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Sozialreferenten bekräftigen Forderung nach Inklusionsfonds laut Pflegefonds-Vorbild

02.06.2017
LHStv.in Beate Prettner rückt Qualitätsschub in der Pflege in den Mittelpunkt: Sie fordert einheitliche Qualitätsstandards


Klagenfurt (LPD). Zwei Tage stand das niederösterreichische Langenlois im Zentrum sozialpolitischer Fragen: Der Themenbogen der Landessozialreferentenkonferenz war ein weiter - "er spannte sich um die herausfordernden Bereiche wie Mindestsicherung und Pflegequalität bis zur Behindertenrechtskonvention", informierte Kärntens Sozialreferentin LHStv.in Beate Prettner heute, Freitag.

Wie Prettner betonte, zählt der Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich zu den markantesten Zukunftsthemen. "Kärnten ist vom Trend des Alters besonders betroffen. In keinem anderen Bundesland ist die Zahl der über 65-Jährigen so hoch", hielt die Sozialreferentin fest. In Kärnten beziehen 34.901 von 557.641 Einwohnern Pflegegeld, das sind 6,26 Prozent. Österreichweit liegt der Prozentsatz bei 5,23 Prozent. Daher liegt ihr vor allem die stete Weiterentwicklung der Pflegequalität in Heimen am Herzen. In Summe unterstützt das Land Kärnten 76 Altenwohn- und Pflegeheime mit etwa 5.400 Bewohnern. Zusätzlich gibt es 24 Alternative Lebensräume mit 111 bewilligten Betten sowie 13 Tagesstätten für Senioren mit 156 bewilligten Betten.

"Grundsätzlich gilt: Gleichgültig, ob Altenwohnheim, Pflegeheim, Alternative Lebensräume, Tagesstätten - es geht darum, alten Menschen eine bestmögliche Betreuungs- und Versorgungsqualität zu bieten", appellierte Prettner. Für sie steht die Erhöhung der Qualität für Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter ganz klar im Vordergrund. Ziel müsse es sein, einheitliche Qualitätsstandards umzusetzen. Bis Ende 2018 sollte jedes Pflegeheim mit einem "Gütesiegel" im Sinne eines Qualitätsmanagementsystems ausgestattet sein.

"Abgesehen vom unmittelbaren Nutzen für die Bewohner erhalten wir damit auch eine entsprechende Vergleichbarkeit. Diese Vergleichbarkeit kommt sowohl Klienten als auch Kontrollinstanzen zugute. Aufgrund der unterschiedlichen Qualitätsstandards sind aktuell diverse Kontrollberichte indifferent. Mit einheitlichen Qualitätsstandards könnten die Prüfungen objektiviert werden", meinte die Sozialreferentin.

Ein weiteres zentrales Anliegen ist den Sozialreferenten ein zügiges Umsetzen der Behindertenkonvention. "Kärnten nimmt hier mit dem Landesetappenplan eine Vorreiterrolle ein", betonte Prettner. Allerdings sei ein entsprechender Finanzierungstopf notwendig. Die Sozialreferentenkonferenz hat daher an den Bund (Sozialministerium und Finanzministerium) appelliert, einen Inklusionsfonds einzurichten. "Veränderung der Zugangskriterien zum Pflegegeld und die in der Vergangenheit jahrelang ausgesetzte Valorisierung des Pflegegeldes führen für die Länder und Gemeinden jährlich zu Einnahmenausfällen. Ein Inklusionsfonds ähnlich dem des Pflegefonds wäre nicht nur hilfreich, sondern ein Zeichen dafür, dass wir uns aktiv für die Zukunft rüsten", meinte Prettner.

Von den anderen Bundesländern wohlwollend aufgenommen wurde die in den Kärntner Landesetappenplan integrierte Initiative "Arbeit statt Taschengeld". Die Prüfungen zur Erwerbsfähigkeit beeinträchtigter Menschen sollen außerdem dahingehend geändert werden, als dass sie mit ihren entsprechenden Fähigkeiten am Arbeitsprozess teilnehmen können. "Abgesehen vom finanziellen und versicherungstechnischen Aspekt bringt das den Betroffenen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben; es bedeutet Wertschätzung", ist Prettner überzeugt.


Rückfragehinweis: Büro LHStv.in Prettner
Redaktion: Grabner/Stirn