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HCB: Keine Richtwertüberschreitungen bei Milch, Milchprodukten und Fleischprodukten

02.06.2017
Ernährungsempfehlung für Görtschitztaler wird laufend angepasst - Umweltabteilung zu Luftimmissionsmessungen bei Altlast K20 - Agrarabteilung: Kein HCB in Frischgras-Proben


Klagenfurt (LPD). Sehr gut entwickelt sich die Situation im Kärntner Görtschitztal. Bei allen heuer bis April 2017 gezogenen Proben bei Milch, Milchprodukten und Fleischprodukten lag der HCB-Gehalt unter dem Grenzwert und sogar unter dem viel niedrigeren, eigens für das Görtschitztal festgelegten Richtwert. Von zwölf Fleischproben lag keine über dem Grenz-, jedoch zwei über dem Richtwert. Für die betroffene Bevölkerung des Tales gibt es eine eigene Ernährungsempfehlung, die anhand der eingehenden Untersuchungsdaten laufend angepasst wird. Ziel ist es, dass die Menschen mehr HCB ausscheiden als aufnehmen. Kriterium für die Freigabe bestimmter Lebensmitteln ist die durch das Monitoring des Landes bestätigte Einhaltung der Richtwerte.

Landessanitätsdirektorin Ilse Oberleitner erklärt, dass zu Beginn der HCB-Situation ein Freigabeszenario von Lebensmitteln aus dem Görtschitztal nur über eine Risikoeinschätzung der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit nachfolgender toxikologischer Bewertung durch die Medizinische Universität Wien verantwortbar war. "Auf Basis der Daten aus dem ersten Schritt der systematischen Blutuntersuchung war es der MedUni Wien jedoch möglich, Richtwerte für HCB-Konzentrationen in Lebensmitteln für die Görtschitztaler Bevölkerung abzuleiten", so Oberleitner.

Fast 6.000 Proben wurden seit 2014 allein im Agrar- und Veterinärbereich analysiert. Hinzu kommen noch zahlreiche Lebensmittelproben und die Untersuchungen der Humanmedizin. Heuer (Stand April 2017) wurden bei Milch konkret 40 Proben gezogen, bei Milchprodukten 36 und bei Fleischprodukten 35 - keine einzige davon lag über dem Grenz- und auch nicht über dem Richtwert. Von den zwölf Fleischproben waren zwei über dem Richtwert. Grenz- und Richtwertüberschreitungen wurden 2017 auch nicht bei pflanzlichen Lebensmitteln, Trinkwasser, Eiern, Fertiggerichten, etc. festgestellt. Lediglich bei Ölen lag eine der drei Proben über dem Richtwert, dabei handelte es sich allerdings um Kürbiskernöl - Kürbiskerne und Kürbiskernöl enthalten allgemein vermehrt HCB.

Landessanitätsdirektorin Oberleitner gibt die fünf Punkte der kürzlich wieder aktualisierten Ernährungsempfehlung für die Görtschitztaler Bevölkerung wieder: 1. Angeraten wird generell ein mäßiger Konsum von tierischen Nahrungsmitteln. HCB ist in Spuren in jedem Lebensmittel vorhanden, jedoch in tierischen Produkten in etwas größeren Mengen. 2. Auf Empfehlung der Medizinischen Universität Wien sollten statt tierischen Fetten pflanzliche Öle und Fette verwendet werden. Ausgenommen sind hierbei das Kürbiskernöl und auch Kürbiskerne, welche vermehrt HCB enthalten. 3. Obst, Gemüse und Kräuter können unbedenklich angebaut und verzehrt werden. Mittlerweile ist auch der Konsum von Milch und Milchprodukten aus dem Görtschitztal freigegeben. 4. Lediglich vom Verzehr von Fleisch und Fleischprodukten aus lokaler Produktion wird weiterhin abgeraten, da noch immer Richtwertüberschreitungen festgestellt werden. 5. Eine Ausnahme bildet der Bereich um die Altlast K20, Deponie Brückl. Hier wird aus Vorsorgegründen sowohl vom Anbau pflanzlicher Lebensmittel als auch von Nutztierhaltung abgeraten.

Von der Umweltabteilung wird mitgeteilt, dass die Auswertung von Luftimmissionsmessungen an vier Messstellen direkt neben der Altlast K20 in Brückl in den Monaten Jänner, Februar und teilweise März Überschreitungen des Langzeitrichtwertes der MedUni Wien ergeben hat. "Die erhöhten Werte sind offensichtlich auf die dort stattfindenden Sicherungsarbeiten zurückzuführen. Bereits die Daten für den Monat April zeigen eine deutliche Abnahme der Werte. Derzeit ist die Oberflächenabdichtung zu rund 70 Prozent fertiggestellt und wir gehen davon aus, dass sich die Immissionsmesswerte weiter verbessern werden", erklärt Umweltabteilungsleiter Harald Tschabuschnig.

Der Leiter der Agrarabteilung, Gerhard Hoffer, gibt bekannt, dass heuer im Rahmen eines Deponie-Monitorings landwirtschaftliche Flächen im Zwei-Kilometer-Radius um die Altlastendeponie neuerlich von der Agrarabteilung untersucht werden. Insgesamt werden ca. 100 Futtermittelproben (Frischgras und Vorernteuntersuchungen) gezogen. Von insgesamt 20 Proben des ersten Aufwuchses liegen 17 Ergebnisse bereits vor, drei Proben aus Referenzgebieten sind noch ausständig. In keiner dieser 17 Frischgras- Proben konnte HCB nachgewiesen werden. Ebenso konnte keine grenzwertüberschreitende Belastung mit Quecksilber, Blei, Arsen bzw. Cadmium nachgewiesen werden.

Infos und Daten unter http://www.ktn.gv.at/302523_DE-HCB-InformationDokumentation


Rückfragehinweis: Landespressedienst
Redaktion: Markus Böhm