien der Wirtschaftskammern anderer Bundesländer belegen: 99 Prozent der Bevölkerung ist die klassische Nahversorgung (wieder) wichtig oder sehr wichtig – und somit ist diese aus dem heutigen Wirtschaftskreislauf nicht mehr wegzudenken.


„Mit dem regelmäßigen Einkauf bei einem Nahversorger entscheidet sich jeder Einzelne bewusst für ein regionales, frisches Angebot und schont dabei auch die Umwelt. Man erhält persönliches Service und erfährt nebenbei die Neuigkeiten aus dem Ort“, erklärt Haberl. Um sich jedoch abzuheben, empfehlen Experten kleinen Nahversorgungsbetrieben den Blick über den Tellerrand. Die Ergänzung des Angebots mit branchenfremden Elementen kann die Attraktivität deutlich steigern, denn Multifunktionsgeschäfte sind gefragt. So stehen knapp 90 Prozent der Konsumenten einer Kombination eines Nahversorgers mit anderen Branchen positiv gegenüber.



Rückfragehinweis: Büro LR Benger

Redaktion: Robitsch/Böhm

Fotohinweis: Büro LR Benger